06. März 2009

Deutschland-Tourismus stagniert

Deutsche Tourismus Zentrale erwartet weniger Hotel-Übernachtungen

"Nach der dynamischen Aufwärtsentwicklung der vergangenen Jahre müssen wir 2009 mit einer Wachstumspause rechnen", sagte DZT-Chefin Petra Hedorfer. Nach 369,6 Millionen Gästeübernachtungen 2008 (plus 2,1 Prozent) sei im laufenden Jahr mit einem Rückgang um etwa zwei Prozent zu rechnen. Nach ihrer Einschätzung wird der Deutschland-Tourismus aber weniger stark von der Konjunkturlage betroffen sein als viele andere Ziele in Europa.

Der Trend gehe zu kürzeren und günstigeren Reisen in nicht weit entfernte Orte, sagte Hedorfer. Dies sei auch eine Chance, wenn mehr Deutsche ihren Urlaub im Inland verbrächten oder Gäste aus den Nachbarländern in Deutschland Ferien machten. Hedorfer verwies darauf, dass Deutschland zudem mit durchschnittlichen Ausgaben von 67 Euro pro Tag zu den preiswerteren Urlaubszielen gehöre. Auch die Hotelpreise in den deutschen Großstädten seien oftmals deutlich niedriger als in Metropolen im europäischen Ausland.

Nach Einschätzung des Präsidenten des Deutschen ReiseVerbandes (DRV), Klaus Laepple, liegt der Urlaub im eigenen Land im Trend. "Immer mehr Veranstalter bieten immer mehr Deutschland an", sagte er. Dagegen hätten sich die großen Reiseunternehmen früher vor allem auf ausländische Ziele konzentriert. Allerdings biete die Pauschalreise auch bei Deutschland-Urlauben Vorteile, weil die Veranstalter die Mengenrabatte beim Einkauf von Übernachtungskapazitäten an die Kunden weitergeben könnten.

Im vergangenen Jahr war die Nachfrage aus dem Ausland ein Wachstumstreiber für deutsche Pensionen, Hotels und Campingplätze. Insgesamt wurden 56,5 Millionen Übernachtungen aus dem Ausland gezählt, das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr, erklärte die DZT. Die Umsätze mit diesem Geschäft seien nach Berechnungen der Bundesbank von 26,3 auf 26,5 Milliarden Euro gestiegen. Für das laufende Jahr rechneten Experten hier mit einem Rückgang von rund einer Milliarde Euro, sagte DZT-Chefin Hedorfer. dpa