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01. April 2008

Das Wunder von Oestrich-Winkel: Allendorf züchtet Perlmutt-Riesling

copyright Allendorf

Was viele Wissenschaftler für unmöglich hielten, der Rheingauer Winzer Ulrich Allendorf hat es geschafft. Nach jahrelangem Experimentieren und vielen Fehlversuchen ist ihm eine neue Züchtung gelungen: Perlmutt-Riesling. In aller Heimlichkeit kam die erste Ernte im Herbst 2007 auf die Kelter

Feinste Perlmutt-Kristalle geben dem neuen Riesling einen unwiderstehlichen Glanz. Am Gaumen bewirken sie durch die Vergrößerung der Oberfläche ein so intensives Geschmackserlebnis, das es bei den Profis nach der ersten Blindverkostung ungläubiges Kopfschütteln auslöste. Ein schier nicht enden wollender Abgang verblüffte die Jury.

Rund 10 Prozent reine Perlmuttbeeren machen den Unterschied. Nach dem Entrappen kommen die Trauben in eine eigens dafür hergestellte Mühle. Der Prototyp mahlt die Perlmutt- und Rieslingbeeren besonders fein. Gleichzeitig werden nach einem patentierten Verfahren die Kernreste ausgesondert. Der grün-weißlich glitzernde Saft wird reduktiv kalt vergoren, um die Farb-Pikmente des Perlmutt so weit als möglich zu schonen. Ungefiltert wird der Wein dann auf eine Pelrmutt-Riesling-Flöte, die neueste Exklusiv-Linie einer norditalienischen Glashütte, gefüllt.

Möglich wurde das Wunder von Oestrich-Winkel durch eine Manipulation, die Ulrich Allendorf auf den Fidschi-Inseln kennen lernte. Um die Erträge an Perlen zu erhöhen, setzen dort die Einheimischen den Muscheln ein Stück Perlmutt ins Muschelfleisch ein. Der Fremdkörper löst das Wachstum einer neuen Perle aus.

Ähnlich gingen auch Allendorf und sein Spezialistenteam für Rebzüchtung vor. Immer wieder pflanzten sie in frisch gepfropfte Rieslingsetzlinge ein Stück einer besonderen Muschelart ein, solange, bis das außergewöhnliche Experiment gelang.

"Wir alle freuen uns riesig, dass wir es endlich geschafft haben", erzählte mir Ulrich Allendorf bei einem Gläschen seines schimmernden Rieslings. "Wir mussten viele enttäuschende Fehlversuche hinnehmen und hätten beinahe aufgegeben. Heute sind wir froh, dass wir durchgehalten haben."

Mehr will Allendorf nicht verraten, denn zunächst möchte er den Züchtungserfolg alleine genießen. Er spielt aber mit dem Gedanken, das patentierte Verfahren in einigen Jahren zu verkaufen, um sich für ein noch unglaublicheres Experiment finanziellen Freiraum zu schaffen. Der neue Perlmutt-Riesling ist ab 25. April in Allendorfs Wein-Erlebnis-Welt zu verkosten.

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