AG City: 50 Jahre für Berlin

Die AG City ist in den Themenfeldern Handel, Stadtentwicklung, Business Improvement District (BID), Kultur und Tourismus aktiv  -  in engem Schulterschluss mit Verbänden und Institutionen.

Liebe Frau Aue, wie haben Sie sich eingelebt, sind für Sie in den vergangenen Wochen neue Sichtweisen auf Berlin entstanden?

Die Position macht mir viel Freude und verbindet vieles aus meiner bisherigen beruflichen Laufbahn: Netzwerken, Menschen zusammenbringen, tolle Events veranstalten, sich für Berlin einsetzen. Ich habe viele langjährige Wegbegleiter wieder getroffen, worüber ich mich sehr freue.  Gleichzeitig erhalte ich auch neue Einblicke in Bereiche, mit denen ich bislang nicht so viel zu tun hatte. Das ist super spannend! 
 
Was sind die dringendsten Probleme der Berliner City?

Die zahlreichen Baustellen an diversen Knotenpunkten in der Stadt sind nicht nur für Besucher und Bewohner:innen ein Ärgernis, sie wirken sich auch negativ auf den Handel aus. Ein besonderes Beispiel hierfür ist der Breitscheidplatz und seine Umgebung. Daneben sind aber auch Themen wie Sicherheit, Sauberkeit, überbordende Bürokratie und fehlende Digitalisierung Dauerthemen, die unsere Mitglieder beschäftigen. 
 
Was kann die AG City dagegen tun?

Wir versuchen, auf die Politik einzuwirken, unsere Mitglieder informiert zu halten und gemeinsam mit ihnen für ihre Interessen einzutreten. Zeitgleich kooperieren wir mit anderen Netzwerken, um Kräfte zu bündeln und damit noch mehr Gewicht zu erhalten. Die Probleme sind ja in der Stadt fast überall dieselben. Wir unterstützen unsere Gewerbetreibenden durch Sonderöffnungszeiten und Veranstaltungen, die die Aufenthaltsfrequenz erhöhen. In Zeiten wirtschaftlicher Schieflage und in Anbetracht der geschilderten Beeinträchtigungen durch zahlreiche Baustellen. stellt uns aber auch das vor Herausforderungen.  
 
Wie entkommt Berlin dem Teufelskreis aus weniger Touristen und weniger Verkehr auf dem BER? 

Ich glaube, der BER ist nicht allein verantwortlich zu machen. Natürlich sind seine schlechte Anbindung und die fehlenden Direktverbindungen sowie die Reduzierung der Low Cost Carrier-Angebote ein Problem. Aber auch die wirtschaftlich schwierigen Zeiten und globalen Krisen wirken sich auf den Reiseverkehr aus. Das Auto ist im Hinblick auf die hohen Kraftstoff-Preise nur noch eingeschränkt eine Alternative und die Bahn ist dabei, an ihrer Zuverlässigkeit zu arbeiten. All das beeinflußt den Tourismus. Wir haben mit visitBerlin ein Expertenteam, das weiß, wie unsere Stadt zu vermarkten ist. Ich vertraue  auf die Expertise der Profis und wir als AG City unterstützen visitBerlin nach Kräften.  
 
Wie kann die derzeit herrschende negative Berlin-Stimmung wieder umgedreht werden?

Gute Frage! Da sollten wir alle bei uns selbst anfangen. Wenn wir unsere Stadt schlecht reden, warum sollen Menschen denn dann hierherkommen? Berlin hat so viel zu bieten! Ja, es ist nicht alles perfekt hier, aber wo ist das schon der Fall? Keine andere Stadt hat sich immer wieder so gut neu erfunden wie Berlin. Wir sind alle aufgerufen, die Ärmel hochzukrempeln und unseren Teil dazu beizutragen, die Probleme anzupacken. Berlin und die Menschen, die in dieser Stadt leben, haben es verdient. Bestes Beispiel ist doch wieder die Berliner Weihnachtsbeleuchtung. Allein die Initiative der AG City und ihrer engagierten Partner ist es zu verdanken, dass Berlin zur Weihnachtszeit schöne Bilder um die Welte sendet und eine weihnachtliche Stimmung auf den längsten Boulevard zaubert. Es geht, wenn man will und gemeinsam FÜR etwas einsteht! 
 
Wie werben sie um neue Mitglieder, inzwischen gibt es beispielsweise sehr viele neue Networking Termine?

Ehrlich gesagt sind unsere Mitglieder die besten Multiplikatoren. Wir haben allein in diesem Jahr einen Zuwachs von über 10 Prozent und fast alle neuen Mitglieder, die ich an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich bei uns begrüße, wurden durch Mitglieder empfohlen. Das ist für mich das schönste Kompliment!
 
Was sind die Pläne der AG-City für die Zukunft?

Wir stellen uns aktuell im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit neu auf – neue Website, stärkere Social Media Präsenz und neue, hochwertige Formate mit inhaltlicher Ausrichtung. Dabei nehmen wir wirtschaftliche, politische und kulturelle Themen in den Fokus, um unseren Mitgliedern neben einem fröhlichen Netzwerkabend auch interessante Informationen zu aktuellen Themen zu vermitteln. Das kommt sehr gut an. Darüber hinaus laden wir Start-Ups zu uns ein, die von den Erfahrungen der Mitglieder und dem Netzwerk profitieren können. Das hat sehr erfolgreich begonnen und ist eine schöne Ergänzung des Netzwerks. Auch die aktive Vernetzung fördern wir und bieten damit einen Mehrwert für unsere Mitglieder.

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