Lifestyle
24. Februar 2018

Daimler AG Geely Gründer steigt ein

Foto obs

Geely Gründer Li Shufu ist neuer Aktionär der Daimler AG: Li Shufu hat 9,69 Prozent der Anteile erworben - Langfristiges Investment in Digitale Services und Elektromobilität - Das Porträt.

Ein Tochterunternehmen der Geely Group Co., Ltd, Hangzhou, China, ein Unternehmen im Besitz von Li Shufu und unter dem Management der Zhejiang Geely Holding Group Co Ltd., Hangzhou, China, hat 9,69 Prozent der Aktien der Daimler AG, Stuttgart, erworben. "Daimler ist ein herausragendes Unternehmen mit erstklassigem Management. Es ist mir eine Ehre, dieses Team unter der Führung von Dieter Zetsche in Zukunft unterstützen zu können", so Li Shufu, CEO und Inhaber der Zhejiang Geely Holding Group und der Geely Group.

Daimler AG | Geely Gründer steigt ein

"Insbesondere freue ich mich, Daimler auf dem Weg zu einem der weltweit führenden Anbieter von Elektromobilität zu begleiten". Das Engagement der Geely Group in Daimler ist dementsprechend langfristig angelegt. Li Shufu wird mit dem Erwerb der Anteile zum derzeit größten Einzelaktionär der Daimler AG. Es ist bis auf weiteres weder von der Geely Group noch von anderen Unternehmen der Zhejiang Geely Holding Group geplant, den Anteil an Daimler aufzustocken. "Wir respektieren und schätzen die Kultur, die Werte und die Corporate Governance der Daimler AG", so Li Shufu.

Die Zhejiang Geely Holding Group ist mit einem Umsatz von über RMB 270 Milliarden (rund 43 Milliarden US-Dollar) in 2017 der größte private Automobilkonzern in China und einer der führenden Anbieter für Elektromobilität weltweit. Zu den wesentlichen Assets der Unternehmensgruppe zählen der chinesische Autohersteller Geely Automobile Holdings Ltd., Hangzhou (46 Prozent), Volvo Cars, Göteborg, Schweden (100 Prozent), Lotus Motor Cars, Norfolk, UK (51 Prozent), Proton Cars, Malaysia (49,9 Prozent) und London Taxi, Coventry, UK (100 Prozent).

Zur Geely Group gehört ebenso einer der größten chinesischen Car-Sharing Anbieter, Cao Cao (100 Prozent), der mit rund 16.000 elektrisch angetriebenen Fahrzeugen heute die umfangreichste Flotte von Elektrofahrzeugen weltweit betreibt.

Li Shufu: "Die Wettbewerber, die uns im 21. Jahrhundert technologisch herausfordern, kommen nicht aus der Automobilindustrie. Den Kampf um die Zukunft des Automobils wird kein aktueller Branchenspieler alleine gewinnen können. Aus dieser Herausforderung ergeben sich aber auch Chancen. Um den Eindringlingen von außen mit vereinten Kräften zu entgegnen braucht es Freunde und Partner. Es ist Zeit für ein Neues Denken. Mein Engagement bei Daimler reflektiert diese Vision".

Li Shufu - der «Henry Ford» Chinas

Der Sohn eines Reisbauern gilt als erfolgreichster Auto-Unternehmer der Volksrepublik. Größter Traum des Milliardärs Li Shufu: Sein Geely-Konzern soll zu einer echten Weltmarke reifen.

Der Name des Autoherstellers Geely ist vom chinesischen Wort «jili» abgeleitet, was «Glück» oder «glückverheißend» bedeutet. An der Spitze des privaten Unternehmens steht Li Shufu, der die chinesische Autobranche umgekrempelt hat.

Für viele Chinesen gilt Li als ein Idol, weil er vor allem durch Fleiß und harte Arbeit zu Reichtum gekommen sei. Allein im vergangenen Jahr hat sich das Vermögen des 54-Jährigen laut US-Magazin «Forbes» auf 17 Milliarden Dollar mehr als verdreifacht, weil die Aktie von Geely an der Börse zu einem Höhenflug ansetzte.

1981 lieh sich Li Shufu als 18-Jähriger 120 Yuan - heute zwölf Euro - von seinem Vater, einem Reisbauern. Er kaufte eine Kamera und machte mit Fotos erste Geschäfte. Die eigentliche Unternehmer-Karriere von begann dann Mitte der 80er Jahre, als er mit Freunden eine Fabrik für Kühlschrankteile gründete. Später bauten die jungen Unternehmer Motorräder aus Taiwan nach.

1998 erhielt der «chinesische Henry Ford», wie ihn einige heute nennen, die Lizenz zur Autoherstellung. Seine Firma - nun unter dem neuen Namen Geely - startete mit der Produktion von Fahrzeugen. Während Li Shufu der wachsenden chinesischen Mittelklasse seine Autos hoch profitabel verkaufte, konnte er mit seiner Qualität in Europa und den USA lange nicht überzeugen. Um dennoch den Einstieg in den ausländischen Markt zu schaffen, kaufte sich Geely 2010 bei Volvo ein.

Für die damals in Zahlungsnöten steckenden Schweden war das ein Glücksfall. Dank des verbesserten Zugangs zum chinesischen Markt zogen die Verkäufe in den Folgejahren kräftig an.

Zuletzt setzte Li Shufu seine Expansion im Ausland mit Übernahmen von London Taxi sowie der britischen Sportwagenmarke Lotus fort. Mit der neuen Marke Lynk will der Geely-Konzernchef ab 2019 zudem den europäischen Automarkt noch stärker in Angriff nehmen. dpa/ots