1. Was charakterisiert in Ihren Augen einen Genießer? Jemand der sich mit den Dingen auseinandersetzt und beschäftigt. Genus besteht auch aus Erfahrung.
2. Warum sind Sie Winzer bzw. wie sind Sie zum Wein gekommen? Ich bin Quereinsteiger - es war eine Mischung aus Zufall und Entwicklung. Mein Vater ist der Mitbegründer des 1. Sommelier Clubs in Österreich. Der elterliche Betrieb ist an meinem Bruder gegangen, so war ich frei für neue Herausforderungen. Die Cistercienser Mönche des Stiftes Zwettl waren auf der Suche nach einer Lösung für Schloss Gobelsburg und es hat einfach gepasst!
3. Mit wem würden Sie gern mal über das Thema Wein reden? Ich liebe bei Gesprächen die Auseinandersetzung - gerne mit Robert Parker
4. Mit wem würden Sie am liebsten mal eine Wein-Degustationsprobe machen und wo? Mit Anna Netrebko, Angelika Kirchschlager und Alfred Brendel - die Personen sind mir wichtig, wo es stattfindet ist eigentlich egal - möglichst in einer privaten entspannten Atmosphäre.
5. Ihr Hauptcharakterzug? Introvertiert und tiefenentspannt!
6. Welche ausländischen Weine schätzen Sie besonders und warum? Dies ist für mich keine Frage der Herkunft - eher der Authentizität. Privat trinke ich gerne deutsche Weine und Burgunder.
7. Wie wichtig sind Ihnen internationale Bewertungen und wie wirken sich diese auf das Kaufverhalten aus? Immer unwichtiger - was mit dem guten Weinwissen der Konsumenten zu tun hat. Der eigene Geschmack ist wichtiger als Bewertungen.
8. Ihr Lieblingsgericht? Ein gutes Wiener Schnitzel - Sonntagsgericht
9. Was essen Sie überhaupt nicht? Nieren - obwohl es das Lieblingsgericht meiner Frau ist
10. Was wollten Sie als Kind partout nicht essen? Leber, Hirn, Nieren
11. Was haben Sie als Kind am liebsten gegessen? Reis in allen Variationen
12. Welche regionale Persönlichkeit bewundern Sie am meisten? Josef Jamek und Abt Pater Bertrand - Pioniere des klassisch trockenen österreichischen Weißweins
13. Welche regionale Spezialität mögen Sie am liebsten? Grammelknödel mit Sauerkraut
14. Ihr Lieblingsrestaurant in der Region? Wirtshaus Schwillinsky
15. Ihr Lieblingsrestaurant außerhalb der Region? Restaurant Emilia Romagna in Rom und Bar Olio in Düsseldorf
16. Wo haben Sie die wichtigsten Erfahrungen mit der Leitung eines Weingutes gemacht? Im Gut Oberstockstall in Kirchberg am Wagram
17. Wo sehen Sie persönlich den Schwerpunkt Ihrer Arbeit - im Weinberg, im Keller oder im Verkauf? Wir sehen uns als große Weingärtner. Alle Ebenen müssen funktionieren. Ich muss eine bestmögliche Balance herstellen.
18. Welchen Winzer bewundern Sie am meisten? Aubert de Villaine für seine Bescheidenheit
19. Wie wichtig sehen Sie die Rolle der ambitionierten Sommeliers und des Weinfachhandel? Enorm wichtig! Sie sind Kompetenzträger in Sachen Wein und erreichen viele Konsumenten.
20. Wie wird sich Ihr Weingut perspektivisch aufstellen? Das wichtigste Ziel ist die Arbeit am Ausbau und der Fertigung des Herkunftsgedankens in Österreich. Wichtigster Aspekt dabei ist die Etablierung der Lagenklassifizierung des Donauraums.
21. Ihr größter Fehler? Unentschlossenheit
22. Welches Land würden Sie gern mal 4 Wochen bereisen und die jeweiligen Spezialitäten, die Küche und die Leute kennen lernen? Frankreich und Argentinien
23. Ihr Lieblingsurlaubsland? Malediven - einer der wenigen Orte wo man dem Zwang von Internet und email noch auskommt und einfach nur lesen kann.
24. Ihr Lieblingsgetränk? Madeira und Pils-Bier
25. Champagner genieße ich am liebsten: Meinen eigenen "Champagner" - eigentlich geht dies immer
26. Ihre heimliche Leidenschaft? Musik - ich spiele Klavier und habe eine eigene Uhrenwerkstatt!
27. Ihre Lieblingsbeschäftigung? Lesen
28. Welches Buch haben Sie als letztes gelesen? Die Wasserfälle von Slunj - von Heimito von Doderer
29. Welches ist Ihre Lieblings-Rebsorte und welche Rebsorte würden Sie gern mal anbauen? Riesling - Gelber Traminer würde ich gern mal anbauen
30. Welches ist Ihr Lieblingsfilm? Tollkühne Männer in ihren fliegenden Kisten
31. Was schätzen Sie an Ihren Freunden am meisten? Wenn man sich lange nicht gesehen hat - alles gleich wieder so wie früher ist
32. Wie definieren Sie ökologischen Weinbau und wie setzen Sie diesen um? Entscheidend ist die Nachhaltigkeit! Nach bestem Wissen und Gewissen das Beste für die Weingärten zu tun.
33. Was ist Ihrer Meinung nach die schlimmste Fehlentwicklung im internationalen Weinbau? Den Einzug der Gentechnologie in den Weinbau
34. Mit wem würden Sie gern mal eine Nacht im Weinberg verbringen? Mit meiner Frau
Interview mit Winzer Markus Schneider
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