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19. Februar 2009

Arthur Bollasons Island

Ein wunderschönes Reise-Taschenbuch über Island bei Suhrkamp Insel, das Arthur Bollason mit Henryk M. Broder in der Nordischen Botschaft in Berlin vorstellte. Broder hatte einst im Fernsehen davon erzählt, dass er noch nie auf Island war. Und schon hatte er die Einladung von Arthur Bollason im Fax

Ich selbst hatte ebenfalls einmal das große Vergnügen, mit Arthur Bollason über die Insel und durch die Lokale zu streifen, es findet sich dort eine aufregende Gourmetküche. Nirgends habe ich besseren Lachs, besseren Hummer und vor allem besseres Lamm bekommen als auf Island. Sagenhaft frisch und aromatisch, ohne Gleichen.

Die Lämmer der Insel befinden sich immer noch in einem riesigen Bio-Reservat, fressen nur das frische, unberührte Gras und kommen nicht mit Zusatzfutter in Berührung. Durch die Kälte und die intensive Luft wächst und gedeiht alles langsamer und ist daher aromatischer. Die alte Regel bestätigt sich vor allem bei den Meerestieren: Fische aus kalten Gewässern sind schmackhafter als solche aus warmen! 

Die "Neue Nordische Küche" päsentiert sich nicht nur in Reykjavik, sondern auch in den kleinen Restaurants an der Küste, wie dem Fjörubordid, die einen Besuch allemal lohnen. Der isländische Spitzenkoch Siggi Hall fügt seinen Lammgerichten statt Thymian gern Dill hinzu, es gibt herrliche Variationen mit Hering und Kabeljau.

Arthur Björgvin Bollason ist Wissenschaftler, Saga-Sammler, Reisebegleiter und nebenbei PR-Chef bei Icelandair. Dadurch, dass die isländische Krone im vergangenen halben Jahr die Hälfte ihres Wertes verloren hat, ist Island ein sehr günstiges Reiseziel geworden.

Auf die Krise angesprochen, hat Bollason immer einen Scherz parat: "Wir haben schon Schlimmeres erlebt". Wie den Vulkan-Ausbruch von 1783, damals starben ein Viertel der Menschen und ein Großteil des Viehs verendete. Damals boten die Dänen den Isländern an, nach Jütland überzusiedeln. "Solange die Dänen uns das heute nicht anbieten, kann die Krise nicht so schlimm sein."

Ein Besuch der berühmten Blauen Lagune unweit des Flughafens ist ein Erlebnis. Ein Besuch bietet sich übrigens auch als erholsamer Tages-Zwischenstopp auf dem Weg nach New York an. Eine Übernachtung in Reykjavik verkürtzt den Flug um ein Drittel.

Während der kalten Jahreszeit gibt es in Island auch einige kulinarische Highlights, wie Sursathur Hrutspungar (in Molke eingelegte Hammelhoden), Lundabaggar (gekochte und sauer eingelegte Schafsinnereien) und Hakarl (durch Verrottung fermentierter Hai). Das überlebt der Ungeübte nur mit großen Mengen isländischen Brennivin - einem 40-prozentigen Schnaps mit Kümmelgeschmack.

Auf sechs Ausflügen lädt Arthur Björgvin Bollason ein, seine Heimat zu entdecken. Es geht durch die Hauptstadt Reykjavik, die sich als aufstrebende junge Metropole mit einer lebendigen Kulturszene präsentiert, und zu den beeindruckenden Naturbühnen rund um die Insel, zu heißen Quellen und Wasserfällen, zu Seen und Fjorden, durch Lava- und Wüstenlandschaften.

Island, Ein Reisebegleiter, mit farbigen Fotografien und Karten, insel taschenbuch, 221 Seiten, 10 Euro.