Wer dem Benedict einen Besuch abstattet, kommt sicherlich nicht selten für die außergewöhnlich fluffigen Pancakes oder die namensgebenden Eggs Benedict. Ein mindestens ebenso relevanter Grund, das Frühstücksrestaurant in der Uhlandstraße zu besuchen, ist allerdings die Atmosphäre und das offene Lebensgefühl des Ortes. Denn das Benedict war schon immer erfrischend unkonventionell. Ob Frühstück mitten in der Nacht oder kosmopolitisches Flair in einem eher konservativen Berliner Bezirk – das Benedict hat von Anfang an mit vielen Gewohnheiten bewusst gebrochen.
Richtig „punkig" wurde es beispielsweise Anfang dieses Jahres, als das Team das erste „Benedict After Dark"-Pop-up-Dinner umsetzte. Der Vibe erinnerte an Dive Bars im New York der 1980er-Jahre, mit Graffiti und lauter Musik. Die Frühstücksklassiker wurden komplett neu zusammengesetzt und tauchten in völlig neuen Gerichten wieder auf – eine spannende Gelegenheit für das Team, sich an einem neuen Format auszuprobieren.
Das neue Pop-up-Dinner-Konzept béné ist eine reifere Version des „Benedict After Dark" und präsentiert sich als moderne Gastrobar, die zwar klar in der Welt des Benedict verortet ist, sich aber gleichzeitig bewusst vom Frühstücks-Vibe abgrenzt. An fünf Abenden in der Woche, Donnerstag bis Montag, läutet das Team um 18 Uhr eine Glocke und damit im wahrsten Sinne des Wortes den Dinner Service ein. Das Licht wird gedimmt, Vinyl-Platten werden aufgelegt, und das Benedict verwandelt sich kurzerhand in béné.
Serviert werden moderne Gerichte zum Teilen, verankert in Traditionen der mediterranen Küche und zuhause im zeitgenössischen, urbanen Raum. Reisen durch Asien und Südamerika sowie die kulturellen Hintergründe des internationalen Küchenteams fließen dabei auf kulinarischer Ebene deutlich ein.
Die Speisekarte setzt ebenso auf Qualität und Kreativität wie auf Zugänglichkeit: Ein Dinner im béné ist eine dynamische Erfahrung, bei der die Teller am Tisch herumgereicht werden, der Wein fließt und der Raum mit angeregten Gesprächen und Gelächter erhellt wird. Die farbenfrohen Gerichte brauchen dabei keine verkopfte Erklärung – sie wirken über intensive Aromen und unterschiedliche Texturen auf sensorischer Ebene.
Unter dem Begriff „Foreplay" finden Gäste auf der Speisekarte kleine Teller zum Starten: hausgebackenes Brot mit geschlagener Butter, Fleur de Sel und Pickles (5,50 Euro), marinierte Oliven (7 Euro), Tahini mit Harissa (4 Euro) und Sour Cream mit Tomate (4 Euro). Weiter geht es mit einer Reihe an mittelgroßen Tellergerichten zum Teilen: Corn Ribs mit Chipotle-Limetten-Aioli (9 Euro), Som Tam mit Fenchel, Orange und Thai-Zitrus-Dressing (13 Euro), gegrillte Garnelen mit Pastis, Butter, Knoblauch und Zitronen-Gremolata (19 Euro) oder 21 Tage lang trockengereifter Nierenzapfen vom Rind mit Ajo Blanco, Kräuteröl und Beilage nach Wahl (27 Euro).
Den süßen Abschluss bilden Desserts wie Tarta de Santiago mit Aprikosen in brauner Butter, Pistazie und Sauerrahm (10 Euro). Wer auch abends in den Genuss der berühmten Benedict-Pancakes kommen möchte, findet diese ebenfalls auf der Dessertkarte, wahlweise mit Himbeere und weißer Schokolade, mit Ahornsirup oder Schoko-Haselnuss (10 bis 13 Euro). Die Speisekarte wechselt wöchentlich und wird täglich neu gedruckt – so bleibt Raum für Kreativität und Flexibilität, aber auch eine Qualitätsgarantie der Produkte.
Eine zentrale Rolle im béné spielen auch die Getränke – denn in der Gastrobar darf gerne nach Lust und Laune dem Hedonismus gefrönt werden. Neben einer hochwertigen und bewusst reduzierten Weinauswahl mit einem Mix aus modernen und klassischeren Positionen aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien finden Gäste eine Reihe an Signature Cocktails auf der Getränkekarte, speziell kreiert für das neue Pop-up. Jeder Drink entsteht auf Basis von hausgemachten Cordials und Sirups und mithilfe von Techniken wie Miso-Infusionen und Yuzu-Pürees. Unter dem Schriftzug „It's All Good" sind die Cocktails in der Bar-Karte nicht mit hochgestochenen Namen versehen, sondern ganz simpel durchnummeriert – ein bewusster Bruch mit der Komplexität der Drinks, die auf handwerklicher Ebene durchaus vorhanden ist.
Das Bar-Team mixt zum Beispiel Gin Mare mit Italicus Bergamotte, grünem Apfel, Traube und Vanille oder kombiniert Volcan Blanco Tequila mit Del Maguey Mezcal, Giffard Crème de Cacao, Ancho Reyes Original und Erdbeer-Cordial. Das Ergebnis sind innovative Cocktails, die Hobby-Mixolog*innen begeistern, aber auch einfach Spaß machen dürfen. Wer auf Alkohol verzichten möchte, findet auch eine kleine Auswahl an alkoholfreien Drinks auf der Getränkekarte.
Der Restaurantraum, in dem Gäste tagsüber weiterhin Pancakes, Shakshuka und Eggs Benedict genießen, bietet am Abend mit gedimmtem Licht und Vinyl-Klängen die ideale Kulisse für die Gastrobar béné. Das Interieur-Konzept bewegt sich zwischen zeitgemäßer Eleganz und traditionsreicher Gemütlichkeit. Warme Farben, runde Bistro-Tische, bequeme Holzstühle und weinrote Polsterbarhocker werden durch ausgewählte moderne Kunstwerke an den Wänden ergänzt. Über dem Küchenpass sorgen gelb getönte Glaskacheln für warmes Licht, grüne Pflanzen und der hochwertige Fischgrätenparkettboden unterstreichen die Gemütlichkeit des Restaurants. Der Raum ist belebt, aber nicht überladen.
Die modernen Gerichte werden auf Vintage-Tellern von Berliner Flohmärkten mit Blumenmustern und Geschichte serviert. Sowohl auf räumlicher wie auf kulinarischer Ebene ist der Zugang unmittelbar, die Atmosphäre von einer belebten Dynamik geprägt. So schließt sich der Kreis zum Frühstückskonzept Benedict: Steife Umgangsformen und Konventionen sucht man hier vergeblich. Stattdessen setzt das Team auch beim Pop-up-Konzept béné auf das, was Benedict von Anfang an ausgemacht hat: Genuss, Qualität und ein Lebensgefühl, das sich um keine festen Regeln schert.
Das béné befindet sich in den Räumlichkeiten des Restaurant Benedict, in der Uhlandstraße 49, 10719 Berlin. Das Pop-up ist ab dem 2. Juli 2026 donnerstags bis montags ab 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen sind unter https://benedict.world/ui zu finden.