Berlin
26. Januar 2010

Dehoga-Bilanz: Berlin trotzt der Tourismus-Krise

Das Touristenziel Berlin hat auch in der Konjunkturflaute weiter zugelegt

Die Zahl der Übernachtungen in der Hauptstadt stieg im vergangenen Jahr auf rund 19 Millionen nach 17,77 Millionen im Jahr zuvor, wie der Berliner Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) mitteilte. Belebt wurde das Geschäft durch die Leichtathletik-Weltmeisterschaft im Sommer und den 20-jährigen Jahrestag des Mauerfalls im Herbst.

Auch die Zahl der Betten erhöhte sich auf 106.500, nachdem es ein Jahr zuvor 97.500 waren. Preise und Auslastung gerieten daher unter Druck. Auch ohne Großereignisse hofft das Gastgewerbe in diesem Jahr auf leichte Übernachtungssteigerungen.

Berlin sei international als attraktives Ziel etabliert, sagte Dehoga-Präsident Willy Weiland. Um mehr Touristen anzuziehen, setze das Gastgewerbe weiter auf Kongresse und Veranstaltungen über Themen wie Mode, Musik und Sport. Stärker für die Werbung genutzt werden könnten Internet-Netzwerke. Zudem biete der «medizinische Tourismus» für Fachbesucher große Potenziale. Nötig sei, wachsende Kapazitäten zu füllen. «Eine Leichtathletik-WM oder eine Fußball-WM wird es in den nächsten 20 Jahren nicht mehr geben.»

Die Branche rechnet damit, dass in zwei bis drei Jahren in Berlin nochmals bis zu 15 000 weitere Betten hinzukommen. Im vergangenen Jahr ging der Umsatz je verfügbarem Zimmer laut Dehoga um mehr als zehn Prozent zurück. Damit sei Berlin in der Branchenkrise aber glimpflicher davongekommen als andere Metropolen. dpa