26. März 2011

Bordeaux, der Wein, Mouton Rothschild und China

Fotos-txb

Der China-Weinmarkt bewegt sich rasant: Chinesische Firmen kaufen sich im Bordelais ein, Mouton Rothschild lässt sein 2008er Label von einem chinesischen Künstler gestalten und der erste in China zertifizierte Bio-Wein vom Gut ChangYu wird auf der ProWein vorgestellt

Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, zusammen mit Lenz Moser den Cabernet Gernischt 2010 von ChangYu zu verkosten. Cabernet Gernischt ist eine autochthone chinesische Rebsorte von ChangYu - und er könnte der erste organische Wein in der Geschichte Chinas sein.

Er könnte aber ebenso aus Europa stammen: zunächst erfrischt er Nase und Gaumen mit Beerenfrüchten und Garrique-Aromen, wie ein wilder Südfranzose, dann kommen extreme Rauch- und Lederaromen, wie von einem schönem St. Laurent aus Österreich.

Faszinierend an dem Wein ist gar nicht mal sein organischer Auftritt - die ChangYu Pioneer Winery hat eine eigene universitäre Forschungsstätte mit Önologen für Wein und Weinbau - sondern die anderen Eckdaten: der Umsatz des Betriebes beträgt 500 Mio. Euro bei einer Produktion von 90 Mio. Flaschen von einer Rebfläche von 15.000 Hektar eigenen Weingärten. Noch Fragen?

Das Projekt ist eine Kooperation von ChangYu und TxB. Die LAURENZ V. Grüner Veltliner von Moser werden in China durch ChangYu Imports vertrieben - der Verkauf gestaltet sich sehr erfolgreich, rund 2500 (!) sales people in allen 30 Provinzen schwingen die Flagge für Gruner by LAURENZ V.

 

 

Wer den Cabernet Gernischt - der Name ist ein chinesisch-östereichisches Missverständnis aus der Bezeichnung "gemischt" - verkosten will: Auf der ProWein in Düsseldorf bei TXB Fine Wines in Halle 6, Stand P59.

China ist inzwischen der größte Importeur von Bordeaux - damit wird auch verständlich, dass die Premier Cru auf die Herausforderung reagieren:

Xu Lei entwirft das Etikett des Château Mouton Rothschild 2008

Der Auftrag für das Etikett des Jahrgangs 2008 wurde an den im Jahre 1963 geborenen chinesischen Maler Xu Lei vergeben. Sein poetischer Realismus verbindet das Kosmische mit dem Vertrauten, das Figurative mit dem Symbolischen, die bildliche Tradition seines Landes mit der westlichen Moderne.

Lei, der seinen Wohnsitz in Peking hat, ist künstlerischer Direktor des Today Art Museums, einem wichtigen Museum für zeitgenössische Kunst in der chinesischen Hauptstadt.

Seine Zeichnung für Mouton greift das klassische Thema des Schafsbocks auf, das Wahrzeichen des Châteaus. Xu Leis Schafsbock, der auf einem zart umrissenen Felsen zu stehen scheint, bringt die Rolle eines großen Weins zur Geltung, der für die Verbindung zwischen Mensch und Kultur von einer Hemisphäre zur nächsten auf dem Weinplaneten steht.

Zum Bordeaux Report

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben