NEWS
04. August 2015

Baden-Württemberg Bauernverband rechnet mit Ernteeinbußen

Die Hitze treibt Baden-Württembergs Landwirten nicht nur Schweißperlen auf der Stirn, sondern auch Sorgenfalten, denn die Trockenheit lässt die Erntemenge schrumpfen. Die gute Nachricht: Auch der Kirschessigfliege ist es zu heiß.

Die Sommerhitze macht Baden-Württembergs Bauern schwer zu schaffen. Während die Ertragsmenge der Getreideernte sehr wahrscheinlich sinke, stiegen wohl die Produktionskosten bei Salat, Beeren, Kraut, Kartoffeln und Einlegegurken, sagte eine Sprecherin des Landesbauernverbands in Baden-Württemberg. Grund für die höheren Kosten ist die relativ teure Bewässerung, die durch die Sommerhitze notwendig geworden ist.

Vor allem die nördlichen Agrar-Anbauflächen im Land - etwa im Main-Tauber-Kreis - seien von der Trockenheit gezeichnet, im Süden habe es etwas mehr Regen gegeben. Zahlenschätzungen zu den drohenden Ernteeinbußen gab es noch nicht.

"Wir brauchen dringend einen schönen ergiebigen Sommerregen", sagte die Sprecherin. Dieser dürfte aber auf keinen Fall zu stark oder gar zum Hagel werden - das würde die Pflanzen beschädigen. Beim Maisanbau wird ebenfalls mit einer geringeren Erntemenge gerechnet - dies sei aber noch nicht klar, weil die Maispflanzen noch in der Kolbenbildung seien. Kommt alsbald doch Niederschlag, würde das die Maisernte noch verbessern. "Beim Getreide hingegen wäre das zu spät - wenn das Wasser jetzt kommt, rettet das nichts mehr."

Auch bei den Äpfeln fällt die Ernte nach Einschätzung des Verbands wohl geringer aus als im vergangenen Jahr; allerdings hinkt der Vergleich etwas, weil 2014 ein sehr gutes Erntejahr war. "Wahrscheinlich wird es wegen des Wassermangels kleinere Äpfel geben", sagte die Sprecherin.

Sollte es in dieser Woche wie von Meteorologen prognostiziert nochmal sehr heiß werden, droht den Äpfeln "Sonnenbrand" - Früchte mit bräunlichen Flecken können nicht mehr als Tafelobst verkauft werden. Dann müssen sie "vermostet", also überwiegend zu Apfelsaft und Apfelkonzentrat verarbeitet werden. Dies wiederum bringt den Landwirten ebenfalls weniger Geld in die Kassen.

Immerhin eine gute Nachricht bringt die Sommerhitze dann doch mit sich: Der Kirschessigfliege wird es ab 28 Grad zu heiß, und sie wird inaktiv - sehr zur Freude von Landwirten mit Beeren, Zwetschgen und Weintrauben im Anbau. "Vergangenes Jahr hat es durch die Kirschessigfliege massive Schäden im Obst- und Weinbau gegeben, in diesem Jahr ist sie bisher aber wenig bis gar nicht gesichtet worden", sagte die Sprecherin des Bauernverbands. dpa