15. September 2009

Abu Dhabi löst Moskau als teuerste Hotelstadt ab

Moskau ist nicht länger die Großstadt mit den weltweit höchsten Hotelpreisen: Abu Dhabi am Persischen Golf hat der russischen Hauptstadt den Rang abgelaufen

Das ist ein Ergebnis des neuen Hotel Price Index (HPI) des Reiseportals Hotels.com, der auf den tatsächlich gezahlten Preisen in etwa 78 000 Hotels beruht. Wie die Studie weiter ergab, sind im ersten Halbjahr 2009 die Hotelpreise rund um den Globus auf breiter Front gesunken - im Schnitt um 17 Prozent. Neben der Wirtschaftskrise habe dazu seit April auch die Schweinegrippe beigetragen, teilt die Vertretung des Portals in Berlin mit. Die Zimmerpreise erreichten nun den tiefsten Stand seit fünf Jahren.

Für ein Zimmer in Abu Dhabi mussten Kunden im ersten Halbjahr im Schnitt 190 Euro pro Nacht zahlen. Das waren laut dem HPI 7 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2008, doch das reichte für den Sprung an die Spitze der Hotelstädte-Liste. Denn Moskau, im Vorjahr noch mit 269 Euro pro Zimmer und Nacht ganz oben, erlebte einen Einbruch um 39 Prozent auf nun durchschnittlich 164 Euro. Damit musste die Stadt an der Moskwa auch Monte Carlo (178 Euro) und Genf (171 Euro) an sich vorbeiziehen lassen. Auf Platz fünf landete New York (139 Euro). Die einzige Stadt auf der Top-Ten-Liste, die im ersten Halbjahr steigende Hotelpreise erlebte, war Rio de Janeiro, wo Geschäftsreisende und Touristen 135 Euro pro Zimmer zahlten, 17 Prozent mehr als 2008.

Dass der Preisrückgang in Abu Dhabi weniger stark als in anderen Großstädten ausfiel, erklären die Experten unter anderen mit der relativ geringen Zahl an Hotelzimmern in der Stadt sowie mit mehreren wichtigen Konferenzen, die von Januar bis März dort stattfanden. Abu Dhabis Nachbar Dubai dagegen habe im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 einen Preissturz um 23 Prozent erlebt - dort wurden nun im Schnitt 133 Euro pro Zimmer und Nacht gezahlt. Die Verbindung von einer Rezession und einem Überangebot an Hotelzimmern habe dazu geführt, dass Dubai «seinem eigenen Erfolg zum Opfer» gefallen sei.

Das Land mit den teuersten Hotels in Europa bleibt laut dem HPI die Schweiz, wo die Durchschnittspreise allerdings ebenfalls sanken: um zwölf Prozent auf nun 139 Euro pro Nacht. Die Plätze zwei und drei nehmen Dänemark (119 Euro) und Norwegen (112 Euro) ein. In Österreich (87 Euro) und Deutschland (86 Euro) lagen die Durchschnittspreise im ersten Halbjahr fast gleichauf. Erstmals seit der ersten Erhebung des HPI 2004 seien die Preise in allen Ländern Europas deutlich gesunken.

Laut einer Untersuchung des Portals Trivago, die Anfang September vorgestellt wurde, ziehen die Hotelpreise in Europa jetzt nach dem Sommer allerdings wieder an: Im Vergleich zum August seien die Preise in 50 beliebten Städtereisezielen um durchschnittlich 13 Prozent gestiegen. Sie liegen laut Trivago in Düsseldorf jedoch weiterhin um zehn Prozent unter dem Niveau im September 2008. Anders als beim HPI werden beim Trivago-Index nicht tatsächlich gezahlte Zimmerpreise zugrunde gelegt, sondern die Preisanfragen von 40 000 Nutzern am Tag. dpa