WEIN
06. März 2015

Deutscher Wein IHK Trier fordert mehr Rebflächen-Zuwachs

Foto: DWI

Um wie viel Hektar soll die Anbaufläche für Wein in Deutschland wachsen? Die Winzer wollen möglichst wenig Plus, die Weinwirtschaft dagegen so viel wie möglich. Denn die Nachfrage sei da, sagt ein Experte

Mit einem größeren Zuwachs an Rebfläche könnten deutsche Winzer nach Ansicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier ihre Chancen am Markt deutlich verbessern. "Es ließe sich mehr deutscher Wein zu gesicherten Preisen verkaufen", sagte IHK-Geschäftsführer Albrecht Ehses. Eine Ausweitung der Weinbaufläche um 0,1 Prozent oder 0,5 Prozent sei zu wenig. "Wir fordern, die EU-Vorgabe von 1,0 Prozent umzusetzen", sagte Ehses, dessen Kammer bundesweit federführend für die gewerbliche Weinwirtschaft ist. Die Anbaufläche für Wein umfasst derzeit in Deutschland rund 100.000 Hektar.

Die Nachfrage nach deutschem Wein aus dem In- und Ausland sei da, sagte Ehses. Sie habe aber aufgrund kleiner Ernten in den vergangenen Jahren teils nicht bedient werden können. In der Summe habe nach 2010, 2012 und 2013 eine ganze Weinernte gefehlt, sagte Ehses. Im Lebensmittelhandel seien Anteile verloren gegangen, im Export wurden Weine aus Rheinhessen, der Pfalz oder von der Mosel durch Weine aus anderen EU-Staaten ersetzt. Dieser Rückgang müsse nun erst wieder mit neuen Abschlüssen im Handel gutgemacht werden.

Mit einer ausgeweiteten Rebfläche könnten wetterbedingte Schwankungen besser ausgeglichen werden, sagte Ehses. Aber auch den Winzern sollte die Möglichkeit geben werden, "innovativ unterwegs zu sein". Es gebe etwa noch Nachholbedarf beim Grau- und Weißburgunder.

Von 2016 an lockert die EU den einst in den 1970er Jahren verhängten Anbaustopp für Wein. Theoretisch könnte dann pro Jahr ein Prozent mehr Fläche dazukommen. Rheinland-Pfalz will sich auf Bundesebene für ein minimales Wachstum der Rebfläche von 0,1 Prozent einsetzen. Viele Winzer befürchten einen Preissturz, wenn mehr Wein auf den Markt kommt. Der aktuelle Gesetzentwurf im Bund sieht eine Ausweitung von 0,5 Prozent vor.

Nach Angaben von Ehses sollte die Rebfläche möglichst in Weinbaugebieten oder angrenzend daran ausgeweitet werden. "Es muss ja nicht alles Wein mit Kennzeichnung Mosel, Pfalz oder Rheinhessen sein. Es kann auch ein Areal sein, das "deutscher Wein" heißt." Die gewerbliche Weinwirtschaft vermarktet laut Ehses mehr als 50 Prozent des deutschen Weines und bringt mehr als 70 Prozent aller deutschen Weine ins Ausland. dpa