02. Dezember 2009

Der Heringskaviar

Köhlers Koch Jan-Göran Barth mag ihn nicht, den Heringskaviar

Er ist nicht schwarz, besitzt keine körnige Konsistenz und ist "rollend" nicht erhältlich. Denn die unzähligen winzigen Eier mit einem blassen, gelblichen Farbton befinden sich in einer dünnen Hülle. Und somit sind die sogenannten Rogentaschen nur im Ganzen zu erhalten.

Der vermeintliche Heringskaviar, der derzeit die Feinkostläden als Alternativprodukt zum Störkaviar heimsucht, ist eher ein Produkt verunglimpfter Zusammenführung diverser fischähnlicher Zutaten und somit als Pendant nicht zu dulden.

"Tranig mit metallischen Substanzen im Abgang, ein Hauch Säure und keine Spur Frische", so könnte eine ehrliche Degustationsnotiz zu solch einem Produkt aussehen.

Der Hersteller der benannten Spezialität kommt bei diesem Fall mit sauberer Weste davon, denn deklariert ist dieses Produkt als Kaviar aus Edelfischen (Hering). Nun ja.

Da wurde wohl mal wieder eine Sau durchs Dorf getrieben und alle sind aufgesprungen und dachten es wäre ein super Feinkostprodukt, das nicht verpasst werden darf. Wenn hier die molekulare Kunstfertigkeit angewandt worden wäre, dann hätte man sicher einen überaus hochinteressanten Spezi für Vorspeisen und andere Gerichte kreiert.

Ich persönlich bleibe bei sauberen Produkten wie Felchenkaviar, Saiblingskaviar oder auch Hechtkaviar. Denn hier werden die Authentizität und die Regionalität unseres Landes wiedergespiegelt.

Kulinarische Grüße

Jan-Göran Barth

www.jan-goeran-barth.de

Zur Kolumne Köhlers Koch