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13. Juli 2007

Chilenen im Visier der Weinkontrolle

Die Weinkontrolle in Rheinland-Pfalz nimmt verstärkt chilenische Weine unter die Lupe. Der Grund für die Untersuchungen: ein chilenischer Merlot, der eine ?übermäßig hohe Belastung? mit dem Insektizid Carbaryl aufwies, wie Kerstin Stiefel, Pressesprecherin des Landesuntersuchungsamtes Rheinland-Pfalz gegenüber WEIN+MARKT erklärte.

 

Der gesetzlich zulässige Grenzwert (0,05 mg/kg Keltertrauben) wurde laut Stiefel bei dem beanstandeten Wein um ein Vielfaches überschritten. Gemessen worden seien 1,3 mg/l. Um zu prüfen, ob es sich um das Problem eines einzigen Weines, eines einzelnen Produzenten oder um ein weiter verbreitetes Problem handele, checke die Weinkontrolle jetzt in einem ?Rundumschlag? weitere chilenische Weine aus Merlot, aber auch aus anderen Rebsorten.

Auslöser für die Recherchen der Behörden war laut Stiefel eine Schnellwarnmeldung aus den Niederlanden. Darin wurde Ende Juni auf einen mit Carbaryl belasteten 2006er Merlot hingewiesen. Der hiesige Importeur der Marke hatte zwar nur Flaschen aus dem Jahrgang 2005 auf Lager, doch deren Verkauf sei von dem Unternehmen vorsichtshalber sofort gestoppt worden, betont Stiefel. Ein inzwischen vom Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz erstelltes Gutachten attestiere dem 2005er ?die selbe Insektizidbelastung?. Bei der betroffenen 2005er Partie ging es nach Stiefels Angaben um 4.069 Flaschen, von denen 3.870 noch im Lager des Importeurs waren und sofort aus dem Verkehr gezogen wurden. 79 Flaschen seien bereits als Werbemuster rausgegangen. Eine Gesundheitsschädigung gehe von den belasteten Weinen (bei einem ?normalen? Konsum) nicht aus.