Wein
05. April 2009

Chateau Lafleur Degustation 1986 bis 2007

Bordeaux: Verkostung von Lafleur und Pensées de Lafleur bei WeinArt

Wie sagte Parker doch einmal so schön zu Lafleur (Pomerol): "Er ist nach wie vor sowieso der Einzige in der Appellation, der beständig mit dem Petrus konkurrieren und ihn manchmal sogar übertreffen kann."

Also kamen bei WeinArt in Geisenheim Stammgäste wie Hilmar Kopper und Wilhelm Weil, Journalisten und Sommeliers zur Verkostung von Pensées de Lafleur (der Zweitwein) und Lafleur der Jahre 1986 bis 2007 zusammen.

Nedjelko Mrcela von WeinArt führte zusammen mit den Winzern Sylvie und Jacques Guinaudeau durch den Abend, die Guinaudeaus brachten zum Einstieg ihren Chateau Grand Village mit, einen Bordeaux Superieur.

Grand Village Blanc: weiche, runde, gelungene Terrassenweine aus 2006, 2007 und 2008, alle um die 85-88

Der Grand Village Rouge ist ein extrem männlicher Bordeaux, mit viel Holz und Teer am Gaumen, die Jahrgänge 2007, 2006, 2005 und 2004 sind noch sehr verschlossen, hart und unzugänglich, viel neues Holz, eben Macho-Weine

Grand Village Rouge 2003: Frucht, direkt, zupackend, etwas Schoko, 89-90

Grand Village Rouge 2002: Tabak, weich und harmonisch 87-88

Grand Village Rouge 2000: offene Frucht, Würze, endlich ein wenig Spaß, 90+

Grand Village Rouge 1990: elegant gereift, immer noch knackige Gerbstoffe, schwarzes Leder, macho macho 90-91

 

Pensées de Lafleur 2007 Fassprobe: Toast, Frucht, Straße, Teer, 88+

Pensées de Lafleur 2005: Frucht, Holz gut eingebunden, etwas pelzig, Kirschen, Potential, 91-92

Pensées de Lafleur 2004 aus der Magnum: Bitterschoko, elegant, öffnet sich gerade 90

Pensées de Lafleur 1988: Pilze, Herbst, klassisch, 86-88

Pensées de Lafleur 1987 (quasi der Erstwein, es gab keinen Lafleur): erstaunlich präsent, Bitterschoko, Pilze, wunderbar gereift, 90-91+ (rückblickend kann man entspannt sagen, das der Lafleur 1987 nicht hätte deklassiert werden müssen)

 

Lafleur 2007 Fassprobe: alle dunklen Beeren dieser Welt, Extrakt, konzentriert, dichte Tiefe, elegant und lang, 92-94

Lafleur 2003: Toast, ausladende Frucht und mächtig, Zigarrenkiste 94-96

Lafleur 2001: verschlossen, Bleistift, Röstnoten 91-92, dann zum Kalbsschwanz-Raviolo in Meerrettich-Sud wunderbar

Lafleur 1999: Frucht und Tiefe, offen, elegant und eloquent, geschliffen, Zigarre, Rauch, 94-96

Lafleur 1998: leichter Kork, man konnte ihn geradeso testen, wäre ganz groß gewesen, schade (ohne Kork über 95)

Lafleur 1995: kein großer Lafleur, relativ eindimensional, ein "gelungener Kompromiss" nannte ihn Jacques, 90-92+

Lafleur 1989: Pflaume, viel Stoff, Bitterschoko, Extrakt, Kraft und Eleganz, komplex, ein Gentleman-Macho, Klasse! die geschmorten Backen des Ibericoschweines in Chorizojus passten dazu wie die Faust aufs Auge (das Schwein stand geradezu vor der Auferstehung) 96-98+

Lafleur 1986: Herbst, kurz und tschüss, 87-89 (bin damit der Meinung von Rene Gabriel, der den Wein in seinem Bordeaux total mit 16 Punkten und "austrinken" bewertet)

Es war eine ausgezeichnete Verkostung mit einem tollen Menu vom Caterer "Consortium-Die Köche" mit Kazuya Fukuhira, dem ehemaligen Sterne-Koch aus dem Grauen Haus, Chapeau!

Übernachtet haben wir im Hotel Rüdesheimer Schloss der Breuers, das ideale Quartier für die Region. Bis tief in die Nacht saßen wir mit Christina Fischer und Theresa Breuer zusammen und vernichteten einige 94er Breuer Rieslinge, wunderbar.

Grüße, Niko