Ob ein Wein trocken oder eher süß wirkt, liegt vor allem an der Höhe des vorhandenen Zuckeranteils. Halbtrockene (oder feinherbe) Weine sind von leichter Restsüße geprägt.
Nach dem Weingesetz darf ein halbtrockener Wein einen Zuckergehalt zwischen 10 und 18 Gramm pro Liter aufweisen. Weine mit einem Zuckergehalt von maximal 9 Gramm pro Liter gelten als trocken, zwischen 19 und 45 Gramm pro Liter als lieblich und darüber als süß.
Je länger ein Wein gärt, desto mehr Traubenzucker verwandelt sich in Alkohol und desto trockener wird er. Süße wird vor allem an der Zungenspitze wahrgenommen und bestimmt oft den ersten Eindruck beim Verkosten.
Allerdings hängt die Wirkung der Süße auf den Geschmackssinn auch stark von anderen Faktoren ab, etwa dem Gehalt an Säure oder der Serviertemperatur. So können halbtrockene Weine bei entsprechend hohem Säuregehalt einen fast trockenen Geschmackseindruck hinterlassen, bei niedrigen Säurewerten schmecken sie teilweise deutlich süß.
Manche Rieslinge können wegen ihrer hohen Säure noch mit einer Restsüße von fast 20 Gramm je Liter als trocken empfunden werden.
Bei Schaumweinen mit ihrer Kohlensäure gelten daher auch andere Grenzwerte als bei Wein: Halbtrocken (demi sec, medium dry) ist hier die Bezeichnung für Produkte mit einem Restzuckergehalt zwischen 33 und 50 Gramm je Liter

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