Dies bestätigte der Hotelier aus Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) der dpa. Er habe bei Slow Food nichts mehr zu sagen und werde auch bei der nächsten Versammlung nicht mehr für ein Vorstandsamt kandidieren. «Es steht schon lange fest, dass ich nach fünf Jahren im Vorstand nicht mehr weitermachen wollte. Ich habe allen Grund zu sagen, es reicht jetzt», sagte Geisel, der seit drei Jahren deutscher Slow Food-Chef war.
Die Amtszeit von Geisel und zwei weiterer Vorstandsmitglieder war satzungsgemäß ausgelaufen, nachdem Slow Food keine Mitglieder- oder Delegiertenversammlung mit Neuwahlen organisiert hatte. Grund dafür sei, dass die im Juni in Fulda beschlossene neue Satzung - mit einem umstrittenen Delegiertensystem - wegen Widersprüchen bisher noch nicht ins Vereinsregister eingetragen worden ist.
«Mein Traum war, meine Amtszeit mit der Neuordnung abzuschließen, denn ich halte nichts von zementierten Posten», sagte Geisel. In den vergangenen Monaten sah er sich heftigen Auseinandersetzungen um die Satzungsänderung ausgesetzt.
An seiner Stelle führen jetzt die noch bis Juni 2010 gewählten Roman Lenz, Professor an der Fachhochschule Nürtingen (Kreis Esslingen), und Schatzmeisterin Silke Schneider (Berlin) die Vereinigung.
Unter Geisels Ägide expandierte Slow Food stark. Die Mitgliederzahl verdoppelte sich auf 9600, drei Mal organisierte er die Messe Slow Food in Stuttgart mit bis zu 70 000 Besuchern. Zudem installierte er in Ludwigsburg die Geschäftsstelle der Vereinigung.
Der Bad Mergentheimer Gastronom, Deutschlands einziger vereidigter Weinsachverständiger, ist auch Mitglied der Deutschen Akademie für Kulinaristik und der «Grand Jury Européen» sowie Initiator des Studiengangs «Food Management & Kulinaristik» der Berufsakademie Mosbach (Rhein-Neckar-Kreis), bei dem Studierende Fachwissen zur Lebensmittelproduktion, Handel und Ernährung pauken.
Weinkenner und Gastronom Geisel wird zukünftig eine stärkere Rolle in der Redaktion des Gault-Millau-Weinführers spielen.
Die sachlich eben definitiv nicht richtige SF-Presseerklärung (wofür Sie, lieber Niko, natürlich nichts können) ist nicht das Resultat einer Situation, wo "bei SF derzeit die rechte Hand nicht weiß, was die linke so macht...", sondern allein eines (sich offenbar leider weiter fortsetzenden) Versagens des (verbliebenen Rumpf-)Vorstandes; denn er allein ist schließlich für die erwähnte Presseerklärung verantwortlich.
Ich finde das als SF-Mitglied sehr bedauerlich, weil ich befürchte, dass das Ansehen von SF darunter leidet, was keiner wollen kann. Leider zeichnet sich nicht ab, dass die beiden verbliebenen VS-Mitglieder unverzüäglich die notwendigen Schritte zur möglichst baldigen Überwindung der jetzigen Situation ergreifen. Bis heute sind übrigens die Mitglieder vom SFD-Vorstand nicht direkt von der kritischen Situation informiert. Vielleicht spielt da auch eine Rolle, dass man zur Gesichtswahrung eine schiefe Darstellung gegenüber der Öffentlichkeit gewählt hat, die man wiederum gegenüber den Mitgliedern nicht so ohne weiteres verwenden kann.
Gruß - Jörn
...immer wieder gerne zu den sachlichen Informationen. In der offiziellen! Presseerklärung von slow food heisst es:
"Für den Vorsitzenden Otto Geisel, seine Stellvertreterin Marianne Wager und der Beisitzerin Dinah Epperlein endete jetzt die satzungsmäßige Amtszeit, ohne dass es bisher zu einer Mitglieder- oder Delegiertenversammlung mit Vorstandsneuwahlen kommen konnte. Der Grund: Das zuständige Amtsgericht in Münster sah sich wegen Bearbeitungsstaus nicht in der Lage, über die Eintragung einer neuen Satzung zu befinden, über die im Juni 2009 von der letzten ordentlichen Mitgliederversammlung abgestimmt worden war."
Ihre Auffassung bestätigt nur, das bei SF derzeit die rechte Hand nicht weiß, was die linke so macht...
Grüße, Niko
Es ist hier sicher NICHT der Ort, die komplizierte Situation im und um den SF-Vorstand zu diskutieren. Deshalb nur eine kurze Richtigstellung der schlichten Fakten: Die eingangs gegebene Information
"Die Amtszeit von Geisel und zwei weiterer Vorstandsmitglieder war satzungsgemäß ausgelaufen, nachdem Slow Food keine Mitglieder- oder Delegiertenversammlung mit Neuwahlen organisiert hatte. Grund dafür sei, dass die im Juni in Fulda beschlossene neue Satzung - mit einem umstrittenen Delegiertensystem - wegen Widersprüchen bisher noch nicht ins Vereinsregister eingetragen worden ist."
ist in zweierlei Hinsicht nicht richtig:
a) Die Amtszeit läuft nach § 7 Nr. 4 der SF-Satzung keineswegs einfach aus; denn "Die Amtszeit dauert bis zur Neuwahl des Vorstandes." Es handelt sich also um einen Rücktritt der genannten Personen.
b)Ist davon auszugehen, dass überhaupt (noch) keine neue Satzung beschlossen worden ist, da entweder wegen einer groben Fehlinformation direkt vor der Abstimmung diese komplett ungültig sein dürfte oder (wenn man hypothetisch mal annimmt, die Fehlinformation sei keine gewesen) die notwendige 2/3 Mehrheit nicht erreicht worden ist.
Bei allem Hin und Her sollten doch wenigstens die sachlichen Informationen stimmen.
Schade das gute Ideen und vor allem die Persönlichen Einsätze einiger motivierter Gastronomen wie Herrn Geisel und anderer Mitglieder der Slow Food Deutschland an solchen Kleinigkeiten wie Wiedersprüchen in einer Satzung scheitern. Warscheinlich bekam der eine oder andere nicht sein Recht. Es ist schwer jedem Gerecht zu werden. Mit einander Reden hilft, aber wer kann noch zuhören oder zurück stecken. Dem neuen Vorstand alles gute und viel Kraft. Bis Juni ist es nicht mehr weit, also immer Hart am Wind bleiben und an die Sache denken, nicht an sich.
Steen Hinz
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