11. Juni 2010

Beim Eis lieber die klassischen Sorten

Ananas-Estragon, Bier-Zabaione oder Erdbeer-Basilikum: So exotisch die neuen Eissorten klingen - die Kunden mögen es lieber klassisch

Vanille, Schokolade, Erdbeere und Stracciatella sind nach wie vor der Renner in den Eisdielen, wie eine dpa-Umfrage ergeben hat. Dennoch versuchen viele Eiscafés, die Kundschaft auch mit neuen Varianten zu locken.

Das gilt etwa für das Eiscafé Calchera in Trier: Der Ansturm auf Eiswaffeln und Becher sei gerade enorm groß. Man spüre, dass die Leute auf einmal große Lust auf Eis haben, sagte Mitarbeiterin Paola Salis in Trier. «Bei dem kalten Winter mussten sie ja auch lange warten.» Die kalten Tage hat das Café überbrückt mit Crêpes und Waffeln. «Normalerweise haben wir die nur bis Februar im Angebot.» Dieses Jahr aber wurde bis Anfang April gebacken. Doch jetzt ist die «Eiszeit» angebrochen: Heiß begehrt sind frische Sorten wie Mango, Kiwi, Joghurt und Limette. Die Kinder lieben vor allem Waldmeister, sagte Salis.

Die Eisdiele hat dieses Jahr gleich eine ganze Reihe von neuen Eissorten im Angebot: «Snickers» mit Erdnüssen, «Cookies» mit Keksgeschmack, «Bounty» mit Schoko-Kokosgeschmack und «Prosecco»-Eis. Nach wie vor seien aber Klassiker wie Vanille, Erdbeere, Schokolade und Stracciatella die Renner, sagte Salis. An einem heißen Tag gingen im Hauptgeschäft allein rund 60 Kilo Vanilleeis weg.

Neben den Klassikern schätzen die Kunden des Eiscafés Florenz in der Mainzer Römerpassage vor allem das dort angebotene «Mozart-Eis». Dabei handelt es sich in Anlehnung an die weltberühmte Kugel gleichen Namens um ein Eis aus Nougatteig, Marzipan und Pistazienstückchen, wie Inhaber Fabio Ennas erläuterte.

Beim Eiscafé de Vico in Speyer gibt es in diesem Jahr Weiße Schokolade und Feigeneis als neue Sorten. Zu den Trendsorten gehören nach Angaben des Betreibers in letzter Zeit vor allem «Cookies», ein Eis mit Keksstückchen, und ansonsten die Klassiker wie Vanille, Schokolade und Co. Der lange Winter hat dem Café, das ganzjährig geöffnet hat, weniger ausgemacht, sagt der Chef. «Wir haben ja auch Kaffee und Kuchen, das geht schon.» Auch Auswirkungen der Wirtschaftskrise habe er «eigentlich nicht» gespürt, sagt er.

Dieser Ansicht schließt sich auch Annalisa Carnio von der Vereinigung der handwerklich arbeitenden italienischen Speiseeishersteller in Deutschland (Uniteis) an. Dem Verband gehören den Angaben zufolge 1500 handwerklich arbeitende Hersteller an mit insgesamt 2200 Eiscafés bundesweit. «Viele Branchen waren 2009 von der Krise betroffen. Bei uns war das nicht so», erläuterte sie. Vermutlich hätten zwar viele Menschen beispielsweise auf teure Fernreisen verzichtet, nicht aber auf Kurzausflüge, zu denen dann auch der Gang in die Eisdiele gehöre.

Der Blick der Eiscafé-Betreiber richtet sich inzwischen auf das gesamte Jahr. So ist nach ihrer Einschätzung auch die Zeit vorbei, in der Besitzer den Winter über ihre Eisdielen zusperren und sich für mehrere Monate in Richtung Süden verabschieden. «Das machen nur noch die wenigsten», betonte Carnio. Häufig seien es maximal vier Wochen für Urlaub, Fortbildung und Renovierung. (Daniel Rademacher, dpa)

Eis nach dem Auftauen nicht wieder einfrieren

Speiseeis aus der Kühltruhe schmeckt nur gut, wenn es richtig gelagert wird. Das fängt schon im Supermarkt an: Kunden sollten darauf achten, dass die Packung unterhalb der sogenannten Stapelmarkierung steht, rät der Eis Info Service der deutschen Markeneishersteller in Köln. Diese Markierung an den Innenwänden der Kühltruhen stelle sicher, dass die Ware optimal gelagert und gekühlt wird. Über der Markierung sei es nicht kalt genug.    

Seinen vollen Geschmack entfaltet Eis erst, wenn es fünf bis zehn Minuten vor dem Verzehr aus dem Kühlfach genommen wird. Nach dem Portionieren sollte die Packung sofort wieder in die Kühltruhe - sonst schmilzt das Eis. Der Eis Info Service rät davon ab, einmal aufgetautes Eis wieder einzufrieren. Darunter leiden die Qualität und der zarte Schmelz.