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22. Mai 2017

Deutscher Weinbauverband Klaus Schneider neuer Präsident

Deutscher Weinbauverband | Klaus Schneider ist der neue Präsident des Deutschen Weinbauverbands, Foto © DWV

Der Deutsche Weinbauverband (DWV) hat bei seiner Mitgliederversammlung in Karlsruhe Klaus Schneider zum neuen Präsidenten gewählt.

 

 

 

Der 58-jährige Präsident des Weinbauverbands Pfalz löst nach 20 Jahren an der Spitze Norbert Weber ab. Weber wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt, wie DWV-Generalsekretär Rudolf Nickenig nach der Wahl am Montag sagte. Der DWV ist ein nationaler Dachverband, in dem die regionalen Weinbau- und Genossenschaftsverbände sowie Spezialorganisationen zusammengeschlossen sind.

Weinbauverband beklagt zunehmende Auswirkungen des Klimawandels

Die Auswirkungen des Klimawandels machen sich nach Überzeugung des Deutschen Weinbauverbands (DWV) in den Weinbergen zunehmend negativ bemerkbar. Der frisch ernannte Ehrenpräsident des DWV, Norbert Weber, verwies bei einer Mitgliederversammlung am Montag in Karlsruhe auf die Spätfröste in diesem Frühjahr.

Dabei seien Anlagen selbst in Südlagen erfroren, die in den vergangenen 50 bis 60 Jahren nie erfroren waren. «Das Wetter spielt verrückt», sagte Weber. Die Schäden seien noch nicht zu beziffern. Sie reichten bis hin zu Totalausfällen. «Schnelle Hilfe ist notwendig.» Weber war 20 Jahre lang Präsident des DWV.

Nach Angaben des baden-württembergischen Ministers für Ländlichen Raum, Peter Hauk (CDU), ist der Wein auf einem Viertel der Anbaufläche im Land von den Frösten schwer geschädigt. «Die Betroffenheit der Familien ist groß.» Die Menschen bräuchten dringend Hilfe. Hauk forderte eine langfristige Strategie zur Anpassung an den Klimawandel. Es dürfe nicht sein, dass Landwirte die Leidtragenden seien, weil sie im Freien wirtschaften.

EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) schlug den Bogen von den Interessen der deutschen Weinbauern zur Zukunft Europas. Der funktionierende Binnenmarkt sei Voraussetzung für die deutsche Wirtschafts- und Exportstärke und damit eine hohe Kaufkraft. Das stehe im Zusammenhang mit dem Absatz der Weine im eigenen Land.

Ohne eine starke Europäische Union wäre Deutschland nicht in der Lage, seine Interessen wirksam einzubringen, sagte Oettinger. Denn Deutschland habe bald nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung. Wichtig sei auch mit Blick auf den Weinbau die richtige Balance bei Entscheidungen. Nicht alles müsse in Brüssel entschieden werden.

Auch Hauk betonte den Nutzen, Entscheidungen in Detailfragen auf unterer Ebene zu treffen. Das sei zum Nutzen der Weinbaubetriebe. Über Weinbaupolitik und Weinmarktordnung müsse aber in Brüssel entschieden werden. Nationale oder gar regionale Bestimmungen wären wirkungslos, sagte Hauk.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, forderte, dass der Brexit, der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU, finanziell nicht zulasten der Land- und Forstwirtschaft gehen dürfe.

Der Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftministerium, Peter Bleser, sprach sich gegen den Plan aus, künftig Nährwertangaben auf dem Weinetikett anzugeben. «Wer wissen will, wie viel Nährwert im Wein ist, soll das googeln.» dpa