30. Januar 2010

Winzer aus Saale-Unstrut und Sachsen beklagen schlechte Ernte

Die Weinbauern in Ostdeutschland haben im vergangenen Jahr eine schlechte Ernte eingefahren

Nach Angaben des Weinbauverbands Saale-Unstrut, zu dem Anbaugebiete in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg gehören, wurde mit 2,25 Millionen Litern nur knapp die Hälfte der Vorjahresmenge geerntet. Noch schlechter ist das Ergebnis bei Sachsens Winzern. Dort lag der Ertrag 2009 bei knapp 9400 Hektolitern Wein - und damit etwa zwei Drittel unter dem des Vorjahres. Ursache sind für die Winzer die Wetterkapriolen des vergangenen Jahres: Frost im Januar, Dauerregen im Sommer und dazu teils schwere Hagelschauer.

Vor allem bei der anfälligen Rebsorte Müller-Thurgau verbuchten einige Weinbauern Ausfälle bis zu 100 Prozent. Die Kunden müssten sich wegen der geringen Ertragsmenge auf deutlich höhere Preise einstellen. «Aber auch frosthärtere Sorten wie Kerner, Weißburgunder, Grauburgunder sowie Dornfelder und Portugieser haben deutliche Blessuren davongetragen», sagte der Präsident des Verbands Saale-Unstrut, Siegfried Boy.    

Die Winzer von Saale und Unstrut erwarten allerdings trotz der geringen Erntemengen 2009 einen Spitzenjahrgang. «Mit durchschnittlich 81 Oechsle-Graden überstiegen die Mostgewichte deutlich die Vergleichswerte (2008: 74 Grad Oechsle). Das verspricht gute Qualitäten im Glas», sagte Boy.

Sachsens Weinbauern ernteten im vergangenen Jahr so wenig wie seit 13 Jahren nicht mehr. Der sächsischen Weinbauverband gab als Ursache die Frostschäden an. Die Kunden müssten sich wegen der geringen Ertragsmenge auf deutlich höhere Preise einstellen. Die anhaltende Kälte in diesem Winter lässt die Winzer erneut um ihre Rebstöcke fürchten.    

Die mitteldeutschen Weinbauern haben indes aus den Wetterkapriolen der vergangenen Jahre ihre Lehren gezogen. Besonders hart habe es wieder einmal Pflanzungen in Niederungen und an Böschungsfüßen getroffen, die wie Frostmagnete wirkten, sagte der Weinbaupräsident. Erste Winzer hätten diese schwierigen Bereiche deshalb aufgegeben. 

Der Weinbau an Saale und Unstrut

Das 685 Hektar große Weinanbaugebiet Saale-Unstrut gehört zu den kleinsten deutschen Qualitätsweinbau- Gebieten. Hier wird seit mehr als 1000 Jahren Wein angebaut. Wegen der romantischen und ursprünglichen Lage mit terrassenförmigen Weinbergen entlang der beiden Flüsse wirbt die Region für sich als «Toskana des Nordens». Das Anbaugebiet liegt hauptsächlich im Süden Sachsen-Anhalts rund um Freyburg (Burgenlandkreis), erstreckt sich bis nach Thüringen und hat eine geringe Fläche in Brandenburg.

Der Weinbauverband zählt derzeit 246 Mitglieder, die über 88 Prozent der Rebfläche des Anbaugebiets repräsentieren. Dazu gehören über 40 Weingüter und fünf Agrargenossenschaften. Zudem gibt es das Landesweingut Bad Kösen und kleinere Weingüter betreiben den Weinbau im Nebenerwerb. 30 Rebsorten wachsen in dem Weinanbaugebiet. Die Weißweine und Rotweine, wie Müller-Thurgau, Silvaner, Weiß- und Grauburgunder oder Dornfelder, Portugieser und Blauer Zweigelt werden vor allem trocken ausgebaut, wie es in der Winzersprache heißt. dpa

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