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01. November 2009

Berlin und der Mauerfall

Berlin bereitet sich auf einen Touristenansturm zum Jubiläum des Mauerfalls am 9. November vor. Unter den Staatsgästen sind Nicolas Sarkozy, Gordon Brown, Dmitri Medwedew und Hillary Clinton

Berlin bereitet sich zum Mauerfalljubiläum am 9. November auf einen Ansturm von Touristen vor. «Wir gehen davon aus, dass unsere Hotels sehr gut gebucht, wenn nicht gar ausgebucht sind», sagte der Chef des Berliner Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Willy Weiland, der dpa. Viele Menschen würden sich spontan entscheiden, den 9. November und das Wochenende davor an den historischen Orten in der Hauptstadt zu verbringen: "Sie wollen Weltgeschichte noch einmal erleben."

Der Sprecher von Berlin Tourismus Marketing, Christian Tänzler, macht auf die «schier unglaublichen» und ideenreichen Angebote in der Stadt aufmerksam, die an den Mauerfall vor 20 Jahre erinnern und Brücken in die Gegenwart schlagen. Das reiche von den Führungen des Vereins Unterwelten zu Fluchttunneln an der ehemaligen Mauer bis hin zu Kunstausstellungen unter anderm in der Berlinischen Galerie «Berlin 89/09». Die meisten Touristen wollten aber beim Festival der Freiheit am Brandenburger Tor am 9. November dabei sein.

Wie Dehoga-Chef Weiland sagte, sind unter anderem die Fünf-Sterne- Häuser Adlon und Interconti schon jetzt ausgebucht. «Hier steigen viele der Staatsgäste ab, die zum 20. Jahrestag des Mauerfalls an den Feierlichkeiten teilnehmen.» Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt werden zu dem Fest erwartet, unter ihnen Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der britische Premierminister Gordon Brown und Russlands Präsident Dmitri Medwedew. Auch US-Außenministerin Hillary Clinton werde kommen.

Viele Hotels hielten auch spezielle touristische Angebote, darunter auch skurrile, rund um den Mauerfall für ihre Gäste bereit, auch nach dem 9. November, sagte Weiland, der das Interconti leitet. Da sie meistens nur kurz in der Stadt seien, würden sie zum Beispiel organisierte Fahrradtouren entlang des ehemaligen Mauerstreifens gern annehmen.

Für Dehoga und Tourismus Marketing ist Berlin im Zuge der Wirtschaftskrise von einem empfindlichen Rückgang der Übernachtungszahlen verschont geblieben - anders als andere Metropolen. Dazu kommt nun noch ein Ansturm im November, einem Monat, der nicht zur klassischen Reisezeit gehört. Einbrüche habe lediglich das Luxussegment hinnehmen müssen: «Luxus ist zum Unwort geworden», sagte Weiland. «Da tun uns die Staatsgäste und ihre Begleitung zum 9. November gut.»

In einer gemeinsamen Aktion gehen die Berlin Tourismus Marketing GmbH, Berlin Partner GmbH und der Berliner Senat erstmalig mit einem Imagespot in die weltweite Fernsehpromotion, um für die deutsche Hauptstadt zu werben. Neben touristischen Aspekten steht Berlin auch als Stadt mit zukunftsweisenden Wirtschaftsperspektiven im Mittelpunkt des Werbebeitrags.

Die einmonatige Kampagne auf CNN International wird in 148 Ländern ausgestrahlt und erreicht rund 200 Millionen Haushalte in Europa, dem Mittleren Osten, Afrika und Asien. Der Werbespot soll dem Zuschauer die Entwicklung Berlins nach dem Mauerfall hin zu einer modernen Metropole zeigen und so die Berichterstattung rund um den 9. November ergänzen.

Nahezu alle Stadtführungsagenturen haben eigene Schwerpunkte im Programm. So bietet "Berlin erleben" geführte Rundgänge "Auf den Spuren der Mauer" an. www.berlin-erleben-info.de

Wer es lieber individuell mag, begibt sich mit dem Multimedia MauerGuide auf historische Spurensuche. Der GPS-gesteuerte Taschencomputer führt (auf Deutsch und Englisch) zu fünf bedeutenden Stationen des Mauerverlaufs und dokumentiert an 22 Informationspunkten mit Bild-, Film- und Tondokumenten sowie Zeitzeugeninterviews die Geschichte der geteilten Stadt.www.mauerguide.com