BORDEAUX REPORT
07. April 2009

Bordeaux Jahrgang 2008 besser als erwartet

Bordeaux-Report 1: Die diesjährigen Primeurs-Degustationen der Union des Grands Crus de Bordeaux sind abgeschlossen. Jetzt warten alle auf die Preise der Chateaux

Das Wetter war himmlisch, ein frischer Frühling zog durchs Bordelais und die Vegetation stand in erster Blüte. Vom 29. März bis 2. April zwängte sich unsere kleine Gruppe durch den Verkostungs-Concours und besuchte die wichtigsten Chateaux.

Die Überraschung: Der Jahrgang 2008 ist besser als erwartet, man kann ihn durchaus als sehr gut bezeichnen. Zwar weit weg vom Jahrhundertjahrgang 2005, aber besser als 2001 (das Jahr empfand ich bei den Primeurs 2002 eher als klein, die Weine des Jahrgangs sind aber aktuell wunderbar zu probieren!).

Nicht nur die Cabernet-Weine des linken Ufers (Medoc) sind gelungen, auch die rechte Seite mit dem Libournais steht dem in nichts nach.

Der einzige Wermut-Tropfen: Die Sauternes/Barsac! Hier gab es viel Grau- und Weißschimmel, der sich im Glas bemerkbar macht! Viele Weine kommen chemisch, bitter, brandig, geradezu ätzend daher, das Niveau ist bei vielen nicht satisfaktionsfähig. Natürlich gibt es viele Ausnahmen von sauberen Weinen wie den wunderbaren Rieussec, aber ich kann allgemein nur empfehlen: meiden!

Unsere Gruppe (Georg Mauer, Sebastian Raabe, Thomas Frede, Norman Schmidt - von ihm stammen die wunderbaren Fotos - und Niko) besuchte die Chateaux Mouton, Lafite, Latour, Margaux, Palmer, Pichon Lalande, La Mission Haut-Brion, Leoville Las Cases, Ducru Beaucaillou, Evangile, Vieux Chateau Certan, Cheval Blanc, Ausone, Montrose, Cos d'Estournel und einige andere.

Die Weine dieser Chateaux waren sehr oft die jeweiligen Highlights der Appellationen. Außerdem haben mir Haut Brion, Rauzan-Segla, Leoville Barton und Pape Clement blanc imponiert.

Lesen Sie ab morgen die Verkostungsnotizen aus den einzelnen Appellationen, die Serie wird voraussichtlich mit Pauillac und Margaux beginnen.

Zu den Preisen: Wenn es deftige Abschläge zum Vorjahr über 30-50 Prozent - wie von vielen Händlern gefordert - geben sollte, hat der Jahrgang 2008 durchaus eine Chance. Bleibt das Preisniveau hoch, stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht und der Jahrgang wäre überteuert.

Erste Reaktionen gibt es von Chateau Trotanoy mit zehn Prozent Abschlag gegenüber dem Vorjahr. Der Angelus kostet im Jahrgang 2008 59,50 Euro statt 100 wie im Vorjahr, ein Abschlag von 40 Prozent. Mehr auf Planet Bordeaux und im Handelsblatt

es folgt Pauillac