Food
23. April 2009

Das Geheimnis der perfekten Pizza

So muss eine Pizza sein: Bei den Pizzameisterschaften auf der Mondo Italia in der Neuen Messe in Stuttgart verrät der Sieger seine Tricks

Wie eine Frisbeescheibe dreht Umberto Napolitano den Pizzateig auf seinen Fingerspitzen. Ab und an wirbelt er ihn durch die Luft. Durch die Beine, hinterm Rücken, sogar im Sitzen. Für den Schulleiter der einzigen Pizzaschule Deutschlands in Düren gehört zum Pizzabacken immer auch ein bisschen Show. Gemeinsam mit dem Verein der italienischen Pizzabäcker in Mitteleuropa hat er deshalb gleich vier Wettbewerbe für die Mondo Italia organisiert.

Außer in der Disziplin Akrobatik, ging es darum, wer die schnellste, die größte und - natürlich - auch die Pizza mit dem besten Geschmack zubereiten konnte. Zwanzig Teilnehmer wollten in der Königsdisziplin die Trophäe Pizza del Gusto e Coreografia mit nach Hause nehmen. Die Jury musste folglich 20 Stück Pizza kosten.

"Das geht schon", meint aber Italo Servadoli, eines der vier Jury-Mitglieder. "Die traditionell italienische Pizza ist eine Diät-Pizza, weil sie einen dünnen Boden hat und wenig Belag." Entscheidend sei der Pizzateig, der müsse 48 Stunden lang gehen. Deswegen bringen die Pizzaioli den Teig schon fertig mit zum Wettbewerb. "Die gebackene Pizza sollte dann leicht kross sein. Wenn man sie schneidet, sollte beim Essen die Spitze eines Stücks nicht herunter lappen. Sonst ist sie eben nicht klassisch italienisch."

"Klassisch italienisch" ist dann auch die Siegerpizza. Sie ist relativ schlicht mit ein paar Shrimps, etwas Mais, Zucchini und Parmesan bestückt und ist dem erst 23-jährigen Pietro Lovecchio aus Tarent in Süditalien gelungen. "So muss eine Pizza sein", ruft Italo Servadio zufrieden und gibt die volle Punktzahl. "Perfekte Konsistenz, knusprig und vor allem ein sehr gutes und bekömmliches Bio-Mehl" waren ausschlaggebend.

Der Gewinner gibt sich ganz bescheiden. Mit 16 habe er angefangen in einer Pizzeria zu arbeiten und dann Kurse an einer Pizzaschule belegt. Und sein Geheimnis? Für den Teig habe er ein spezielles Mehl aus Kamut verwendet. Mehr will er aber nicht verraten. "Jetzt gehen wir erst mal feiern und Pietro muss uns alle einladen", freut sich ein mitgereister Freund. Eines will Pietro aber doch noch loswerden: "Wichtig ist", sagt er, "dass man sich immer noch weiter verbessern kann." So spricht ein echter Pizzaioli. (Markus Böhle/dpa)