Hotels
28. April 2010

Armani und sein Hotel in Dubai

Modemacher und ihre Hotels: Armani zieht mit Versace, Salvatore Ferragamo, Krizia, Christian Lacroix, Azzedine Alaïa, Missoni und Moschino gleich

Viele Modemacher machen schon lange nicht mehr nur Mode. Fast jeder Star hat Parfüms zu bieten, die ordentlich Geld bringen sollen. Manche entwerfen Möbel. Und einige gehen unter die Hoteliers. Zu ihnen zählt seit Dienstag Giorgio Armani. Der Mailänder eröffnete in Dubai ein Luxushotel. Der 75-Jährige hat vieles darin bis ins Detail selbst ausgesucht oder eingerichtet.

Andere Luxusmodemarken sind zwar schon länger in diesem Geschäft. Aber Armanis Hotel sorgt trotzdem für einige Aufmerksamkeit. Denn es befindet sich an einem spektakulären Ort. Die Herberge erstreckt sich über mehrere Stockwerke im Burj Chalifa, dem höchsten Gebäude der Welt.

«Ich möchte hier meine Vorstellung von Gastlichkeit vermitteln. Die Menschen sollen sich in dem Hotel fühlen, als wären sie bei mir zu Hause», meint der Designer. Er selbst hat nämlich an Luxushotels Einiges auszusetzen: «Oft vermisse ich eine gewisse Ruhe und Behaglichkeit. Und die Einrichtung entspricht nicht immer dem Anspruch des Hauses.» Nun möchte er der Branche also zeigen, was er kann. Die 160 Zimmer und 8 Restaurants sollen ähnlich wirken wie viele seiner Kleider: schlicht und elegant.

«Es ist ganz sicher nicht der günstigste Zeitpunkt für eine Eröffnung im Luxussegment, das nach wie vor unter der Wirtschaftskrise leidet», gibt Birgit Quandt, Redakteurin der Reise- Fachzeitschrift «fvw», zu bedenken. «Angesichts des derzeitigen Preisverfalls in der Hotellerie wird es wohl länger dauern, bis sich die hohen Investitionskosten amortisieren.»

Trotzdem: Das nächste Armani Hotel ist im Blick. Es soll 2011 in Mailand reiche Gäste beherbergen. Nur wenige Minuten von diesem Standort entfernt befindet sich bereits eine Nobelherberge, die einen großen Namen trägt: das Haus von Bulgari, dem römischen Edeljuwelier.

«Klassische Luxushotels sind meistens sehr traditionell in ihrem Erscheinungsbild», erläutert Francesco Trapani aus der Spitze von Bulgari. «Trendhotels hingegen haben ein starkes Design, bieten aber keinen Luxus. Wir wollten die Stärken beider Segmente kombinieren.»

«Nur echte Luxusmarken mit einem unverwechselbaren Stil werden sich durchsetzen», meint Fachmann Stephan Gerhard über die Ambitionen der Modemacher. Gerhard ist Chef der Treugast Solutions Group, einer auf Hotels und Tourismus spezialisierten Unternehmensberatung mit Sitz in München. «Sind sie gut gemacht, können die Hotels durchaus die Markenkraft verstärken», sagt er. Und: «Sie wirken wie ein Showroom, bieten die Möglichkeit, die eigene Lifestyle-Welt großflächig zu präsentieren.»

Darauf setzen viele Kleidermacher. Die Liste der in der Hotellerie engagierten Marken und Designer ist jedenfalls voller großer Namen. Versace zählt dazu - mit einer Luxusanlage in Australien. Und Salvatore Ferragamo mit Hotels in Florenz und in Rom. Außerdem Krizia, Christian Lacroix, Azzedine Alaïa, Missoni oder Moschino.

Trotzdem lässt sich vieles, was für die Modewelt typisch ist, nicht einfach auf Hotels übertragen, gibt Unternehmensberater Gerhard zu bedenken. «Schließlich lassen sich in einem teuren Hotel nicht einfach jede Saison - passend zur Modekollektion - das Farbkonzept oder die Stoffe austauschen.» (Axel Botur, dpa)