Food
20. August 2009

Badischer Kirschplotzer

Regionale Spezialitäten: zur Kirschenzeit ist er auf badischen Kaffeetafeln zu finden - der Kirschplotzer nach altem Familienrezept

Gut, wenn der Tisch im Grünen steht. Denn die Kirschkerne gehören traditionell zum Kuchen dazu. Das Essen ohne bleibende Zahnschäden ist deshalb für Ungeübte etwas schwierig. Vor allem Kinder können sich aber mit ausgiebigem Kirschkernspucken darüber hinwegtrösten.    

Der Kirschplotzer - woanders auch als Kirschenmichel oder Kerschemischel bekannt - hat viele Gesichter. Seinen kräftigen Geschmack bekommt er nicht zuletzt durch die Verwendung von Bröseln oder Brot (gerne auch älteres), einem Schuss Wein oder Kirschwasser, Zimt und manchmal auch Nüssen, die in der Teigmischung von Butter, Milch, Ei und Zucker verarbeitet werden. Die Kirschen werden untergehoben und das Ganze wird im Ofen gebacken.

Woher der Name kommt, weiß man nicht so genau. Im Duden wird der Kirschplotzer nicht aufgeführt. Duden-Chefredakteur Werner Scholze- Stubenrecht hat aus Grimms Wörterbuch aber zwei Erklärungen parat: so steht «blotzen» im Schwäbischen für Butterrühren, «plotzen» in Süddeutschland aber auch für fallen. Und aus heruntergefallenen Kirschen haben sicher früher noch viele Großmütter die Köstlichkeit gebacken. dpa