26. Februar 2010

Weinbauminister Hendrik Hering und die Moselbrücke

In einem offenen Brief an Minister Hering protestiert Weinhändler Georg Mauer gegen den vorangetriebenen Bau der Hochmoselquerung bei Zeltingen

Auf Initiative des rheinland-pfälzischen Weinbauministeriums wird seit dem Jahre 2000 im Zwei-Jahres-Rhythmus der internationale Wettbewerb Best of Riesling durchgeführt, um dieser Rebsorte auch auf internationaler Ebene die verdiente Anerkennung zu verschaffen.

Auch zu der in 2010 anstehenden nächsten Auflage des Wettbewerbs Best of Riesling erhielt der Berliner Weinhändler Georg Mauer wieder eine Einladung in die Jury von Weinbauminister Hendrik Hering.

Nach reiflicher Überlegung hat Georg Mauer nun seine Teilnahme an der Masterjury abgesagt, um damit gegen den vom selben Ministerium vorangetriebenen Bau der Hochmoselquerung bei Zeltingen zu protestieren.

Er schließt sich damit Protestbewegungen wie der International Riesling Rescue an, die von Jancis Robinson, Hugh Johnson, Stuart Pigott, Ernst Loosen, Katharina Prüm und Markus Molitor unterstützt werden.

In einem offenen Brief an den Minister begründet Mauer seine Entscheidung:

Sehr geehrter Herr Minister,

Ihre Einladung an mich habe ich diesmal mit zwiespältigen Gefühlen erhalten: Die weltweit hohe Anerkennung des Riesling, auf die Sie in Ihrem Schreiben an mich richtig hinweisen, ist das Ergebnis von weit über tausend Jahren Weinkultur in Mitteleuropa, Deutschland, gerade auch in den großen Weinlagen von Rhein, Mosel und Nahe in Rheinland-Pfalz. An der zeitgemäßen Pflege dieser Weinkultur habe ich mich immer wieder nach Kräften, mit Freude und Engagement beteiligt. So habe ich von Anfang an, damals noch unter der Aegide des Ministers Bauckhage, engagiert in der Masterjury von Best of Riesling mitgearbeitet.

Gerade deshalb habe ich vor einiger Zeit mit großer Enttäuschung, ja Entsetzen erfahren, dass Sie im Herzen der Mittelmosel eine riesige Autobahnbrücke geplant haben - verbunden mit einer starken Schädigung der sich anschließenden naturnahen Erholungslandschaft, insbesondere der natürlichen Wasserversorgung der großartigen Riesling-Spitzenlagen von Bernkastel, Graach, Wehlen und Zeltingen, auf die wir alle stolz sein sollten.

Es ist offenkundig, dass ein solcher gewaltiger Eingriff in die Ökostruktur des Moseltales nicht folgenlos für die dortigen Rieslinglagen von Weltruf bleiben würde.

Dass Sie darüber hinaus das einzigartige Landschaftsbild der Mittelmosel mit einer solchen monströsen Brücke zu zerstören gedenken, halte ich für unverantwortlich.

Sie als Weinbauminister verantworten politisch den Erhalt und die Pflege der weltbekannten Rieslinglagen von Rhein, Mosel und Nahe und der entsprechenden Kulturlandschaft.

Sehr geehrter Herr Minister, ich bin nicht bereit, mich mit meiner Fachkompetenz und Leidenschaft für Rieslingwein ehrenamtlich in den Dienst Ihres Ministeriums zu stellen, wenn die Ressourcen deutscher Weinkultur derart missachtet werden.

Mit freundlichen Grüßen

Georg Mauer

Hintergrund: Winzer protestieren gegen geplante Moselbrücke

Kommentare (1)

  1. Peter Heun am 28.05.2010
    Vielen Dank für Ihr Engagement. Dieser Wahnsinn muß gestoppt werden!

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