Wein
26. September 2014

Deutsche Weinkönigin and the winner is Janina Huhn

Deutsche Weinkönigin Fotos: DWI

Janina Huhn aus der Pfalz siegt im Finale im Kampf um die Weinköniginnen-Krone 2014. Sie will ihr Amt modern und jung gestalten

Erstmals beteiligt das Deutsche Weininstitut (DWI) die Öffentlichkeit bei der Wahl der 66. Deutschen Weinkönigin. Schon im Vorfeld der TV-Sendungen wurde ein öffentlicher Aufruf gestartet. Fans und Weinfreunde konnten wettbewerbsrelevante Fachfragen einreichen.

Nun wird Janina als 66. Deutsche Weinkönigin ein Jahr lang die deutsche Weinwirtschaft auf rund 250 Terminen im In- und Ausland vertreten. Ihr zur Seite stehen Kathrin Schnitzius von der Mosel und Judith Dorst aus Rheinhessen als Deutsche Weinprinzessinnen.

"Es ist absoluter Wahnsinn, und schön, einfach nur schön", sagte die frisch gekürte Weinmajestät unmittelbar nach ihrer Wahl. Auch ihre beiden Weinprinzessinnen hätten gut Königin werden können, sagte sie: "Wir werden ein gutes Trio sein." Am meisten freue sie sich auf die Fernreisen nach New York, aber auch nach Asien, "das wird super spannend", sagte sie.

Die 24 Jahre alte Bad Dürkheimerin absolvierte nach ihrem Abitur zunächst ein Geschichtsstudium in Freiburg, doch auch dort ließ sie der Wein nicht los. Bei Weinproben mit Kommilitonen und bei Reden auf offener Bühne merkte sie: "Ich setze mich unheimlich gerne für die Weine meiner Heimat ein." Ihr Vater ist Weinbautechniker in Deidesheim, Janina machte aus Interesse ein Praktikum im Weingut Pfeffingen.

Um die Krone der amtierenden Weinhoheit Nadine Poss (Foto r.) kämpften Vertreterinnen der Anbaugebiete Pfalz (Janina Huhn), Rheinhessen (Judith Dorst), Mosel (Kathrin Schnitzius), Baden (Aurelia Warther), Saale-Unstrut (Anne Meinhardt) und Rheingau (Julia Jakob).

Sie hatten sich in einem Vorentscheid durchgesetzt. Die 70köpfige Jury hatte es am Ende wirklich schwer mit ihrer Wahl. GW/dpa

 

Janina will ihr Amt modern und jung gestalten

Von Jasper Rothfels

Die neue Deutsche Weinkönigin weiß nicht nur viel über Rebensaft, sie kann auch Latein und Griechisch. Janina Huhn ist die erste Pfälzerin in diesem Amt seit acht Jahren. Neben der Krone hat sie nun auch einen vollen Terminkalender.

Die neue Deutsche Weinkönigin muss vor Rührung kurz mit den Tränen kämpfen, dann blickt sie unerschrocken ihrer neuen Aufgabe entgegen. Janina Huhn aus Bad Dürkheim wird in den kommenden 365 Tagen den deutschen Wein vertreten - bei mehr als 200 Terminen im In- und Ausland. Angst vor dem Pensum hat die 24-jährige Rheinland-Pfälzerin nach eigenen Angaben nicht. "Ich liebe Herausforderungen", sagt die hochgewachsene blonde Frau nach der Wahl am Freitagabend in Neustadt mit Blick auf das vor ihr liegende Jahr. "Ich weiß, es wird einmalig."

Huhn, die einen Abi-Durchschnitt von 1,1 und unter anderem Geschichte studiert hat, freut sich auf Reisen nach Asien und in die USA, hat sich für ihre Regentschaft aber auch programmatisch einiges vorgenommen. "Mir kommt es darauf an, dass dieses Amt als modern und jung wahrgenommen wird", sagt die junge Frau, die nicht nur Querflöte spielen, sondern auch Latein und Griechisch kann. Beruflich zieht es sie in den Marketing- und Eventbereich.

Während Huhn noch auf der Bühne erste Einladungen erhält - unter anderem zu einer Weinmesse nach Schanghai - ließen ihre Anhänger "Janina, Janina"-Chöre hören und waren vor Freude kaum zu bändigen.

Kein Wunder. Erstmals seit acht Jahren wandert die Auszeichnung wieder in die Pfalz, das zweitgrößte der 13 deutschen Weinanbaugebiete. "Da muss man doch überglücklich sein, oder?", sagt der pfälzische Weinbaupräsident Edwin Schrank.

Gut zwei Stunden hatten die sechs Finalistinnen gekämpft und gezittert. Bei den Aufgaben, die sie allein oder in der Gruppe bewältigen müssen, kommt es neben dem Wissen um den Wein auch auf Spontaneität, Redegewandtheit und Charme an. Huhn beeindruckt vor allem bei der letzten Aufgabe, als es gilt, in einem kleinen Vortrag zu begründen, wen man für Vorbilder hält. In geschliffenen Sätzen legt sie dar, dass dies für sie eine Freundin ist, die trotz vieler Schicksalsschläge eines der schönsten Lächeln hat, die sie kennt, und ein junger Freund, der trotz seiner Verantwortung als Unternehmer für jeden Spaß zu haben sei.

Auch bei der Aufgabe, eine Weinsorte zu identifizieren, schneidet sie gut ab. Huhn bekommt den Riesling, ihren Lieblingswein. Weniger gut läuft es für sie, als es gilt, unter drei Männern, die alle dieselbe Lebensgeschichte erzählen, den herauszufinden, zu dem die Vita gehört. Und auch bei der Aufgabe, in einem Vortrag über die Geschichte des Rieslings drei richtige Tatsachen zu entdecken, ist sie nicht ganz erfolgreich. Huhn, die ihre Abschlussarbeit in Geschichte über die Trinkkultur der alten Griechen geschrieben hat, sieht sich das nach. "Wein ist ein sehr umfangreiches Thema, da kann man einfach nicht alles wissen", sagt die Tochter eines Weinbautechnikers und einer Versicherungsfachangestellten.

Rückenwind bekommt sie vom rheinhessischen Weinbaupräsidenten Ingo Steitz, einem Mitglied der 70-köpfigen Jury. "Bei dieser Entscheidung kommt es darauf an, wie man auch falsche Antworten gut rüberbringt", erklärt er. Denn eine Weinkönigin könne in manch brenzlige Situation geraten, in der man nicht alles wissen könne - und dann gehe es darum, sich charmant aus der Affäre zu ziehen.

Er regt dennoch an, dass die Krone in diesem Jahr im vier-Monats-Turnus weitergegeben wird, so dass neben Huhn auch die beiden Weinprinzessinnen Judith Dorst (Rheinhessen) und Kathrin Schnitzius (Mosel) zeitweise das höchste Amt innehätten. Denn Dorst habe auch eine glänzende Vorstellung abgeliefert und es ebenfalls verdient, Deutsche Weinkönigin zu werden. Dorst selbst sagt, sie habe keinen Grund, entäuscht zu sein. So könne sie neben ihrem Prinzessinnenamt weiter als Winzerin arbeiten.

Für den Kabarettisten Christian "Chako" Habekost geht die Entscheidung in Ordnung, unabhängig davon, dass er selbst Pfälzer sei. "Sie kann ganze Sätze sprechen, sagt kein äh, kann Hochdeutsch, kann Pfälzisch, kann Englisch, was willsch en mehr?", sagt Habekost, der das Publikum zwischenzeitlich mit Scherzen über pfalzfremde Weintouristen unterhalten hat. Huhn solle die Weinwirtschaft gut vertreten, "und ich glaube, das kann sie großartig". dpa