06. Mai 2014

Skandal um Chefs Next Generation

Fotos Honza Klein

update: Stellungnahme des Veranstalters - Strafanzeigen gegen den Veranstalter der CHEFS Next Generation 2014 im Berliner Umspannwerk in Kreuzberg, die Firma highendFOOD Ltd

Die Veranstaltung Chefs Next Generation (CNG) hat sich als eine ungeheuerliche Pleite und Seifenoper mit kriminellen Zügen herausgestellt und musste nach dem ersten Tag abgesagt werden. Die aus ganz Europa eingeflogenen Köche waren quasi heimatlos - ihre Hotels waren nicht bezahlt, es gab keine Rückfahrt-Tickets.

Ebenfalls unter den betroffenen Köchen ist Markus Semmler (Foto oben mit Silvio Nickol), der rund 30 der Teilnehmer gestern Abend zum Essen in sein Restaurant einlud - eine wunderbare Geste der Freundschaft.

Im folgenden dokumentieren die Gourmetwelten die Presseerklärungen vom Umspannwerk und von Matthias Gleiß aus dem Volt, ebenfalls einer der beteiligten Köche. Die Stellungnahme von Highendfood liegt jetzt ebenfalls vor (s.u.).

Stellungnahme der Geschäftsführung der Umspannwerk Kreuzberg GmbH:

"Als Geschäftsführer der Umspannwerk Kreuzberg GmbH möchte ich mich an dieser Stelle zu den Vorfällen im Rahmen der „Chefs Next Generation 2014“ äußern, um es Ihnen zu ermöglichen, unsere Position kennen zu lernen und ein klares Lagebild zu schaffen.

Vom 4. bis zum 6. Mai sollte in unserem Hause das von den Betreibern der Website „HighendFOOD.org“ ausgerichtete Nachwuchsevent „Chefs Next Generation 2014“ stattfinden. Veranstalter bzw. unser Vertragspartner war die „highendFOOD Ltd.“ mit Sitz in London.

Als Vertreter dieser Firma trat uns gegenüber ein Herr Max V. auf, mit dem alle Absprachen getätigt wurden. Vertragsgemäß und branchenüblich war die highendFOOD Ltd. verpflichtet, 80% der Vertragssumme bis zum Veranstaltungstag an uns zu zahlen. Die postalische versendete 1. Anzahlungsrechnung erhielten wir mit dem Vermerk „return to sender“ zurück, der Erhalt der Rechnung per email wurde uns bestätigt.

Bis zum heutigen Tage konnten wir auf unserem Konto allerdings keinerlei Zahlungseingang feststellen, obwohl uns durch Herrn V. mehrfach bestätigt wurde, dass die Zahlungen angewiesen seien und es sich wohl um eine auslands- und feiertagsbedingte Verzögerung handeln müsste. Entsprechende Zahlungsbelege konnten trotz mehrfacher Nachfrage und Zusage der Übermittlung jedoch nicht beigebracht werden.

Ich habe daraufhin am 03. Mai 2014 in einem persönlichen Gespräch Herrn V. aufgefordert, eine Schuldbeitrittserklärung zu unterzeichnen, dieser lehnte zunächst ab, stimmte aber am nächsten (Sonntag)Morgen im Beisein eines kurzfristig durch ihn mandatierten Anwaltes zu. Bei der Überprüfung der Personalien musste ich mit Erstaunen feststellen, dass Herr V. in Wirklichkeit „Bernd H.“ heißt und es sich bei dem Namen V. lediglich um einen eingetragenen Künstlernamen handelt.

Bis heute ist unklar, wer Geschäftsführer der highendFOOD Ltd. ist, nach Auskunft eines sich ebenfalls für zuständig erklärenden Mitarbeiters sei dieser Geschäftsführer, ein britischer Staatsbürger, ohnehin ausschließlich „kommissarisch“ für die Gesellschaft tätig.

Ich habe am Sonntagvormittag die Veranstaltung auf eigenes Risiko, aus Kulanz und mit Rücksicht auf die bereits wartenden Gäste und Köche trotz erheblicher persönlicher Zweifel freigegeben, nachdem mir Herr H. für den nächsten Morgen Zahlungszugeständnisse gemacht hat. Ich habe ihm gegenüber auch klar geäußert, dass ich im Falle der Nichteinhaltung dieser Zugeständnisse jede weitere Leistung verweigern werde. Die Verhandlungen und „Formalitäten“ führten – wie viele von Ihnen sicherlich mitbekommen haben - bereits am Sonntag zu einer Verzögerung beim Veranstaltungsbeginn.

Der Vertrag mit der highendFOOD Ltd. sah am Sonntag das Veranstaltungsende um 20.00 Uhr und das Mietzeitende um 22.00 Uhr vor. Am Nachmittag wand sich Herr H. an mich, um die Veranstaltung auf „open end“ zu verlängern, was für mich nicht in Frage kam. Wie sich hinterher heraus stellte, war diese „Verlängerung“ jedoch bereits im Vorfeld an die Kunden verkauft worden!

Am Montagmorgen um 08.00 Uhr entsandte unsere Konzernmuttergesellschaft einen Aufklärungstrupp an die gem. gültigem Bundespersonalausweis von Herrn H. angegebene Adresse. Die beiden Mitarbeiter mussten feststellen, dass unter dem Namen H. / V. weder Briefkasten noch Klingel auffindbar waren.

Eine Bewohnerin des Hauses erklärte den Mitarbeitern gegenüber, dass Herr H. bereits vor ca. einem Jahr unbekannt verzogen sei, jedoch des Öfteren „Leute“ nach ihm fragen würden. Wohnsitz / Meldeadresse von Herrn H. sind derzeit noch unklar, nach letzten mir vorliegenden Informationen wurde der Wohnsitz in die Niederlande verlegt.

Zeitgleich mit der Entsendung der Mitarbeiter wurde eine Bonitätsprüfung angestoßen, welche mit „harten Negativmerkmalen“ für Herrn Bernd H. endete. Unter dem Namen „Max V.“ fanden wir hingegen keine Einträge.

Ich habe daraufhin am Montagvormittag weitere Leistungen verweigert bzw. ausschließlich gegen Barleistung, Bankbürgschaft oder attestierte Überweisung angeboten. Da Herr H. hierzu jedoch nicht in der Lage war, sah ich mich leider gezwungen, die Veranstaltung abzusagen. Unglücklicherweise war die Zeit an diesem Tage bereits auf nach 11 Uhr fortgeschritten, so dass viele Besucher, Sponsoren und Köche leider vergeblich lange Wartezeiten hinnehmen mussten.

Ich habe heute bei der Staatsanwaltschaft Berlin gegen Herrn H. Strafanzeige wegen Eingehungsbetruges gestellt.

Ich bedauere die Umstände und die Unannehmlichkeiten, die Ihnen allen möglicherweise entstanden sind zutiefst, darf aber doch mit Rücksicht auf die besonderen Umstände auf ihr Verständnis für mein Handeln hoffen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen allen auf diese Weise einen kleinen Einblick hinter die Kulissen der letzten Tage gewähren und hoffe ebenso, dass Sie sich hierdurch einigermaßen in unsere Position hineinversetzen können."

Ilja Wolf-Bauwens

Geschäftsführender Gesellschafter Umspannwerk Kreuzberg GmbH

Stellungnahme Restaurant VOLT:

"Vom 4. bis zum 6. Mai sollte in Berlin das vom Betreiber der Website www.highendFOOD.org ausgerichtete Nachwuchsevent „Chefs Next Generation 2014“ stattfinden. Veranstaltungsort war das Umspannwerk Kreuzberg. Die Veranstaltung wurde am 4. Mai eröffnet, musste jedoch vorzeitig durch den Vermieter der Location (Umspannwerk Kreuzberg GmbH) beendet werden. Ich als Küchenchef des Restaurants VOLT im Umspannwerk Kreuzberg möchte mich gerne kurz zu den Vorfällen äußern. Im Zusammenhang mit dem plötzlichen Ende der „Chefs Next Generation 2014“ kursieren derzeit viele Gerüchte. Die meisten davon sind unzutreffend, weshalb es mir wichtig ist, den Vorfall aus Sicht der Beteiligten auf Vermieterseite im Umspannwerk Kreuzberg zu schildern.

Bereits vor mehreren Monaten einigte man sich mit dem Veranstalter highendFOOD auf die genauen Konditionen der Zusammenarbeit und legte diese vertraglich fest. Bernd H. von highendFOOD, der sich selbst auch als Max V. vorstellt und im Geschäftsverkehr unter diesem Namen agiert, wollte die Location und diverse Unterstützungsleistungen in Anspruch nehmen, gastronomische Leistungen durch das Team des Restaurants VOLT waren nicht vorgesehen. Bereits der Veranstaltungsbeginn am 4. Mai verspätete sich wegen eines Konfliktes mit dem Veranstalter, der zuvor seinen Verbindlichkeiten gegenüber dem Vermieter in keiner Weise nachgekommen war. Während des ersten Veranstaltungstages unternahm das Team vom Umspannwerk Kreuzberg mehrere Versuche, einen tragfähigen Kompromiss zu finden, um die Veranstaltung nicht zu gefährden. Das Vertrauen gegenüber highendFOOD war aber schlussendlich so erschüttert, dass der Vermieter vor Beginn der Abendveranstaltung die Notbremse zog und die „Chefs Next Generation 2014“ vorzeitig beenden musste.

Wir möchten uns auf diesem Wege und in aller Form von der highendFOOD Ltd., London, insbesondere aber auch von Herrn H. alias V. distanzieren. Ein vertretungsberechtigter Geschäftsführer der Firma highendFOOD Ltd. wurde uns bis heute weder benannt, noch stand er für Verhandlungen zur Verfügung. Gegen Herrn H. haben wir uns gezwungen gesehen, Strafanzeige zu stellen.

Im Umspannwerk Kreuzberg bedauert man die Umstände, die die Beendung der Veranstaltung nötig machten, sehr und denkt hierbei vor allem an den Köchenachwuchs, der viel Arbeit in die Vorbereitung der Veranstaltung gesteckt hat. Viele der teilnehmenden Köche und auch die Sponsoren der Veranstaltung sind nur für dieses Event nach Berlin gereist. Auch wir waren ursprünglich begeistert von dem Konzept der Veranstaltung und hofften auch deshalb bis zuletzt auf eine Einigung mit dem Veranstalter – leider ohne Erfolg"

Matthias Gleiß

Umspannwerk Kreuzberg GmbH Restaurant VOLT

Stellungnahme HighEndFood:

"Der Startschuss für die CHEFS NextGeneration fiel am Sonntag. Nach dem überwältigenden Erfolg der letztjährigen Premiere präsentieren sich die jungen Spitzenköche in der Bundeshauptstadt. Der erste Tag gehörte unter anderem den Patissiers, die diesmal die kulinarische Elite der Köche ergänzen. 7 junge Dessertkünstler aus ganz Europa präsentierten dem Publikum ihre Kreationen und damit auch die Trends der Zukunft. Umrahmt wurde die Live-Show durch Talkrunden mit renommierten Referenten aus. Rund 200 Besucher kamen bereits am Sonntag, um die nächsten zweieinhalb Tage die Zukunft der Spitzenküche mitzuerleben. Leider konnte die Kitchenparty am Sonntag nur in verkürzter Form stattfinden und endete bereits um 20h.

Nach dem tollen Start musste der zweite Veranstaltungstag leider abgesagt werden. Wegen Differenzen mit dem Vermieter des Veranstaltungsortes war es leider nicht möglich, diesen Event wie geplant durchzuführen. Das entscheidende Problem aus unserer Sicht war, dass abgesprochene Abläufe und Zeiten nicht eingehalten wurden. Dazu wurden täglich neue finanzielle Forderungen gestellt, die in einer Gebühr in Höhe von 3.500 € für eine (vorher kostenfreie vereinbarte) einmalige Küchennutzung gipfelten. Durch die sich permanent in der letzten Minute ändernden Bedingungen und die damit verbundene Ankündigung, die Location nicht zu öffnen, war die Veranstaltung letztendlich nicht sinnvoll durchzuführen. In aller Deutlichkeit möchten wir der Aussage entgegentreten, es hätte an mangelnder Zahlungsbereitschaft gelegen, denn die Mitarbeiter vor Ort haben trotz des Wochenendes dem Veranstalter mehrere Tausend € in bar übergeben, wurden jedoch mit immer neuen Forderungen konfrontiert, die teils unerfüllbar waren.

War schon am ersten Tag die Zuhilfenahme eines Anwaltes notwendig, um die die Türen mit 2h Verspätung zu öffnen, beendete der Vermieter die abendliche Kitchenparty bereits nach einer Stunde, obwohl ein Abend bis 24h vereinbart war. Dass sich der Spitzenkoch im eigenen Hause, dadurch nicht wie vereinbart präsentieren konnte, wurde billigend in Kauf genommen. Am 2. Tag verweigerte der Vermieter die Öffnung unter Zeugen komplett, erteilte Hausverbot und verließ kommentarlos den Veranstaltungsort. Nur durch Zuhilfenahme die Polizei gelang es uns, zumindest an die eingelagerten Waren und Produkte zu gelangen. Unsere Anwälte sind bereits dahingehend beauftragt, Schadenersatz geltend zu machen, der auch den anderen Geschädigten zukommen wird. Wir müssen uns natürlich vorwerfen lassen, im Vorhinein nicht geprüft zu haben, wer letztendlich wirklich Vermieter der Location ist, denn das hätte sicherlich viele Probleme verhindert. Die Absage haben wir uns sicher nicht leicht gemacht, denn es hat uns neben dem zweifelsohne vorhandenen Reputationschaden auch eine Menge Geld und Zeit gekostet, welche wir in diesen Event gesteckt haben. Wir haben Verständnis dafür, dass die Absage viele Leute verärgert hat und sie emotional reagieren. Wofür wir jedoch wenig Verständnis haben sind Beschimpfungen und Unwahrheiten, die in den letzten 24h in direkter und öffentlicher Form getätigt wurden. Da unser Chefredakteur Max Vanderveer teils massiven persönlichen Anfeindungen ausgesetzt ist, wird er seine Aufgaben in der nächsten Zeit ruhen lassen, da unter diesen Umständen ein Alltagsgeschäft nicht möglich ist.

Wir möchten hiermit alle Gäste nochmals für den entstandenen Aufwand um Verzeihung bitten und sind bemüht, die Dinge schnellstmöglich zu einem positiven Ergebnis zu bringen. Selbstverständlich werden alle nicht benutzen Tickets kurzfristig erstattet, dazu haben alle Käufer bereits eine Nachricht."

Zur Stellungnahme der Köche auf facebook

 

 

 

Kommentare (7)

  1. Dirk am 07.05.2014
    Ohne hier eine Vorverurteilung in den Raum zu stellen hätte ich einige Fragen:
    Wie kann es sein, in Berlin eine Veranstaltung in derartigem Umfang zu organisieren, ohne eine formale Bonitätsprüfung in die Wege zu leiten?
    Wie kann es sein, dass auf Grund einer FB-Seite und einer Internetpräsenz ohne nachvollziehbaren Impressum eine Event in diesem finanziellen Rahmen in Angriff genommen wird?
    Wie kann es sein, dass Details einer Veranstaltung zwischen Location, Eigentümer und beteiligten Köchen und Sponsoren besprochen wurden, ohne sich vom formalen Veranstalter mal den Ausweis zeigen zu lassen?
    Ich möchte hier niemandem zu nahe treten, aber so etwas dilettantisches habe ich noch nicht gehört oder gelesen.
    Hier jetzt Stellungnahmen abzugeben und auf juristischem Weg erlangte Erkenntnisse zu publizieren ist arm und befreit nicht von der Mitverantwortung am Desaster.
    Professionalität sieht für mich anders aus und alle Beteiligten täten gut daran, auf gegenseitige Schuldzuweisungen zu verzichten Ich empfehle dringend darüber nachzudenken, wie der entstandene Schaden für Köche, Sponsoren und Besucher möglichst kulant aus der Welt geräumt werden kann.
    Genau darum geht es nämlich.
    "Mach besser nichts in Berlin, da wirst du nur abgelockt", könnte es künftig heißen und daran dürfte nun wirklich niemand ein Interesse haben.
    Dirk
  2. Ilja Wolf-Bauwens am 07.05.2014
    Hallo Dirk,

    deine Fragen sind durchaus berechtigt, ich entnehme Ihnen aber, dass du nicht aus dem Veranstaltungsgeschäft kommst. Die Bonitätsprüfung verhält sich hier naturgemäß anders als im Onlinehandel oder in der Wohnraumvermietung.

    Bei einem Wohnraumvermieter musst du in der Regel SCHUFA Auskunft, Einkommensnachweise, Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, Personalausweis etc. vorlegen, bis er dir einen Vertrag anbietet, ein Internethändler, der nur gegen Vorkasse liefert, wird seine Ware nicht verschicken, bevor die Zahlung auf seinem Konto eingegangen ist, hier ist die Bonität völlig irrelevant.

    Im Eventgeschäft machen wir aufgrund der Vielzahl der Anfragen vorab nur eine Plausibilitätsprüfung, bevor wir mit dem Kunden die Vertragsmodalitäten verhandeln. Die Veranstaltung von highendFOOD hatte ja im Vorjahr bereits in Köln stattgefunden und auch die Webseite an sich macht einen sehr ordentlichen Eindruck, so dass kein grundsätzliches Problem offensichtlich zu erkennen war. Auch ausländische Kapitalgesellschaften sind für uns kein ungewohntes Thema.

    Die (tatsächliche) Bonitätsprüfung findet immer erst sehr spät statt und erfolgt in der Regel dadurch, dass bis zum Veranstaltungstag 80% der Vertragssumme angezahlt werden müssen, ansonsten verweigern wir die Leistung. Dieses System ist relativ einfach und bei uns im Haus ein seit fast 10 Jahren bewährtes und in der Branche vollkommen übliches Instrument.

    Um hinter die Kulissen von highendFOOD zu steigen habe ich fast zwei Tage gebraucht und es wurde ja auch immer abenteuerlicher, je tiefer ich in die Thematik eingestiegen bin.

    Das Problem ist natürlich, und da gebe ich dir vollkommen Recht: Was passiert mit den Kunden (des Veranstalters), wenn dieser nicht zahlt (und wir die Leistung verweigern)? Diese Frage habe ich mir am Sonntag das erste Mal in meinem Leben stellen müssen. Und ich habe am Sonntag entschieden, unsere Seite der vertraglichen Vereinbarung zu erfüllen, obwohl ich es nicht hätte müssen. Ich möchte dies hier nicht mehr weiter vertiefen, aber am Montag früh war dann selbst meine Geduld am Ende.

    Glaube mir, den möglichen „Reputationsschaden“ hat mir der Veranstalter auch mehrfach unter die Nase gerieben, aber ich möchte an dieser Stelle eines unmissverstädlich klarstellen: ich lasse mich weder erpressen noch an der Nase herumführen.

    Es tut mir unsagbar leid was passiert ist, insbesondere für die Köche und die Besucher.

    Hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer. Auch wir haben daraus gelernt.

    Ilja
  3. Peter Sklenar am 08.05.2014
    Es ist Verwunderlich,dass bei einer Veranstaltung in diesem Ausmaß keine Bonitätsprüfung im Vorfeld gemacht wurde. Engl. Ltd. sagt doch schon sehr viel, 1Pfund Haftungskapital !!!! Aber typisch Gastronomie, der übertriebene Ehrgeiz, GEIZ, gegenüber Mitbewerbern "Ich bin der Beste"; da fehlten die Kaufmännischen Kenntnisse, Bedauerlich für die Jungköche!
  4. Ilja Wolf-Bauwens am 08.05.2014
    Sehr geehrter Herr Sklenar,

    dem muss ich leider widersprechen. Bei einer vertraglich fixierten Vorkasseregelung bedarf es keiner Bonitätsprüfung. Ausserdem hat die Höhe des Haftkapitals nur sehr bedingte Aussagekraft. Seit 2008 finden Sie im deutschen Geschäftsverkehr die sog. Unternehmergesellschaft, oder auch UG (haftungsbeschränkt), die auch "nur" über ein Stammkapital von EUR 1 verfügen muss. Man kann nicht pauschal jede Ltd., UG oder GmbH als bonitätsschwach bezeichnen. Und wie gesagt, durch die vorschüssige Zahlung ist die Bonität ohnehin nebensächlich, das sollte auch jemand nachvollziehen können, der keine kaufmännische Ausbildung genossen hat.
  5. Tom Wallenberg am 08.05.2014
    Hallo zusammen, für alle die es interessiert:

    Der Geschäftsführer der HighendFOOD Ltd. ist Herr Stephan N., letzter bekannter Wohnsitz in Belgien.

    Diese Information ist im öffentlichen Register "Companies House" des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland unter der Company Number 08281290 abrufbar und somit öffentlich einsehbar.

    Wer sich nur fragt, wer das is....: Er war auf der Veranstaltung "CHEFS Next Generation" und hat dort die Technik betreut, am Montag trug er eine rote Jacke.

    Horrido!

    Tom
  6. Paul am 09.05.2014
    Tom: Vielen Dank für diese Info!
    Ilja Wolf-Bauwens: Werden Sie uns auf dem Laufenden halten, wie die Sache weiter verläuft? Andere Betroffene sind sicher gespannt, das zu erfahren... wurde denn eigentlich Anzeige erstattet? Und wenn ja: wie schätzt Ihr Anwalt die Chancen ein, angesichts der Tatsache, dass die Beklagten ja kaum auffindbar/anschreibbar sind...
    Danke!
  7. Ilja Wolf-Bauwens am 09.05.2014
    Hallo Paul,

    gegen Herrn H. alias V. haben wir bei der Staatsanwaltschaft Berlin Strafanzeige wegen Eingehungsbetruges gestellt. Ich werde kommende Woche prüfen lassen, inwieweit wir auch gegen Herrn N. Strafantrag stellen können bzw. im Rahmen der Durchgriffshaftung gegen ihn weiter vorgehen können.

    Strafrechtlich sehen wir sehr gute Chancen, da ein strafrechtlicher Haftbefehl im Gegensatz zu einem Zivilrechtlichen von Amts wegen verfolgt wird und zwar europa- bzw. weltweit. Wir würden allen Geschädigten nahe legen, prüfen zu lassen, inwieweit sie ebenfalls strafrechtlich gegen Herrn V. vorgehen können. Zivilrechtlich kann ich mir nicht vorstellen, dass man da weit kommt. Das "Trio" scheint die sich aus dem deutschen Meldegesetz ergebenden "Schlupflöcher" sehr genau zu kennen. Oder anders ausgedrückt:

    "Nageln Sie mal einen Pudding an eine Wand."

    Die ist allerdings nicht die Meinung eines Juristen, sondern die eines Kaufmannes, der Aufwand und Nutzen stets in ein angemessenes Verhältnis setzt. Ich weise an dieser Stelle darauf hin, dass ich nicht befugt bin, rechtlichen Rat zu erteilen und es sich hierbei lediglich um meine persönliche Meinung handelt.

    Mir ist noch nicht ganz klar, auf welcher Plattform sich die Geschädigten gegenseitig austauschen könnten, auf der sich hierfür "anbietenden" Plattform, der Facebook Seite von Highendfood, werden ja alle Kommentare gelöscht.

    Wir werden sehen, was die kommenden Wochen bringen, die Mühlen der Justiz mahlen ja nunmal sehr langsam.

    Grüße

    Ilja Wolf-Bauwens

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