Auf der Mainzer Weinbörse 2010 des VDP stellten 161 Weingüter aus zwölf deutschen Weinregionen 1306 Weine vor. Mit 734 Weinen (fast 60 Prozent) nahm der Riesling die Spitzenstellung ein. Gefolgt von den Rebsorten Weißer Burgunder (103 Weine) und Silvaner (65 Weine). Bei den Rotweinen steht der Spätburgunder ganz vorn - 153 Weine dieser Sorte konnten in der Rheingoldhalle probiert werden.
Hier eine Auswahl von Weingütern, deren jeweils trockene Rieslinge 2009 ich auf einem Rundgang am 25. April verkostete und die für mich daher exemplarisch für den Jahrgang 2009 stehen.
Aus dieser Verkostung von über 60 trockenen Rieslingen erlaube ich mir ein erstes Fazit des VDP-Jahrgangs 2009: Es ist der schönste Riesling-Jahrgang, den ich in den vergangenen 10 Jahren verkosten konnte. Äußerst fein und elegant mit brillanten und kristallinen Rieslingen - strahlend und schwebend.
Mosel
Von Othegraven: Schmelz und Eleganz
Van Volxem: strahlende Würze, die Weine werden immer trockener. Und das ist auch gut so
Karthäuserhof: kalter Stahl, braucht Zeit
Clemens Busch: gelbe Würze, fein und zart
Sankt Urbans-Hof: klar, rein, kristallin
Nahe
Schäfer-Fröhlich: tanzende Weine, sehr klar und beschwingt
Tesch: klare Würze, kristallin, stahlig und zart zugleich
Prinz Salm: angenehm würzig und klar
Rheinhessen
St. Antony: kristallin, strahlende Würze
Heyl zu Herrnsheim: stahlige Säure
Battenfeld-Spanier: mystische Raffinesse und Feinheit
Wittmann: strahlend zupackend, klar und direkt
Rheingau
Peter Jakob Kühn: reine Schönheit
Leitz: klar, griffig, superb
Langwerth von Simmern: klare und feine Frucht
Spreitzer: strahlend und würzig (Blüten)
Pfalz
Bürklin-Wolf: klare, klingende Würze, nicht so extrem intensiv wie 08
Christmann: Strahlend
Rebholz: klare Reinheit
Besonders van Volxem und Bürklin-Wolf zeigen für mich exemplarisch, wohin die Reise geht: Weg von barocker Würze, dafür deutliche Gewichtung auf die Finesse. Oder: weg von reintöniger Frucht, hin zu Boden und Lage im Glas.
2009 bringt raffinierte und hell klingende Rieslinge. Die Säure ist besser eingebunden als 2008 - also perfekter Trinkspaß!
Und wir können auf fantastische Große Gewächse aus dem 09er Jahrgang hoffen.
Der VDP feiert in den Berliner Galerien
Übrigens, noch eine Erinnerung an den Ball des Weines am Vortag:
Ich hatte das Vergnügen, im Casino Vinophil das Wein Black-Jack zu spielen, ein toller Spaß. Dabei verkostet der Gast einen Wein blind im schwarzen Glas und muss seinen Einsatz in Form von Chips auf Trocken oder Süß, auf jung oder alt, teuer oder preiswert setzen. Sommelier-Croupier Axel Biesler hielt es spannend, indem er Grenzwerte vorgab, die es nicht zu leicht machten: Ein spannendes Erlebnis mit spritzigen Erkenntnissen und fröhlichen Selbsterkenntnissen! www.casino-vinophil.de
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