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19. Juli 2009

Ärzte gegen Wahl von Schäufelekönig

Kommunalpolitiker versprechen sich davon einen Werbeeffekt für die Region, Ärzte halten hingegen von der Idee gar nichts: In einem offenen Brief haben sich Medizin-Experten in der Region Hersbruck gegen Pläne für die Wahl eines sogenannten Schäufelekönigs ausgesprochen

Dieser sollte anders als Wein-, Spargel- und Kartoffelköniginnen für die fetttriefende Lieblingsspeise der Franken und damit für die Region werben. Mediziner halten einen zu häufigen Schäufelekonsum, eine Art Schweinebraten aus der Schulter, hingegen für gesundheitsbedenklich. Ein Schäufelekönig eigne sich daher nicht für eine Region, die den Anspruch habe, eine Gesundheitsregion zu sein.

«Die Benennung eines Schäufelekönigs als Werbeträger läuft allen Bemühungen und dem Image der Gesundheitsregion entgegen», betonen der ärztliche Leiter der Psorisol-Hautklinik, Ulrich Amon, und der Internist Otto Wolze in einem veröffentlichten Brief an die örtliche Kommunalpolitiker. Anstatt einer äußerst kalorienreichen Ernährung sollten in Hersbruck gesundheitsorientierte Aktivitäten betont werden, schlagen die Mediziner vor. Auf die Wahl eines Schäufelekönigs sollte daher verzichtet werden, fordern sie. Andernfalls drohe ein Imageschaden für die Region.

Dagegen wandte der Hersbrucker Bürgermeister Wolfgang Plattmeier (SPD) ein: «Jeden Tag Schäufele würde schaden. Aber in vernünftigen Mengen schadet nichts». Der Einfall, einen Schäufelekönig zu krönen, kam Plattmeier und seinem Reichenschwander Kollegen Bruno Schmidt (SPD) auf einer Tourismusmesse. Dort fielen ihnen die verschiedenen Repräsentanten auf, die für ihre regionalen Produkte warben. «Da machten wir uns auf die Suche nach einer Idee, die attraktiv ist und das Bodenständige der Region unterstützt,» berichtete Plattmeier. Die Wahl fiel bald auf das urfränkische Schäufele. «Wenn man die Schwarte wegtut, ist das Fleisch sehr mager», sagte Plattmeier. dpa