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16. Mai 2008

Brunello-Consorzio präsentiert Chefkontrolleur

Weinskandal Italien: Das Consorzio del Vino Brunello di Montalcino hat bei der Versammlung ihrer 256 assoziierten Weinproduzenten mit Prof. Paolo Capretti einen neu eingestellten Chief Controlling Operating Officer vorgestellt. Und reagiert damit auf die Vorwürfe der Beimischung anderer Rebsorten, als die allein zugelassene Sangiovese.

Capretti ist Weinrechtsexperte der Universität Pisa und Leiter der Qualitätskontrolle für den Lebensmittel- und Getränkemarkt, Florenz. Zudem stellt die Generalversammlung in Aussicht, die vom US-Markt, genauer: vom Alcohol & Tax & Trade Bureau (ATTB), geforderten Nachweise über einen 100%-Sangiovese-Anteil im Brunello di Montalcino zu liefern.

Das ATTB hatte nach unbeantworteten Anfragen damit gedroht, alle Brunello-Importe zu blockieren, falls die Produzenten keine eindeutigen Nachweise zur Rebsortenzusammensetzung bringen. Die mittels Farbpigmentierung (via Anthocyan-Methode) nachzuweisende Rebsortenzusammensetzung soll damit auch in Italien Einzug halten.

Laut Pressemitteilung des Consorzio ist diese Methode in Italien trotz vergleichsweise geringer Kosten (ca. 45 Euro pro Probe) und OIV-Zulassung des Prüfverfahrens bislang nicht zum Einsatz gekommen. Die Generalversammlung bestätigte Francesco Marone Cinzano zudem als Präsident des Consorzio. Die gleichzeitig veröffentlichten Wirtschaftsdaten des Consorzio dokumentieren, dass vom aktuell vermarkteten Jahrgang 2003 bis zum 30. April diesen Jahres 4,48 Mio. Flaschen Brunello di Montalcino verkauft wurden. Das waren 78,5% mehr als im Vorjahreszeitraum. (Wein + Markt)