Southbeach swingt noch immer

Diesmal kommt die e-mail von Gabriele aus Miami: Wie eine etwas in die Jahre gekommene Diva räket sich Southbeach etwa 20 Blocks entlang des südlichen Endes von Miami Beach, zu grell geschminkt, zu laut aber irgendwie immer noch attraktiv. Die wunderbare Artdeco-Architektur hat als Kulisse für unzählige Filme und Fernsehserien , wie Birdcage (die Hollywood-Version von Ein Käfig voller Narren), Scarface und Miami Vice noch lange nicht ausgedient, wie die zur Zeit erfolgreichste TV-Serie der Welt, CSI Miami, beweist.

Aber auch reale Dramen haben sich hier abgespielt, wie der Mord an Gianni Versace. Dem berühmten Designer ist es vermutlich zu verdanken, dass die Art deco Fassaden von Southbeach immer noch so gut erhalten sind. Er hatte sich einige Jahre zuvor mit der Preservation League von Miami gestritten, weil er ein benachbartes Hotel abreißen wollte, um einen Swimmingpool zu bauen. Das wurde ihm zwar nach zähem Ringen gestattet, aber seither wird der Denkmalschutz durch neue Gesetze wesentlich strenger gehandhabt.

Versaces Villa Casa Casuarina, ehemals das Amsterdam Palace, wurde übrigens gerade von einem russischen Restaurateur gekauft. Das ist in sofern interessant, als amerikanisches Geld hier im Süden Floridas immer knapper wird. Der Immoblienmarkt steht offenbar kurz vor dem Kollaps, so ein Makler, der noch im Geschäft ist. "Wer hier was kaufen will, soll noch ein bisschen warten, dann bekommt er sogar die Sahnestückchen in Coral Gables zum halben Preis."

Kein Wunder also, dass seit Anfang letzten Jahres auch eine Reihe von First Class Restaurants in Miami schließen mussten, darunter auch das Normans, von Norman van Aken, der neben Alice Waters als einer der Erfinder der New American Cuisine gilt. Er kocht heute im Ritz Carlton in Orlando.

Die Southbeach ist vom Negativtrend bis jetzt nicht betroffen. Noch genießt sie die Aufmerksamkeit der Jungen, Reichen, Schönen, der Hollywoodstars die regelmäßig hier auftauchen und auch die Gunst der Investoren, von Cameron Diaz, die hier bald ein neues Restaurant eröffnen wird, bis zu großen Hotelketten, die hier ein Superhotel nach dem anderen bauen. Mit dem nötigen Kleingeld kann man hier im eleganten Ambiente der Boutiquehotels sehr angenehm Urlaub machen und vor allem sehr gut essen.

Beispielsweise im Emerils (Loews Miami Beach Hotel), wo Starkoch Emeril Lagasse neben Seafood-Gerichten mit fangfrischen Shrimps, Hummer oder Fischen auch köstlich zubereitetes Geflügel und Fleisch auffährt. Oder wer lieber in einem der Celebretys Hot Spots direkt am Ocean Drive sitzt, geht ins Larios on the Beach (gehört Gloria Estefan), hier wird kubanische Küche vom Feinsten serviert.

Noch so ein Hot Spot ist das Grazie Italian Cuisine in der Washington Avenue und obwohl hier die Stars ein- und ausgehen, erhalten auch Normalsterbliche aufmerksamen und freundlichen Service. Die frischesten und besten Sushis auf dem ganzen Planeten gibt es im Nobu Miami Beach, heißt es und das stimmt.

Hier ist es laut und teuer, aber die kleinen japanischen Häppchen sind einfach fabelhaft. Und wer richtig was auf dem Teller haben will für sein Geld, geht ins Prime One Twelve, ebenfalls am Ocean Drive. Ob Steak oder Seafood, die Portionen sind gigantisch, schmecken überirdisch gut und sind sehr teuer.

Gratis mitgeliefert wird hier allerdings die ultimative Southbeach Szene: viele Stars und solche die es gerne wären. Tipp: In allen Restaurants immer reservieren, aber selbst dann kann die Wartezeit schmerzhaft sein.

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