Restaurants:
1 Nach dem spanischen Jahrzehnt kommt jetzt das nordische. Köche, Produkte und Techniken aus Dänemark, Finnland und Schweden erobern die Küchen.
2 Nicht mehr das Restaurant an sich ist gefragt, sondern lebendige kulinarische Orte: Locations mit Bar, Lounge und Shop, spontan und schnell. Dazu gehört auch das Revival des Picknicks und regionale Events wie Essen auf dem Bauernhof.
3 Steifes Gourmet-Theater mit Maitre und Sommeliers, die den Gast belehren wollen, sind out. Megaout.
4 Die Molekular-Küche war ein Intermezzo. Aus und vorbei. Interessant sind nur noch Küchen mit einem Mix aus 20 bis 30 Prozent molekularen Einsprengseln.
5 Eine Hauptrichtung bleibt weiterhin Asia-Food, mit Focus auf Japan und China und speziellen Zeremonien, die auch Tee und Kräuter mit einbeziehen.
6 Amerikanische Köche sind im Kommen. Sie schaffen es, Werte wie Healtyness und Nachhaltigkeit, wie Wellness und Bio (Lohas) einem größeren Publikum näher zu bringen.
Wein:
1 Die Klimaverschiebung ist allgegenwärtig. Die Winzer haben begonnen, ihre Arbeit und das Rebmaterial umzustellen und sie bewirtschaften verstärkt höher gelegene Lagen. Die traditionelle Weinlandschaft verschiebt sich aber weder heute noch morgen nach Norden.
2 Riesling war vor über 100 Jahren ein globaler Trend und teuer wie Bordeaux. Heute interessiert sich für Riesling nur die deutschsprachige Welt, ein wenig auch Skandinavien und Asien. Der Focus verschiebt sich weiter auf Biodynamie und Spätburgunder.
3 Bordeaux steht nur noch im Museum. Wie Picasso und van Gogh.
4 Champagner kommt wieder. Und zwar deutlich preiswerter. Auch die Luxus-Cuvees und Rose-Champagner werden wieder erschwinglich, mit dem Kauf abwarten!
5 Asien macht seinen eigenen Wein. Der ist deutlich fruchtiger, also femininer als die europäische Variante. China und Indien produzieren ihren Bedarf selbst, der Import von Wein wird dort drastisch sinken.
6 Der Umgang mit Wein wird noch lockerer und entspannter. Auch in der gehobenen Klasse: Noch mehr Schraubverschluss, noch mehr Bags and Boxes. Und natürlich weniger Alkohol!
Fazit:
Die Genießer der Zukunft haben mehr Spaß am Leben und legen weniger Wert auf Belehrung - sei es durch abgehobene Maitre oder (Print-) Medien.
Zu den Weinen des Jahres
Mehr Koch-Trends
Die Restaurants und Hotels 2009
So ist es, seit Jahren mache ich als Journalist nichts anderes: „ich fasse ein wenig zusammen“.
Für alle, die sich mit dem Thema intensiver beschäftigen wollen, hier ein paar Tipps:
1 Klima Quelle: die Jahresberichte von DWI, VDP und ÖWM, Erfahrungsberichte hunderter Winzer weltweit
2 Riesling Quelle: DWI, VDP und Weinexperte Arend Heijbroek, Senior Analyst Food & Agribusiness der Rabobank in Utrecht im Pressegespräch am 4. Februar 2009 im Hafen Club Hamburg
3 Bordeaux Quelle: die rumänische Putzfrau Alina von meinem Freund D., der einen großen Bordeaux-Keller sein Eigen nennt
4 Champagner Quelle: Börsenguru Andre Kostolany. Zitat: „Einer Straßenbahn und einer Aktie darf man nie nachlaufen. Nur Geduld: Die nächste kommt mit Sicherheit.“
5 Asien Quelle: Weinexperte Arend Heijbroek, Senior Analyst Food & Agribusiness der Rabobank in Utrecht im Pressegespräch am 4. Februar 2009 im Hafen Club Hamburg
http://2big.at/yuk
6 Wein & Spaß Quelle: Lebenserfahrung ist unbezahlbar, holt sie euch, wo ihr könnt!
Grüße, Niko
Gehasst oder Vergöttert?
Sehr geehrter Herr Rechenberg,
der erste Teil bezüglich 6 Trends zur Gastronomie ist ja noch ganz unterhaltsam. Sie fassen eigentlich das letzte Jahr ein wenig zusammen. Ein wenig Gonzo, ein wenig Abgesang auf die Molekular Küche, der allgemein bekannte Asia Trend und seine Beständigkeit und die Anpreisung amerikanischen Köche, die durch ihren "Cross over" uns allen massenhaft in der Top Gastronomie begegnen werden.
Soweit so gut und unaufgeregt...
Doch bei den Thesen zum Thema konnte ich mir ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen, hatte ich doch schon vor einer Woche genau dieselben in anderer Verpackung gelesen, nämlich von Mario Scheuermann unter "Weintrends für die nächsten 10 Jahre" auf http://drinktank.blogg.de/ !
Natürlich haben sie die Thesen ein wenig linguistisch "aufgepeppt" und damit es final nicht gleich auffällt die Nummerierung verändert, jedoch inhaltlich und intensionstechnisch genau die gleiche Botschaft übermittelt.
Abschreiben? Gedankenklau? Bei Mario Scheuermann!? Ich kann mich noch dunkel an einen offenen Brief auf diesem Portal hier erinnern...
Na ja, in der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot...
Ihnen nachträglich ein schönes neues Jahr und ein paar mehr eigene Geistesblitze...
Gruß
Philipp Erik Breitenfeld
alias Der Direttore
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