15. September 2010

Am Wachtelberg fault 2010 der Wein

Der Regen der letzten Wochen hat am Werderaner Wachtelberg die Arbeit eines ganzen Jahres fast zunichtegemacht

Statt der noch Anfang August erhofften guten Menge mit feinem Mostgewicht gibt es einen mageren Ertrag mit völlig unsicherer Qualität. Was mit dem jetzt gelesenen Müller-Thurgau passiert, werde im Weinkeller entschieden, wenn die Laborwerte feststehen. «Man muss sehen, was man aus dem Most, den diese faulen Trauben ergeben haben, letztendlich für einen Wein machen kann», sagte Winzer Manfred Lindicke in Werder/Havel. Durch den permanenten Regen seien die Trauben an der Rebe gefault.

Statt der erhofften 24 Tonnen seien nur acht Tonnen gelesen worden. Noch vor weniger Wochen gab es große Zuversicht. Der Winzer war optimistisch, dass es wieder ein erfolgreiches Jahr wird. Nun aber die Ernüchterung. Es gab jeden Tag Nässe. Dadurch platzen die Beeren auf wie Tomaten oder Kirschen, berichtet der Winzer.

Und für die anderen Rebsorten auf dem 6,2 Hektar großen Wachtelberg sehe es auch nicht gut aus. Die Mengenerwartung sei zum Teil halbiert. Besser sei es beim Sauvignon Blanc, es würden wohl drei statt der erwarteten vier Tonnen werden.

Vom Müller-Thurgau werden normalerweise zwischen bis zu 25 000 Flaschen abgefüllt. «Wenn es gut geht, werden es bis zu 8000 Flaschen», so Lindicke. Die entscheidende Frage bleibe, welche Qualität sei in der Flasche.

Der Wachtelberg ist die «nördlichste eingetragene Reblage Deutschlands mit Qualitätsweinanbau». Die Region zählt weinrechtlich zum Saale-Unstrut-Gebiet. Die Trauben werden im Landesweingut Kloster Pforta in Bad Kösen (Sachsen-Anhalt) gekeltert. Auf dem Berg stehen je zur Hälfte Weiß- und Rotweinreben. dpa

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