In Deutschland werden bereits die ersten Weintrauben geerntet: Pfälzer Winzer knipsten am Mittwoch in Neustadt an der Weinstraße die ersten Trauben für den Federweißen von den Rebstöcken, wie Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut (DWI) berichtete. «Das ist ungewöhnlich früh. Aber je früher man auf den Markt kommt, desto besser ist man aufgestellt», sagte der Experte.
Winzer aus Südeuropa drängten bereits seit einigen Tagen mit ihrem Federweißen auf den Markt. Hierzulande können Liebhaber die ersten Tropfen des süßen Getränks in rund fünf Tagen genießen. Den Beginn der deutschlandweiten Hauptlese erwartet Büscher in vier Wochen.
«Die Winzer hoffen jetzt noch mal auf schönes, trockenes Wetter», sagte Büscher. Er rechnet mit einem bundesweiten Ertrag von rund neun Millionen Hektolitern Wein. «Wir liegen im Durchschnitt der letzten zehn Jahre», sagte er. Wegen des kühlen Frühjahrs hätten die Weinstöcke erst spät ausgetrieben, der Sommer habe aber geholfen. «Der heiße Juli hat dafür gesorgt, dass die Reben wieder aufgeholt haben.» Der Regen im August habe Wasser und Nährstoffe gebracht.
Für die Pfalz erwartet der DWI-Sprecher hingegen weitaus weniger Ertrag als sonst. Schuld seien die heftigen Sturmschäden in der Region. Unwetter hatten dort im Juni eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Die Schäden für Landwirte und Winzer gingen laut damaligen Schätzungen in die Millionenhöhe. Auf manchen Weinbergen hatten Totausfälle gedroht. Der starke Hagel habe in der Pfalz rund 1000 Hektar Anbaufläche fast komplett zerstört, sagte Büscher. Windböen hätten zudem viele Reben der Sorte «Dornfelder» abgeknickt.
Zum Beginn der diesjährigen Weinlese pflückten Erntehelfer Trauben der Sorte «Solaris». «Die ist früh reif und eignet sich für die Federweißenproduktion gut», resümierte Büscher. Die Früchte werden direkt nach der Lese gekeltert. Der Saft muss in Fässern mehrere Tage gären, so dass er sich «auf halbem Weg zwischen Most und Wein» befinde, sagte Büscher. Dann habe er genau die richtige Süße und die richtige Menge Alkohol.
Der milchig-weiße Wein schmeckt zunächst sehr süß, wie prickelnder Traubensaft. Bekannt ist Federweißer auch als «Rauscher» oder «Bizzler». Mit fortschreitender Gärung wird der Wein herber. dpa
Die Zeit des Federweißen ist auch die schönste Zeit, um die Pfalz als Tourist genussvoll zu entdecken. Besonders intensiv kann man die traumhafte, bunte Herbstlandschaft der Pfalz mit dem Rad und beim Wandern erleben und genießen.Mit etwas Glück findet man sogar eine Weinstube, die nicht nur "Neuen Wein" und "Zwiebelkuchen" anbietet, sondern sogar "Keschde" - für Nichtpfälzer "Esskastanien".
genussradeln-pfalz lädt auch zu dieser Zeit zu ein- und mehrtägigen Genießer-Radtouren mit netten geselligen Menschen in kleinen Gruppen ein. Bei mehrtägigen Arrangements werden Weine bei ausgewählten Winzern und urigen Weinstuben probiert. Spezielle Arrangements für geschlossene Gruppen.
Wer das Wandern bevorzugt, findet bei pfalz-aktiv-tours entsprechende Angebote.
genussradeln-pfalz, 67482 Venningen, Tel. 06323 6209, www.genussradeln-pfalz.de
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