Althoff Hotels"Orte, die unsere Gäste zum Träumen bringen"

Kaum eine andere Hotelgruppe im inhabergeführten Luxus-Segment ist derzeit so aktiv auf dem Markt wie die Ihre. Gerade erst haben sie das sensationelle The Florentin in Frankfurt eröffnet, demnächst folgt das Dom Hotel in Köln. Was ist die treibende Kraft, die Vision dahinter?

Thomas Althoff: Wir versuchen uns vorzustellen, was unsere Gäste erwarten, wenn sie an ein neues Althoff Hotel denken. In vielen persönlichen Gesprächen möchten wir herausfinden, was genau es sein könnte, was den Unterschied zum Bestehenden ausmacht. Und das bringen wir mit unserer Vision: „wunderbare Orte der Gastfreundschaft und des Genusses schaffen: Orte, die unsere Gäste zum Träumen bringen“ zusammen.

Mit dem The Florentin in Frankfurt und bald auch mit dem Dom Hotel in Köln verwirklichen wir genau diese Vision. Wir investieren viel Zeit und Leidenschaft, um Orte zu gestalten, an denen Menschen sich wohlfühlen, inspiriert werden und besondere Momente erleben.

Am Ende geht es uns immer darum, etwas zu schaffen, das bleibt. Etwas, das Freude macht. Etwas, das Menschen berührt. Und genau das treibt uns an.

Frank Marrenbach: Mit Projekten wie The Florentin in Frankfurt oder dem Dom Hotel in Köln beleben wir ikonische Standorte neu und schaffen Orte, die über die klassische Hotellerie hinausgehen. Uns geht es darum, Häuser zu gestalten, die eine echte Relevanz für die Stadt und ihre Menschen haben. Mehr denn je zählen heute Authentizität, Charakter und die Ausstrahlung des Ortes – sei es in der Hamburger Speicherstadt, am Tegernsee oder mit Blick auf den Kölner Dom. Deshalb richten wir unseren Fokus künftig noch stärker darauf, die besondere Atmosphäre jedes Standorts spürbar zu machen.

Wie ist das The Florentin gestartet, wie kommt es bei den Frankfurtern und den internationalen Gästen an?

FM: The Florentin hat am 1. Dezember 2025 seine Pforten geöffnet und wir sind dankbar für das wunderschöne Ergebnis, welches wir gemeinsam mit den Eigentümern gestalten durften. Schon in den ersten Wochen konnten wir eine breite mediale Resonanz verzeichnen – sowohl national als auch international. Besonders schön ist, dass vor allem unsere gastronomischen Angebote bei den Frankfurtern hervorragend ankommen: Bereits am Eröffnungswochenende hatte unser Destination Dining the dune eine Warteliste.

TA: Zusätzlich konnten wir auch im Dezember beobachten, dass sich das Haus behutsam in der Stadt verankert. Erste Unternehmen aus Frankfurt und der Region haben beispielsweise ihre Weihnachtsfeiern bei uns ausgerichtet, dies ist ein schöner Hinweis darauf, dass das Hotel seinen Platz im lokalen Leben findet und nicht ausschließlich nur Anlaufpunkt für Reisende ist.

Auch international blicken wir mit Zuversicht beispielsweise auf die Zusammenarbeit mit The Leading Hotels of the World, insbesondere im Hinblick auf unsere Positionierung und die Sichtbarkeit in Fokusmärkten wie USA, UK, VAE und ASIA

FM: Der Grundgedanke unseres Urban Retreats ist dabei für viele Gäste besonders spannend: ein Ort, der sich gleichermaßen an Einheimische wie auch an internationale Leisure- und Business-Reisende richtet.

Welche Erwartungen setzen sie ins DOM Hotel Köln, welche Platzierung im Markt sehen Sie? Wird es dort ein Gourmetrestaurant geben?

TA: Das Domhotel ist eines der ältesten Grandhotels der Welt: bereits 1751 wurde der Vorläufer unseres heutigen Hotels an dieser Stelle eröffnet. Und deshalb erzählt das Hotel eine lange und interessante Geschichte, die einmalig ist. Dieses besondere Erbe dürfen wir nun behutsam weiterführen, und das erfüllt uns mit großer Freude und ebenso großer Verantwortung.

Mit dem Dom Hotel, ein Ort der Eleganz und Wärme ausstrahlt, möchten wir, dass sich unseren Gästen wie bei Freunden zuhause fühlen. Fünf Sterne bedeuten für uns nicht nur Exzellenz im Service, sondern vor allem aufmerksame Gastlichkeit: das Gefühl, gesehen zu werden, ohne je aufdringlich zu sein. Wir wünschen uns, dass unsere Gäste die Ruhe, die Kultur und die unverwechselbare Atmosphäre dieses historischen Ortes mit jedem Schritt spüren.

FM: Dadurch ist das Dom Hotel nicht nur ein Hotel für Übernachtungsgäste aus aller Welt, sondern auch ein Ort, der für die Kölner selbst eine besondere Bedeutung hat. Viele Menschen aus Köln und dem Rheinland verbinden mit dem Haus emotionale Erinnerungen – sei es beim täglichen Vorbeigehen oder beim Kaffee-und-Kuchen-Besuch mit den Großeltern.

TA: Kulinarik gehört für uns zum Kern der Marke – und wird auch hier eine zentrale Rolle spielen. Geplant sind zwei eigenständige gastronomische Konzepte, beide mit einem beeindruckenden Blick auf den Dom. Ergänzend dazu wird es eine exklusive Skybar geben, als besonderer Ort für Köln: für den Aperitif, für Abende mit Freunden, für besondere Momente. Zu Details möchte ich noch nicht zu viel vorwegnehmen, aber unser Ziel ist klar: Angebote zu schaffen, die nicht „nur“ für Gäste im Haus gedacht sind, sondern ebenfalls für Kölnerinnen und Kölner stimmig sind, authentisch zur Stadt passen und Lust zum verweilen machen.

Die Verjüngung bei den Althoff Hotels sticht hervor, nicht nur bei neuen GMs wie Boris Messmer im The Florentin, sondern vor allem bei den Küchenchefs der Gourmet-Restaurants. Dennis Kuckuck hat im Vendome Altmeister Joachim Wissler abgelöst, in der Überfahrt steht die junge Cornelia Fischer am Herd und im The Dune trumpft der jüngste Chef Niclas Nußbaumer unbeschwert auf. Wie gestaltet sich dieser Generationen-Wechsel bei Althoff?

FM: Der Generationenwechsel ist für uns ein natürlicher und zugleich richtungsweisender Prozess – unabhängig davon, um welche Position innerhalb der Althoff Hotels es geht. Wir gestalten diesen Wandel bewusst, aber ohne starre Vorgaben. Entscheidend ist, welche Persönlichkeit und Vision zu einem Haus oder Konzept passt – nicht das Alter, sondern Haltung, Können und Authentizität zählen. Besonders spannend ist die Dynamik, die derzeit in der ‚neuen Generation‘ unserer Küchenchefs entsteht: Sie verbindet individuelle Handschriften und bildet zugleich eine starke Gemeinschaft, die unsere kulinarische Identität weiterentwickelt.

TA: Diese Nähe zwischen unseren Küchenchefs schafft eine wohltuende Wiedererkennbarkeit und eine gemeinsame Handschrift, die Gäste über die Häuser hinweg spüren können. Zugleich schafft sie Raum für neue Ideen und Energie. Innerhalb der Althoff Collection entsteht so ein Zusammenhalt, der nicht inszeniert ist, sondern aus echtem Austausch kommt. Im Frühsommer werden wir dies mit einer ersten gemeinsamen Eventreihe erlebbar machen. Im Mittelpunkt steht dabei die Qualität: Die Spitzenköche verkörpern herausragendes handwerkliches Können und eine eigene Persönlichkeit. Gemeinsam verleihen sie der kulinarischen Idee der Althoff Collection eine schöne neue und inspirierende Tiefe.

Kommen wir zu Ihnen beiden. Vor 6 Jahren haben Sie, lieber Herr Althoff, die operative Unternehmensführung an Frank Marrenbach übergeben, wie teilen Sie sich die Rollen in der Praxis der Unternehmensführung auf? Entwickeln sie neue Ideen gemeinsam, wie gehen sie mit Kontroversen um?

TA: 2020 habe ich die operative Führung an Frank Marrenbach übergeben. Mir war wichtig, dass das Unternehmen weiterhin unternehmerisch stark geführt wird – und gleichzeitig genug Raum hat, sich weiterzuentwickeln und neue Impulse aufzunehmen. Franks Schwerpunkt liegt klar im operativen Geschäft und in der Weiterentwicklung unserer Marken im Alltag, während ich mich als Chairman stärker auf die strategische Ausrichtung, langfristige Werte und die Zukunft der Gruppe konzentriere. Wir stehen dabei in engem Austausch. Viele Ideen entstehen im Gespräch – aus Beobachtungen am Markt, aus Rückmeldungen von Gästen und Teams, oft auch ganz schlicht aus der Frage: Was macht unsere Häuser morgen noch relevanter als heute? Und ja, natürlich gibt es unterschiedliche Perspektiven. Das gehört dazu und ist sogar wertvoll. Kontroversen führen wir konstruktiv – sachlich, respektvoll und mit einem gemeinsamen Ziel: die beste Entscheidung für unsere Häuser, unsere Mitarbeitenden und unsere Gäste. Und am Ende sind wir alle stolz darauf, die Entwicklung eines der führenden Familienunternehmens in der Hotellerie erfolgreich weiter zu gestalten.

FM: Die Rollenverteilung ist sehr klar und gleichzeitig sehr partnerschaftlich. Ich verantworte als CEO das operative Geschäft, die Umsetzung unserer Wachstumsstrategie und die Weiterentwicklung unserer Marken im täglichen Handeln. Thomas H. Althoff bringt als Mehrheitsgesellschafter und Chairman seine enorme Erfahrung und sein Gespür für außergewöhnliche Hotelkonzepte auf strategischer Ebene ein. Wir entwickeln viele Themen im engen Dialog. Gerade in einer inhabergeführten Gruppe ist es ein großer Vorteil, dass Entscheidungen nicht nur zahlengetrieben sind, sondern immer auch von Haltung, Qualität und Vision geprägt werden. Und natürlich gibt es unterschiedliche Perspektiven – das ist sogar wichtig. Kontroversen verstehen wir nicht als Konflikt, sondern als Teil eines professionellen Austauschs, aus dem am Ende die stärksten Lösungen entstehen.

Welche Häuser haben neben dem Luxussegment derzeit ihre größte Aufmerksamkeit? Sind es die URBAN LOFTs, in dem Bereich sind 10 weitere Häuser angekündigt?

FM: Wir als Althoff Hotels expandieren kontinuierlich – immer konsequent an bevorzugten Standorten, die alle wertschöpfenden Kriterien erfüllen. Unsere jüngste Marke URBAN LOFT spielt dabei eine besonders wichtige Rolle, da wir in diesem Segment viel Potenzial sehen. Die Brand URBAN LOFT, die derzeit aus zwei Häusern in Berlin und Köln besteht, möchten wir sehr gerne weiter ausbauen. Die Marke steht für ein offenes, designorientiertes Hotelerlebnis, das urbane Kultur, Gastronomie und modernes Arbeiten miteinander verbindet. Sie richtet sich an Geschäfts- und Freizeitreisende, die Wert auf Authentizität, Community und zeitgemäßen Komfort legen. Bei der Expansion konzentrieren wir uns – wie der Name schon sagt – auf urbane Lagen in wirtschaftsstarken europäischen Metropolen, etwa in Städten wie Barcelona, Brüssel oder Rom.

Und wie sieht es bei AMERON aus, was ist dort geplant?

TA: AMERON ist eine starke Erfolgsgeschichte: Individuelle, wunderschöne Boutique-Hotels mit einem überraschend gutem Service und immer an besonders attraktiven Standorten gelegen. Hier finden sich die Werte aller Althoff Hotels erlebbar für den Gast wieder.

FM: Neben einer verstärkten Präsenz in internationalen Metropolen stehen auch exklusive Resort-Destinationen im Fokus. Potenzielle Standorte, die wir dabei im Blick haben, sind zum Beispiel Amsterdam, London, Mailand oder Paris.

Derzeit investieren Sie in das Althoff Seehotel Überfahrt. Wie kommen die Arbeiten voran?

FM: Die Arbeiten im Althoff Seehotel Überfahrt verlaufen sehr gut und vollständig nach Plan. Wir freuen uns, bereits seit dem 27. Februar wieder erste Gäste empfangen zu können. Wichtig ist uns zu betonen, dass sich die Renovierung nicht ausschließlich auf den 4 elements spa konzentriert – auch wenn die komplette Neugestaltung der Pool- und Saunalandschaft ein zentraler Schwerpunkt ist. Darüber hinaus modernisieren wir die Eventräumlichkeiten, setzen ein umfangreiches Facelift der Lobbybar um und stellen außerdem eine zweite Signature Suite fertig: die Presidential Suite.

TA: Die Überfahrt ist ein ganz besonderer Sehnsuchtsort – und genau dieses Gefühl möchten wir noch stärker herausarbeiten: ankommen, durchatmen, die Umgebung spüren. Mit der Transformation investieren wir bewusst in Qualität, zeitgemäßen Komfort und ein Resort-Erlebnis, das sich natürlich anfühlt und zugleich unseren Anspruch an Luxus erfüllt. Unser Ziel ist es, die Überfahrt behutsam weiterzuentwickeln – mit noch mehr Ruhe, Großzügigkeit und einer spürbaren Verbindung zur Landschaft rund um den Tegernsee.

Welches sind die Zukunfts-Projekte der Althoff Hotels? Können Sie den Gourmetwelten ein kommendes Projekt bereits verraten?

TA: Danke für Ihr Interesse und ja aktuell ist viel in Bewegung. Wir bekommen viele Anfragen für die Übernahme von Hotels und wir schauen uns alles sehr sorgfältig an.  Wir planen mit allen 3 Marken weiter zu wachsen. Als inhabergeführtes Familienunternehmen und den notwendigen Resourcen haben wir nicht nur die Absicht sondern auch die realen Möglichkeiten für unser zukünftiges Wachstum.

FM: Und was wir gerne noch ergänzen können: Qualität, Individualität und kulinarische Exzellenz werden auch künftig eine zentrale Rolle für uns spielen. Sobald es spruchreife Neuigkeiten gibt, teilen wir diese sehr gerne.

Lieber Herr Althoff, lieber Herr Marrenbach, vielen Dank für das Gespräch!