18. September 2009

Champagner: Ertrag beschränkt

Nach den Umsatz-Einbrüchen auf dem Champagner-Markt um bis zu 20 Prozent hat das Comité Champagne zur Stabilisierung der Märkte eine Reduzierung der Traubenmenge bei der aktuellen Lese um 40 Prozent verfügt

Das Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne, kurz Comité Champagne, begrenzt die Ertragsmengen für die Trauben der geschützten Ursprungsbezeichnung (AOC) Champagne der Lese 2009 in folgender Weise:

- Für Champagne-Häuser ist der maximal verfügbare Ertrag auf 8.000 kg pro Hektar begrenzt, das entspricht 50,0 hl pro Hektar.

- Für Champagne-Winzer ist der maximal verfügbare Ertrag auf 9.700 kg pro Hektar begrenzt, das entspricht 60,6 hl pro Hektar.

Das entspricht einer Reduzierung der verfügbaren Traubenmenge gegenüber dem Vorjahr um rund 40 Prozent.

Erstmals können damit Champagne-Winzer über mehr Trauben verfügen als Champagne-Häuser. Die Differenz zwischen dem Höchstertrag (14.000 kg/ha) und dem verfügbarem Ertrag kann in eine individuelle Sonderreserve eingebracht werden, die jedoch auf insgesamt 8.000 kg/ha pro Erzeuger begrenzt ist.

Diese Maßnahmen zur Regulierung des Traubenmarktes berücksichtigen den aktuellen Absatzrückgang von Champagne und sollen den dadurch steigenden Bestand an Reserveweinen reduzieren. Dieser ist einerseits für die Qualität positiv, da viele Weine aus guten Jahrgängen für die Komposition der Champagne-Cuvées zur Verfügung stehen. Die Lagerhaltung bedeutet andererseits einen größeren Finanzierungsbedarf und eine hohe Kapitalbindung.

Die frühesten Schnitte für die aktuelle Lese wurden, aufgrund des guten Reifegrads mit einem hohen potentiellen Alkoholgehalt und gut strukturierter Säure, bereits am 9. September gesetzt und die spätesten Termine für den Beginn der Lese wurden auf den 21. September definiert. Der erforderliche potentielle Mindestalkoholgehalt für Trauben der AOC Champagne ist in diesem Jahr auf 9,5 Volumenprozent festgelegt.

Comité Champagne kürte besten Ausbilder für Champagne in Deutschland

Der beste Ausbilder für Champagne in Deutschland des Jahres 2009 ist der Essener Jurist, Weinhändler und Dozent Boris Maskow. Unter acht nationalen Favoriten wird im europäischen Finale am 22. Oktober 2009 in Épernay der Preisträger des Grand Prix Européen des Ambassadeurs du Champagne 2009 ermittelt. Boris Maskow wird Deutschland vertreten.

Das Comité Champagne in Épernay - der berufsübergreifende Verband der Champagne-Häuser und Champagne-Winzer - vergibt den Titel in diesem Jahr zum fünften Mal an Fachausbilder, Lehrkräfte, Referenten und Weinfachleute.