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31. März 2011

Der Garten im Frühling: Stauden in Kübeln

Im Garten gibt es Bereiche, die man auflockern oder abteilen möchte. Kübel sind ideale Raumteiler. Mit blühenden und duftenden Stauden bepflanzt, machen sie auch die kleinsten Balkone und Terrassen zur blühenden Oase

Von Anne Barthel

Buchsbaum- oder Thujahecken in Trögen zieren in Städten so manchen Außenbereich eines Cafés oder Restaurants. Sie schirmen die Gäste gegen Blicke und Geräusche ab. So werden aber nicht nur solche Orte begrünt. Im eigenen Garten oder auf dem Balkon können bepflanzte Gefäße sogar noch ein wenig mehr: Sie schaffen auf kleinstem, betoniertem oder gefliestem Raum eine blühende Pflanzenwelt für Mensch und Tier.

Denn mit ihren Blüten und den grünen Blättern schaffen Stauden in Kübeln die Impression mitten im blühenden Beet zu sitzen. Obendrein locken manche Pflanzen-Arrangements mit süßem Nektar auch Schmetterlinge, Bienen und Hummeln an - und damit ein Stück Natur direkt an das Haus. Das schaffen beispielhaft Schmetterlingspflanzen wie Duftnesseln (Agastache), Astern, Fetthennen (Sedum telephium), Sommer-Phlox, Disteln, Prachtscharten (Liatris) oder der Rote Sonnenhut (Echinacea), erläutert die Landschaftsarchitektin Bettina Rehm-Wolters aus Stuhr bei Bremen. Kräuter wie Thymian, Oregano, Rosmarin und Salbei ergänzen das Bild.

Für so einen schönen Anblick reichen auf einer Terrasse oder einem Balkon schon zwei oder drei nebeneinander stehende oder in Stufen arrangierte Töpfe mit blumentragender Bepflanzung. Die Buchautorin Rehm-Wolters empfiehlt Töpfe, die genau gleich aussehen oder wenigstens aus dem selben Material bestehen.

Hobbygärtner griffen beim Kauf jedoch häufig zu bereits blühenden Pflanzen, sagt Staudengärtner Klaus-Peter Manig aus Uebigau (Brandenburg). «Diese Pflanzen blühen allerdings nur ein paar Wochen.» Er rät daher, auch Blattschmuck-Stauden aufzustellen. Dazu zählt etwa das Purpurglöckchen (Heuchera) aus der Familie der Steinbrechgewächse.

Die meist immergrüne Pflanze mit herzförmig gelappten, grünen oder rötlichen Blättern blüht von Mai bis August weiß, rosa oder rot. Sie erreicht eine Wuchshöhe von rund 50 Zentimetern. Die buschig wachsende Pflanze mit fein verzweigten Rispen ist anspruchslos und eignet sich für schattige und sonnige Plätze.

Die bis zu zwei Meter hohen, mehrjährigen Staudenwicken (Lathyrus latifolius) sind Kletterpflanzen, die mit einem Gerüst im Kübel gut gebändigt werden können. «Sie blühen unter anderem grün, rot oder gestreift», sagt Manig. Je öfter man sie für einen Blumenstrauß schneidet, desto üppiger blühten die Wicken. Einen betörenden Duft verströmen jedoch nur die einjährigen Duft-Wicken, deren bunte Schmetterlingsblüten sich von Juni bis September öffnen.

Für den Balkon, auf dem es sehr heiß werden kann, empfiehlt Staudenexperte Manig sehr robuste Pflanzen, etwa Lavendel, Heiligenkraut, Fetthennen und Schleierkraut. Das mehrjährige Rosenschleierkraut (Gypsophila 'Rosenschleier') hängt mit seinen kleinen, hellrosa gefüllten Blüten über den Topfrand. Schneidet man es nach der ersten Blüte zurück, blüht es im Herbst noch einmal.

Doch nicht alle Beetstauden sind für die Kübelkultur geeignet, sagt der Garten- und Landschaftsarchitekt Martin Haberer aus Nürtingen (Baden-Württemberg). Denn viele hätten hohe Ansprüche an Wasser, Düngung und auch Pflege. Er nennt als Beispiel den Rittersporn (Delphinium) und die Pfingstrose (Paeonia), deren Wurzeln tief in den Boden reichen. «Ein Kübel ist da einfach zu klein, außerdem ist der Delphinium dann anfällig gegen Mehltau», erklärt Haberer. «Zudem entsteht immer wieder Staunässe.» Er rät auch davon ab, Zwiebeln wie Tulpen oder Narzissen in Töpfe zu pflanzen, da diese den kalten Winter in Gefäßen nicht überstehen und faulen.

Hingegen eignen sich nach Ansicht von Manig für die Bepflanzung im Topf auch Gräser. Der Staudenzüchter und Garten-Philosoph Karl Foerster (1874-1970) nannte sie «das Haar der Mutter Erde», und einen Garten ohne Gräser fand er einfach «grässlich». Igeliger Bärenfell-Schwingel, graziles Moskitogras oder flaumiges Lampenputzergras würden das ganze Jahr bis in den Winter hinein wirken, sagt Manig. Nur das Chinaschilf (Miscanthus sinensis) würde er nicht in einen beengten Platz wie einen Topf pflanzen: «Dafür benötigt man einen sehr großen Kübel, viel Wasser und Dünger.»

In einen 50-Zentimeter-Kübel auf dem Balkon würde Haberer auch Sukkulenten pflanzen: «Die sind meist immergrün, also ausdauernd attraktiv.» Hauswurzen etwa gebe es in allen möglichen Farben und Rosetten-Formen. Im Frühsommer würden sie auch blühen. «Dazu würde ich noch einen aufrechten Stein und eine Zwergkonifere als senkrechtes Element verwenden», empfiehlt er. «Kaufen Sie eine gute Balkonblumenerde und mischen Sie bei den Sukkulenten Sand und Splitt dazu. Auch eine gute Drainage mit Blähton ist in Kübeln wichtig, damit keine Staunässe entsteht.»

Um den Rand zu kaschieren, eignen sich wiederum Stauden, etwa die diversen Arten von Fetthennen (Sedum). Diese gibt es in verschiedenen Farben und für verschiedene Blühzeiten. Die 40 bis 60 Zentimeter hoch wachsende Sedum aizoon 'Aurantiacum' blüht von Juli bis August leuchtend gelb, die 20 Zentimeter hohe Sedum album blüht von Juni bis September weiß und die nur 10 Zentimeter hohe Sedum album 'Coral Carpet' blüht von Mai bis Juni rot. Außerdem färbt sie ihr sommergrünes Laub im Winter auffallend kupferrot.

«Für einen Topf, der in der Mitte des Gartens stehen soll und deshalb eine gute Fernwirkung haben soll, würde ich eine federleichte, aber üppig wachsende Prachtkerze (Gaura) vorschlagen - die Trendstaude des Sommers», sagt Rehm-Wolters. Dazu passe eine Glockenblume mit weißen Blüten, die sich malerisch über den Topfrand legen kann. Für die Expertin ein perfektes Duo für eine Topfbepflanzung. dpa