16. Februar 2010

Bio-Branche trifft sich zur Biofach Messe

Die erfolgsverwöhnte Bio-Branche zeigt sich trotz leichter Einbußen weiter zuversichtlich

Nach Jahren starken Wachstums stagniert der Markt für Bioprodukte. «Wir haben zwar nach wie vor ein Mengenwachstum», sagte Wolfgang Adlwarth vom Marktforschungsunternehmen GfK am Dienstag in Nürnberg vor der Eröffnung der Leitmesse «Biofach». Allerdings sei der Umsatz aufgrund gesunkener Preise um etwa ein Prozent zurückgegangen. Damit stehe die Branche jedoch immer noch besser da als der Lebensmitteleinzelhandel insgesamt.

Den GfK-Daten zufolge haben 94 Prozent aller Haushalte im vergangenen Jahr ein Bioprodukt gekauft. Durchschnittlich wanderte das Bio-Siegel 20 Mal in den Einkaufskorb, ein Plus von 1 Prozent. «Insgesamt gibt jeder deutsche Haushalt im Jahr 84 Euro für Bioprodukte und -getränke aus», erläuterte Aldwarth. Dennoch rutschte der Umsatz des Gesamtmarktes nach Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten minimal ins Minus; Grund waren vor allem die bei Frischeprodukten wie Obst, Gemüse und Brot gesunkene Preise.

Von diesem Mittwoch an finden in Nürnberg die weltweit größte Biomesse «Biofach» sowie die Naturkosmetikmesse «Vivaness» statt. Gut 2550 Aussteller aus 84 Ländern - etwa 200 weniger als im Vorjahr - stellen dort bis zum 20. Februar Bio-Obst und -Wein, aber auch T- Shirts und Lippenstifte aus biologischen Zutaten vor.

Die Messe steht unter dem Motto «Bio + Fair». «Die Dritte Welt deckt uns den Tisch, die Dritte Welt zieht uns an und stellt unsere Kosmetik her. Dass sie dabei oft selbst nicht satt wird, ist ein Skandal», sagte der Geschäftsführer von Fairtrade Deutschland, Dieter Overath. Fair gehandelte Waren alleine könnten das Problem zwar auch nicht lösen, doch garantierten diese zumindest einen Mindestpreis für die Erzeuger sowie die Einhaltung von Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien. dpa