Beer & Brau
18. September 2010

Bier & Oktoberfest: Bierpreise und Wiesnzelte im Vergleich

Wiesn-Zelte und Bierpreise in München 2010 im Vergleich - von Käfer bis Hippodrom, von Löwenbräu bis Augustiner

14 große Festzelte stehen auch zum Jubiläums-Oktoberfest in diesem Jahr wieder auf der Theresienwiese. Überall wird gefeiert, geflirtet und getrunken - doch es gibt auch große Unterschiede. Je nachdem, für welches der Zelte man sich entscheidet, findet man junges oder gesetzteres Publikum, eingefleischte Münchner oder Touristen aus aller Welt. Man sollte sich also gut überlegen, in welchem Zelt man seine Maß erheben will.

Hier eine kleine Zeltkunde:

ARMBRUSTSCHÜTZENZELT: Das Armbrustschützenzelt stand schon im Jahr 1895 auf dem Oktoberfest, die Boxen und Balkone sind nach heimischen Tieren benannt: Von A wie Adler bis W wie Wildsau. Hier wird die Schützen- Tradition hochgehalten. In einem Zeltanbau gibt es eine 30 Meter lange Schießbahn, auf der seit 1935 während der Wiesn die Deutschen Armbrust-Meisterschaften stattfinden.

AUGUSTINER: Im Zelt der ältesten Münchner Brauerei feiern vor allem Münchner sich selbst und die bayerische Gemütlichkeit. Nur hier wird das Bier noch aus traditionellen Holzfässern gezapft, den Hirschen. Doch auch im Augustiner tanzt man auf den Bierbänken, die rund 6000 Besuchern Platz bieten. Zur Jubiläums-Wiesn hat das Augustiner-Zelt zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder einen 25 Meter hohen Turm.

BRÄUROSL: Das Pschorr-Traditionszelt Bräurosl ist nach der Tochter des früheren Brauereibesitzers Pschorr benannt. Auch dort geht es weitgehend urig und gemütlich zu - mit Ausnahme des ersten Wiesn- Sonntags. Dann feiern hier tausende Homosexuelle den «GaySunday».

FISCHER VRONI: Bei der Fischer Vroni feiern gerne ältere Gäste, aber auch Touristen. In diesem vergleichsweise kleinen Zelt gibt es eine bayerische Spezialität, die sich kein Wiesn-Besucher entgehen lassen sollte: leckeren Steckerlfisch, Fisch am Stock.

HIMMEL DER BAYERN: Ziemlich jugendlich ist das Publikum im Hacker-Festzelt «Himmel der Bayern». Mit seiner weiß-blauen Decke und kleinen Wölkchen gilt es als eines der schönsten Zelte auf der Wiesn.

HIPPODROM: Das Hippodrom steht direkt am Haupteingang zur Wiesn und versteht sich als Promi-Zelt. Hier liegen Decken auf den Tischen und alles ist etwas schicker. Hier kuschelt Heino mit Hannelore, und vor dem Eingang stehen Marianne und Michael mit dem gemeinen Volk Schlange.

HOFBRÄU-ZELT: Es ist eins der größten und sicherlich das lauteste Zelt: Im Hofbräu-Festzelt treffen sich vor allem Touristen aus aller Welt, die das Bier schon im Hofbräuhaus kennen und lieben gelernt haben. Hier wird getrunken, getanzt und gesungen. Aus dem Zelt dröhnt schon am frühen Morgen, bevor die Musik anfängt, das Gröhlen über den Festplatz.

KÄFER-ZELT: Nirgendwo geht es exklusiver zu als in Käfer's Wiesnschänke. Fußballstars vom FC Bayern, Verona Pooth und Ralph Siegel - die Promi-Dichte ist hoch. Im vergangenen Jahr feierten Lothar Matthäus und seine vierte Frau Liliana noch zusammen. Im Käfer-Zelt gibt es neben Bier auch Wein und Champagner.

LÖWENBRÄU-FESTHALLE: Ein großer Löwe über dem Eingang brüllt «Löööööwenbrääääu» und zieht damit Einheimische und «Zuagroaste» gleichermaßen an. Mit mehr als 8000 Plätzen gehört die Festhalle zu den größeren Zelten. Hier heißt es: Gaudi für jeden, egal woher, egal wie alt.

OCHSENBRATEREI: In der Ochsenbraterei geht es zünftig zu. Seinen Namen hat das Zelt von dem großen Ochsen am Spieß, der nicht nur Dekoration über dem Eingang, sondern auch die wichtigste Attraktion im Innern dieses Festzelts ist. Seit fast 130 Jahren werden hier jedes Jahr ganze Ochsen am Stück gebraten. Auf einer großen Tafel lesen die Gäste den Namen des Ochsen, der sich gerade am Spieß dreht.

SCHOTTENHAMEL: Im Schottenhamel wird das größte Volksfest der Welt traditionell eröffnet. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sticht dort alle Jahre wieder vor den Augen der bayerischen Politprominenz das erste Fass an (O'zapft is). In den Tagen danach strömen fast nur junge, feierfreudige Menschen aus München und Umgebung in das Zelt.

SCHÜTZENFESTZELT: Auch im Schützenzelt werden urbayerische Gemütlichkeit und Feierfreude in Ehren gehalten. Zum Löwenbräu-Bier wird die Spezialität des Hauses serviert: in Malzbier gebratenes Spanferkel.

DAS WEINZELT: Im Weinzelt liegt der Focus - wie der Name schon sagt - nicht auf dem Bier. Dort gibt es kein Helles in Maßkrügen, sondern nur Weißbier, Wein und Champagner. Gesungen und gefeiert wird hier trotzdem. «Fesche Madln haben ihren Spaß an den vielen Bars und fesche Burschen an den Madln», wirbt die Homepage.

WINZERER FÄHNDL: Zur Jubiläums-Wiesn leistete sich die Paulaner-Brauerei einen kompletten Neubau. Als erstes Festzelt bekommt das Winzerer Fähndl eine zentrale Bierversorgung: Eine Ringleitung im Boden garantiert, dass der Bierfluss nicht ins Stocken gerät.

Die Wiesn-Zelte mal anders geordnet:

Nach Prominenz, Jugend oder für die Münchner

Die Bierpreise im Vegleich:

Das Oktoberfest feiert in diesem Jahr sein zweihundertjähriges Bestehen - mit steigenden Bierpreisen. Die Maß Bier kostet in den Festzelten zwischen 8,30 Euro und 8,90 Euro - im Durchschnitt über alle Zelte gerechnet sind das 8,65 Euro. Damit ist der Liter Bier für viele ausländische Besucher deutlich teuerer als in einer heimischen Bar - aber es gibt auch Gewinner.

Zum Bierpreisindex

Die goldenen Regeln

Zur Bierkönigin 2009

Wer noch nicht genug hat:

Zur Kolumne Bier & Brau