30. Juli 2010

Champagner 2010 mit mehr Ertrag

Lese in der Champagne: Comité Champagne in Épernay legt höheren Ertrag fest

Die Winzer, Genossenschaften und Häuser der Champagne einigten sich für die Weinlese 2010 auf einen maximalen Ertrag von 10.500 Kilogramm pro Hektar. Das entspricht 66,9 Hektolitern pro Hektar. Dieser Höchstertrag bedeutet eine Steigerung der verfügbaren Traubenmenge gegenüber dem Vorjahr von rund neun Prozent.

2009 wurde der maximal verfügbare Ertrag erstmals unterschiedlich für Champagne-Häuser - 8.000 Kilogramm pro Hektar - und für Champagne-Winzer - 9.700 Kilogramm pro Hektar - festgelegt.

Dieser Konsens wurde am 19. Juli 2010 zwischen den Winzern und Häusern der Champagne verhandelt und vom Comité Champagne in Épernay bekannt gegeben. Der INAO, das französische Nationale Institut für Ursprungsbezeichnungen, muss diese Regelung noch bestätigen.

Der Reifeverlauf der Trauben wird ab dem 19. August 2010 täglich erfasst und analysiert. Die technische Abteilung des Comité Champagne unterhält hierzu ein Netz von 450 Messstationen in den Weinbergen der Champagne. Die Lese 2010 wird voraussichtlich um den 15. September beginnen. Für jede Rebsorte und jede Gemeinde wird der Lesebeginn nach dem jeweiligen Reifegrad der Trauben individuell festgelegt.

Ein frost- und schneereicher Winter, der von Mitte Dezember 2009 bis Mitte April 2010 andauerte, verbesserte die Grundwasserversorgung der Champagne-Rebflächen gegenüber den Vorjahren, jedoch mit großen regionalen Unterschieden. Obwohl Temperaturen bis zu minus 23 Grad Celsius erreicht wurden, beschränkten sich die Frostschäden auf etwas mehr als 200 Hektar. Der Austrieb der Reben war 2010 einige Tage später zu beobachten als im langjährigen Mittel: 19. April für Chardonnay, 22. April für Pinot Noir und 24. April für Meunier.

Eine Kältephase Anfang Mai verlangsamte das Rebwachstum. Die Champagne-Winzer blieben jedoch glücklicherweise von verheerenden Frühjahrsfrostschäden verschont. Die Rebblüte erreichte zwischen dem 16. und dem 21. Juni ihren Höhepunkt. Das heiße und trockene Sommerwetter der letzten Wochen hält den Mehltaubefall und Wachstumsstörungen (Verrieselung) in den Champagne-Weinbergen momentan gering.