Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) will in Supermärkten Schnaps-Sperrzonen einführen. Denn solange Jugendliche täglich in Lebensmittelgeschäften Alkohol direkt vor der Nase stehen haben, wird sich an deren übermäßigen Konsum kaum etwas ändern, meint sie. "Zumindest Spirituosen in den Läden sollten nur noch in abgetrennten Bereichen im Regal stehen, zu denen unter 18-Jährige keinen Zutritt haben", erklärte Lompscher im Interview mit der "B.Z.". Vorbild sind zum Beispiel Schweden oder Polen, hier wird diese Form des Jugendschutzes bereits praktiziert.
Allein im ersten Halbjahr 2008 hat die Berliner Polizei 650 betrunkene Kinder und Jugendliche aufgegriffen. Und laut Gesundheitsverwaltung betrinkt sich jeder zweite Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren ein- oder mehrmals im Monat. Zudem ist die Zahl der Alkoholvergiftungen in der Altersgruppe zwischen zehn und 15 Jahren seit 2000 von 55 auf 69 im Jahr 2006 gestiegen, erklärte die Senatorin.
Lompscher fordert daher weitere Maßnahmen:
1. Werbung für Alkohol in Radio und Fernsehen sollte vor 22 Uhr sowie auf Plakaten verboten werden, da den Jugendlichen hier suggeriert wird, Trinken wäre "super und cool".
2. Warnhinweise auf Flaschen mit alkoholhaltigen Getränken, wie es sie zum Beispiel bereits auf Zigarettenschachteln gibt.
Damit schwenkt der Berliner Senat auf die Linie der Drogenbeauftragten der Bundesregierung ein, die in Kürze ihr "Nationales Aktionsprogramm zur Alkoholprävention" vorstellen wird.
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