Lifestyle
08. Dezember 2012

Champagne Academy - die ideale Trinktemperatur

Wissenswertes über Champagner in Zusammenarbeit mit Piper-Heidsieck - heute Teil 2 mit Gerhard Retter

Der Silvester-Countdown: Jede Woche präsentieren die GOURMETWELTEN in Zusammenarbeit mit Piper-Heidsieck die Champagne Academy.

 

Teil 2: Gerhard Retter, einer der besten Sommeliers Deutschlands und Chef der Fischerklause Lütjensee mit bestens ausgestattetem Weinkeller, zur Trinktemperatur.

 

Rebsorte

Die ideale Trinktemperatur eines Champagners hängt von der dominierenden Rebsorte ab: Leichte, junge Champagner, die zum Aperitif oder als Einstieg in ein Menü gereicht werden, haben meist einen hohen Anteil an Chardonnay-Trauben. Hier empfehle ich eine Trinktemperatur von sechs bis acht Grad. Reife, kraftvolle Champagner aus Pinot-Trauben hingegen dürfen auch gerne zehn bis 12 Grad haben. Wärmer sollte man den Wein nicht trinken.

Auswirkungen auf den Geschmack

Ist der Champagner zu kalt, wirkt sich das hemmend auf das Aroma aus. Die Weine erscheinen plump und breit, die Kohlensäure hat einen fast aggressiven Charakter, und der Alkohol schmeckt deutlich hervor. Speziell gereifte Champagner und im Holz ausgebaute Typen entfalten ihr Aroma bei etwas höheren Temperaturen meist am besten, wobei ich persönlich finde, dass es kein größeres Verbrechen am Wein gibt als zu warmen Champagner.

Beim Servieren

Idealerweise lagert Champagner schon bei der richtigen Trinktemperatur, wärmer als zehn bis 12 Grad sollte er es nicht haben. Wenn der Wein vor dem Verzehr noch gekühlt werden muss, empfehle ich ganz klassisch, die Flasche auf Eis zu legen. Eine Kühlmanschette erfüllt ihren Zweck nur kurzfristig, ist aber ein durchaus probates Mittel für ein Picknick im Grünen.

Wenn es einmal wirklich schnell gehen muss, bleibt einem nur das Frappieren: Hierbei werden abwechselnd Salz und Eiswürfel in einen Sektkühler geschichtet und die Flasche hinein gestellt. Das Salz "frisst" das Eis auf, wobei sehr schnell extreme Kälte freigesetzt wird. Ist ein Champagner beim Servieren zu warm, kann das übrigens buchstäblich ins Auge gehen: Die Kohlensäure ist gelöster, somit ist der Druck auf den Korken höher, und Sie haben ihm beim Öffnen nicht so gut unter Kontrolle. 

Zu Teil 1: Shahab Jalali, Sommelier des Zwei-Sterne-Restaurants Lorenz Adlon Esszimmer, zur Lagerfähigkeit von Champagner