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15. Februar 2010

Christian Rach mag nicht "Ins Bett kochen"

Christian Rach (52), Hamburger Sternekoch und Restauranttester bei RTL, denkt nicht, dass man einen begehrten Menschen "ins Bett kochen" kann

«Ich glaube, wenn es zwischen zwei Menschen nicht auch vorher schon stimmt, kann man mit dem besten Essen nichts bewirken», sagte er der «Bild am Sonntag».

Der glücklich verheiratete Rach würde bei einem ersten Date eher essen gehen als selber kochen. Warum? «Weil es schon zu viel Information voraussetzt. Vielleicht hat die Auserwählte ja eine Tomatenallergie! Wenn ich essen gehe, lerne ich ganz viel über die Frau. Dann kann ich am nächsten Sonntag immer noch für sie kochen.»

Restaurantbesitzer Rach («Tafelhaus») findet: «Sogar eine Currywurst zu essen, kann ein erotisches Erlebnis sein. Es kommt nur darauf an, wie man das tut, mit wem, mit welcher Lust und mit welcher Aufmerksamkeit.» Schlank bleibe er, weil er sich viel bewege, sagte Rach. «Mir bleibt keine Zeit zum Dickwerden. Ich flitze hier den ganzen Tag die Treppen rauf und runter, fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit, das genügt.»

Wenn er selber Restaurantgast ist, sei er pflegeleicht. «Wenn der Wein korkig ist, sag' ich das sofort. Wenn das Fleisch zu lange gebraten ist, halte ich die Klappe.»

In der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» erläuterte der studierte Philosoph Rach die politische Dimension seiner Reisen zu heruntergewirtschafteten Restaurants. «Da wurde viel verlernt. Ganz simple, grundlegende Tugenden und Techniken.»

Das sei aber nicht nur bei Lokalbetreibern so. «Das stelle ich auf vielen Gebieten fest, auch in der Wirtschaft. Dabei haben es die, die hier Qualität produzieren oft besser als jene, die jedem Trend hinterherlaufen und irgendwo in der Fremde etwas zusammenschrauben lassen, um zwei Euro Lohn in der Stunde zu sparen.» dpa