BERLIN
29. Januar 2010

Das Hotel Adlon, van Daalen und das Licht in Berlin

Nach gut fünf Jahren an der Spitze des Baltschug Kempinski in Moskau leitet Adlon-Gründungsdirektor Gianni van Daalen für eine Übergangszeit das Luxushotel am Brandenburger Tor in Berlin

Zu seinem Neustart sagte der Top-Manager am Freitag, das Adlon wolle weiter «das erste Haus am Platze» sein. In der Hauptstadt bieten inzwischen 21 Fünf-Sterne-Häuser ihre Dienste an. «Das Adlon steht deshalb unter besonderem Druck, und das ist gut so», sagte Interims-Direktor van Daalen (66).

Die Kempinski-Gruppe wolle international, besonders in Westeuropa, weiter expandieren und allein bis 2012 über 25 neue Häuser eröffnen. Van Daalen ist als Regionalpräsident Europa zuständig für 29 Häuser der Kempinski-Gruppe in Europa.

Der gebürtige Italiener war 1997 bei der Neueröffnung des Adlon am Pariser Platz erster Direktor des Hauses und führte es an die Spitze der Berliner Hotellerie. Nach seinem Weggang nach Moskau Ende 2004 geriet die Direktion des Luxushotels in ungewohnt unruhiges Fahrwasser. Direktor Herman von Treskow übergab die Leitung nach nur kurzer Zeit im April 2005 an Thomas Klippstein. Dieser musste als Adlon-Chef im September 2006 aufgeben, nachdem seine Mitarbeit für die DDR-Staatssicherheit bekannt wurde.

Erst Stephan Interthal, der aus München nach Berlin wechselte, konnte den guten Ruf des Hauses wieder stabilisieren. 2007 feierte das Adlon unter seiner Regie 100. Geburtstag. Interthal wechselte jetzt nach Peking. Zu den wichtigsten Aufgaben gehört es für Gianni van Daalen nun, seinen eigenen Nachfolger zu finden. «Wir reden mit gut 20 Top-Kandidaten.»

Van Daalen bezeichnete die Lage des Adlon als gut. «Es gibt überhaupt keine Problematik, vielleicht die Preise, die permanent im Sinkflug sind.» Die «Dauer-Baustelle» Berlin bezeichnete der Manager nach seiner Rückkehr als «einfacher, besser und angenehmer in der Lebensqualität als die Städte, die ich bisher kennengelernt habe».

Den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit habe er angerufen mit dem Hinweis, in Moskau seien die Hauptstraßen auch nachts «hell erleuchtet und in Berlin ist es Unter den Linden dann dunkel». Wowereit solle doch «in Mitte das Licht anmachen». Der Regierende Bürgermeister habe nur gelacht. dpa

10 Jahre Lorenz Adlon