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 Niko

Grosse Gewächse 2008: Nahe (4)

Niko
 unter 
Kommentare 2
04. September 2009

Die Großen Gewächse der Nahe blieben 2008 unter meinen Erwartungen, der Nahe fehlt in dem Jahrgang überwiegend die animierende Säure. Tim Fröhlich weit vorn, Schlossgut Diel enttäuschend

JOHANNISBERG Prinz Salm: rund, schöne Säure, harmonischer Speisenbegleiter 89

BERG Prinz Salm: finessenreiche Frucht, Harmonie 89-90

KAPELLENBERG Kruger-Rumpf: spitze Säure, schnell weg 88

DAUTENPFLÄNZER Kruger-Rumpf: schöne Frucht und Säure 88-89

PITTERSBERG Kruger-Rumpf: gelbe Frucht, Säure 88

PITTERMÄNNCHEN, Schlossgut Diel: Pfirsichkern, gelbe Frucht, Bitterkeit 88

SCHLOSSBERG, Schlossgut Diel: dunkle Würze, Kerne, 88

GOLDLOCH, Schlossgut Diel: dunkler Klang, Pfirsich, Struktur 88-89

BURGBERG Schlossgut Diel: ein Hauch von Burgund, gelbe Früchte 89 (längst nicht die Klasse von 2007)

DELLCHEN H. Dönnhoff: fein, klar, animierend, Limette, 89-90

STEINBERG Gutsverwaltung Niederhausen-Schlossböckelheim: harmonisch und rund 89

KERTZ Gutsverwaltung Niederhausen-Schlossböckelheim: feine, harmonische Angelegenheit 89+

HERMANNSHÖHLE H. Dönnhoff: burgundisch, gelbe Frucht, Dichte 90-91

KUPFERGRUBE Gutsverwaltung Niederhausen-Schlossböckelheim: bitter, 88

KUPFERGRUBE Schäfer-Fröhlich: kleiner Böckser, verhaltene Frucht, 88+

FELSENBERG Schäfer-Fröhlich: ja, da ist endlich die Säure, geschliffene Frucht, 90+

FELSENECK Schäfer-Fröhlich: schöne geschliffene Bittertöne, ganz klar, 89-90

FRÜHLINGSPLÄTZCHEN Emrich-Schönleber: glatt und harmonisch, schönes Säureschwänzchen 89+

HALENBERG Emrich-Schönleber: rund, gelbe Frucht, Kerne, sauber 90

HALENBERG Schäfer-Fröhlich: gelbe Frucht, dicht, geschliffene Würze, vielschichtig 90-91+ (einer der besten Weine der gesammten Verkostung)

Der Jahrgang 2008 der Großen Gewächse

 
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Niko .

Freitag, 04-09-09 20:10

ja, das ist mir in diesem Jahr selbst extrem aufgefallen, die WEine liegen durchaus sehr eng zusammen, mehr als in den Vorjahren.
Ich habe dafür mehrere Erklärungen:
- der Jahrgang scheint sehr homogen zu sein, nicht so wie 2006, als es extreme Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen gab.
- der VDP gibt sich selbst ein enges Korsett, wie die großen gewächse sensorisch zu sein haben und in welchem Zucker- und Säure-Rahmen sie sein sollen. Da bleibt nicht so unendlich viel Spielraum für den Winzer, ähnlich auch wie bei Carnuntum Rubin oder Pannobile.
- In den ersten Jahren gab es mehr Ausreißer, weil viele VDP-Winzer noch "lernen" mussten, inzwischen haben die meisten ihre Hausaufgaben gemacht oder stellen ihre Weine nicht an, wenn sie selbst nicht überzeugt sind.

Aber ein "unangreifbares Niveau" haben die Weine natürlich nicht, es gibt ja auch Verkoster, die sehen die Weine viel weiter auseinander.
Man kann es auch positiv sehen: die GG werden langsam eine Klasse für sich, ein eigenes Branding, bei denen der Verbraucher eine sehr hohe Garantie hat, das wo 1. Gewächs draufsteht, zumeist auch 1. Sahne drin ist.
Und okay, Fröhlich ist vorn, aber vielleicht nicht unbedingt weit vorn.
Grüße, Niko

 

Helmut Ujen

Freitag, 04-09-09 19:08

Ich verstehe die Relation von Bewertung und Kurzkommentar nicht ganz. Wie schon bei Teil 3 (Rheingau), sind die Bewertungen sehr eng , für meinen geschmack zu eng, beieinander.
Wie kann da z.B. "Fröhlich weit vorn" sein, wenn dessen Weine bestenfalls 1-2 Punkte vor den anderen liegen?
Und warum hat ein Wein mit "spitzer Säure", der "schnell weg" ist, trotzdem 88 Punkte, ebenso einer mit Böckser oder der mit "Bitterkeit" ? Andererseits ist der harmonische mit der geschliffenen Frucht gerade mal einen Punkt besser bewertet.
Der Trend zur "oberen Mitte" in den Bewertungen zahlreicher Verkostungspublikationen fällt mir schon lange auf und kommt mir zunehmend wenig hilfreich und mutlos vor.
Oder sind die Weine wirklich auf so einem gleichmäßig hohen, gleichsam unangreifbaren Niveau, dass man seine Kritik nur noch mit "nicht bewertungsrelevanten" Worten (aus der Rubrik: nice to have) zum Ausdruck bringen kann?

 
 

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