17. November 2011

Der Wein aus der Amphore

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Cool Labels 16: Rotwein "Amphore 2009" vom Weingut Landauer-Gisperk aus der Thermenregion

Den Namen Landauer-Gisperk kennen noch wenige, die Homepage schaut erschreckend altbackend aus, der beste Rotwein des Gutes hat einen Schrauber, sein Etikett ist sehr ungewöhnlich (es zeigt den Teppich von Bayeux mit Motiven aus dem 11. Jahrhundert) und er kommt - aus der Amphore.

Und was noch? So ganz nebenbei ist er einer der besten Rotweine Österreichs.

Das nenne ich cool, hier passiert etwas.

Mit mir ebenfalls. Der Amphore 2009, eine Cuvee aus St. Laurent, Zweigelt und Cabernet, hat mich verzaubert. Schwarze, gedörrte Pflaumen, weiche Lakritze, orientalische Würze, teure Zigarren, Holunder und Wachholder und Lebkuchen zaubern eine vorweihnachtliche Stimmung. Das macht in unserer Cool Label Wertung 10+ Punkte.

Bei einer Verkostung würde ich 93-94 Punkte für diesen außergewöhnlichen Bio-Wein geben, den man flaschenweise genießen sollte, obwohl er fast 15 Prozent aufweist - aber die verstecken sich komplett hinter der Eleganz des Weines. (38 Euro)

Die Amphore ist Niederösterreichischer LANDESSIEGER 2011. Der Winzerhof von Franz Landauer-Gisperg (Foto) ist Mitglied der exzellenten Burgundermacher (tattendorf.at, winzerhof.eu)

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Hintergrund - Mehr zum Ausbau in der Amphore:

Amphore statt Holzfass

Auch fränkische Weinbau-Studenten lassen ihren Wein in diesem Jahr in einem großen Tongefäß gären. «Sie machen es wie die alten Georgier vor 7000 Jahren», sagte Hermann Kolesch, Leiter der Abteilung Weinbau an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim.

Eigens für das Experiment ließen sich die Studenten in Georgien die mannshohe Amphore brennen. Georgien gilt laut LWG als die Wiege des Weinbaus. Dort ließen Menschen vor rund 8000 Jahren das erste Mal gezielt Trauben vergären.

In Unterfranken wollen es die Weinbauschüler den Georgiern nun nachmachen. Dafür haben sie das 1200-Liter-Gefäß in die Erde eingegraben. Ohne den Halt des Erdreichs würde der dünnwandige Behälter beim Einfüllen der Trauben platzen.

Eimer für Eimer wurden die Silvaner-Trauben in das Tongefäß geschüttet. «Für die nächsten fünf bis sechs Monate werden die Trauben wie ein Rotwein vergären», erklärte Projektleiter Johannes Burkert. Normalerweise werden bei der Weißwein-Herstellung die Trauben vorher ausgepresst. «Vielleicht lassen wir den Wein später noch in einem Holzfass weitergären.»

Das Experiment ist Teil eines Schulprojektes an der Staatlichen Fach- und Technikerschule für Agrarwirtschaft. Die Studierenden müssen vier bis fünf unterschiedliche Weine herstellen. «Hier sollen sie ausprobieren dürfen, was sie später aus finanziellen Gründen wahrscheinlich nicht mehr machen können», sagte Lehrer Burkert.

Dabei gehe es nicht nur um das Experimentieren an sich. «Sie sollen als Team funktionieren, mit Behörden reden, mit Weinkontrolleuren umgehen und ähnliche Abläufe erleben.»

In diesem Jahr seien die Ideen der 23 Studenten teils auch esoterisch, erklärte Kolesch: «Eine Gruppe konzentriert sich auf die Mondphasen und hat den besten Standort für das Weinfass vorher ausgependelt.» dpa

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