02. September 2010

Burger King, die Finanzinvestoren und die Clintons

update: Finanzinvestor 3G schluckt Burger King. Hungrige Finanzinvestoren sind bei der zweitgrößten Hamburger-Kette Burger King auf den Geschmack gekommen: Der Fast-Food-Anbieter hat in den vergangenen Wochen mit mehreren Interessenten über eine Übernahme gesprochen.

update nachmittag: Für 4,0 Milliarden Dollar inklusive Schulden schluckt der Finanzinvestor 3G Capital das börsennotierte Unternehmen. Der Verwaltungsrat von Burger King habe dem Geschäft zugestimmt, teilte der Schnellrestaurant-Betreiber am Donnerstag mit. Die Großaktionäre TPG, Bain und Goldman Sachs stünden ebenfalls hinter dem Verkauf.

Bericht vom Vormittag:

Ein Abschluss könnte schon in den kommenden Tagen erfolgen. Die Aktie schoss am Mittwoch um 15 Prozent hoch. Favorit scheint 3G Capital zu sein. Bei der Beteiligungsgesellschaft arbeitet der frisch gebackene Ehemann von Chelsea Clinton, der Investmentbanker Marc Mezvinsky. Dabei sei doch Schwiegervater und Ex-Präsident Bill Clinton der größte Fan des «Big Mac» von McDonald's, merkte ein Autor des «Wall Street Journal» augenzwinkernd in seinem Blog an.

Das Geschäft lief für Burger King zuletzt deutlich schlechter als für den größeren Erzrivalen McDonald's. Der weltweiten Nummer eins der Burger-Branche gelang unter anderem ein Erfolg mit seinen Kaffee- und Kuchen-Angeboten, mit denen das Unternehmen aus der Fast-Food- Nische ausbrach.

Burger King war bereits zu Anfang des Jahrzehnts für mehrere Jahre komplett in der Hand von Finanzinvestoren. Sie brachten die Firma schließlich 2006 an die Börse, halten jedoch immer noch rund ein Drittel der Anteile. Burger King hat 12 000 Schnellrestaurants in 75 Ländern. Das Unternehmen ist aktuell knapp 2,6 Milliarden Dollar wert.

Der weithin unbekannte Finanzinvestor 3G hatte sich schon einmal in der Burger-Branche engagiert - bei der Nummer drei, Wendy's. Nun müsste sich die Firma vor allem mit den bisherigen Hauptaktionären von Burger King einigen: TPG, Bain Capital und Goldman Sachs.

Das «Wall Street Journal» hatte zuerst über den anstehenden Verkauf berichtet. Die Zeitung korrigierte im Laufe des Tages aber ihre Angaben, nach denen die britische Beteiligungsgesellschaft 3i interessiert sei und nannte ebenfalls 3G Capital. dpa