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22. Januar 2010

1000 Mal das perfekte Dinner von Vox

Kulinarisches Kino: Heute, Freitag, den 22. Januar 2010, zeigt Vox die 1000. Folge der Kochshow Das perfekte Dinner. Eine Bilanz

Ein rundes Jubliäum: Heute um 19 Uhr zeigt Vox die 1000. Folge der Kochshow «Das perfekte Dinner». 2007 gewann das Format den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie «Beste Kochshow». Zum Jubiläum stellen sich in dieser Woche noch einmal die ersten Dinner-Teilnehmer in Köln an den Herd.

Vier Jahre sind vergangen, seit sich Natascha (43), Ulrich (46), Manfred (58), Katrin (32) und Eick (38) zum ersten Mal trafen. Damals wussten sie noch nicht genau, was sie erwartet. Sie waren so etwas wie die TV-Versuchskaninchen, der Privatsender Vox wollte ein neues Format ausprobieren. Die Regeln waren simpel: Fünf Teilnehmer kochen an jeweils einem Abend für die Runde ein Drei-Gänge-Menü in ihren eigenen vier Wänden. Wer für seine Kochkünste und Gastgeberqualitäten am Ende am meisten Punkte absahnt, gewinnt 1500 Euro.

Die englische Sendung «Come Dine With Me» diente als Vorbild. Zu seinen besten Zeiten hatte «Das perfekte Dinner» 3,5 Millionen Zuschauer (Marktanteil 14 Prozent), jetzt sind es noch 2 Millionen. Das Format löste ab 2006 eine Welle an weiteren Koch-Shows im deutschen Fernsehen aus. Bis dahin gab es vor allem Bioleks «Alfredissimo!».

Weshalb die Sendung so erfolgreich wurde, ist dem Sender selbst nicht ganz klar: Vox-Chefredakteur Kai Sturm bezeichnet das Konzept als «Überraschungserfolg», die Quoten als «ungeahnt». Warum die Quoten nun schon seit einiger Zeit rückläufig sind, kann Vox auch nicht sagen: «Wenn wir es wüssten, würden wir es ja direkt umsetzen», meint eine Sprecherin.

Katrin, Dinner-Teilnehmerin der ersten Stunde, ist Eventmanagerin und wohnt mittlerweile gar nicht mehr in Köln. Die 32-Jährige ist nach München gezogen und im Moment in Elternzeit. Für die Jubiläumssendung ist sie extra eingeflogen. Den Rest der Runde bewirtet sie einer Wohnung von alten Freunden. «Die Show hat uns zusammengeschweißt», sagt sie.

«Natürlich geht es nicht nur ums Kochen, sondern auch um die Menschen und deren Wohnungen», erläutert die Vox-Sprecherin. Zwischen den Gängen inspizieren die Gäste gewohnheitsgemäß die Wohnung des Gastgebers, schauen in Schränke, wühlen in Foto-Alben und kommentieren die Einrichtung. Eine Portion Schadenfreude gibt es zum Drei-Gänge-Menü mit dazu.

Kommunikationsberater Eick hat vor vier Jahren das erste «perfekte Dinner» gewonnen. Jetzt verspürt er Erfolgsdruck und lädt zum «Pinocchio-Abend» ein. Als Hauptspeise serviert er «Chinesisches Toilettenhuhn». Damit toppt er aber noch lange nicht das ungewöhnlichste Gericht der Sendung: Ein Teilnehmer aus Köln servierte einmal eine afrikanische Spezialität - gebratene schwarze Raupen.

Das war dann fast schon wie im Dschungelcamp. Teilnehmer Benjamin Craig kochte Krokodilfleisch, und Holger aus Mannheim drapierte sein Dessert auf einem nackten Männerkörper. Insgesamt haben übrigens mehr Männer als Frauen gewonnen. (Nora Gantenbrink, dpa)