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23. November 2009

Die besten Weihnachtsmärkte im Südwesten

Die ältesten, himmlischsten und ungewöhnlichsten Weihnachtsmärkte. Teil III, der Südwesten

Die ersten Weihnachtsmärkte haben bereits geöffnet und stimmen die Besucher auf die festliche Zeit ein. Die Organisatoren sind trotz der wirtschaftlich schlechten Lage durchweg optimistisch und hoffen auf ähnlich viel oder sogar mehr Andrang als im Vorjahr. Trotz der großen Zahl der Märkte kann von einem Einerlei nicht die Rede sein, denn jeder lockt mit seiner ganz eigenen Besonderheit. Die Auswahl im Südwesten ist beachtlich:

DER ÄLTESTE: Vor 522 Jahren soll es den ersten Markt in Bad Wimpfen (Kreis Heilbronn) gegeben haben - eine so lange Geschichte weist kaum ein zweiter auf. Vor malerischer Kulisse und zwischen vielen Weihnachtsbäumchen stehen 130 Buden. «Mehr geht beim besten Willen nicht», sagt Fred Mainka vom Gewerbeverein. Er garantiert Handgemachtes: «Bratpfannen und Handyschalen finden Sie bei uns nicht.» Der Andrang der Händler ist ungebrochen, übersteigt die Möglichkeiten des 6700-Einwohner-Städtchens bei Heilbronn um ein Vielfaches. Den Markt gibt es nur an den ersten drei Adventswochenenden. Bis zu 30 000 Besucher kommen an jedem der sechs Öffnungstage.

DER BAROCKE: In der Residenzstadt Ludwigsburg locken vom 24. November bis zum 22. Dezember rund 175 Stände zum Schoppen, Schlendern und Staunen. Die auffällig breiten Gänge rund um den mit tausenden Lichtern beleuchteten Markt sind einer barocken Gartenanlage nachempfunden. Immer samstags schreitet sogar ein Darsteller des württembergischen König Friedrich I. samt Hofstaat über den Weihnachtsmarkt. Nebenan, am Schloss, soll am 18. Dezember der längste Lebkuchen der Welt entstehen.

DER GROSSE: Bis zu vier Millionen Gäste erwartet der Stuttgarter Weihnachtsmarkt (25.11.-23.12.). Er ist mit 269 Ständen der größte im Land und bietet ein buntes Allerlei, darunter auch Gemüseschäler und Töpfe. Schiller-, Schloss- und Marktplatz sorgen für das Ambiente. 1300 Bewerbungen lagen vor, berichtet die Veranstaltungsgesellschaft in.stuttgart, von der Krise sei somit wenig zu spüren. Geöffnet ist täglich von 10 bis 21 Uhr, sonntags ab 11 Uhr.

DER MITTELALTERLICHE: In Esslingen lassen sich Schmiede über die Schulter schauen, darf man Seile machen und Kerzen ziehen. Eine Million Gäste werden vom 24. November bis 22. Dezember beim Mittelaltermarkt erwartet, auch auf dem benachbarten klassischen Weihnachtsmarkt. Zusammen haben sie wieder 180 Stände. «Es gibt einen Trend zu Bio-Produkten», berichtet Petra Pfeiffer von der Stadt. Auch wagten sich die Gastronomen an ausgefallenere Angebote wie Falafeln oder gebratene Forellen.

DER INTERNATIONALE: Der Weihnachtsmarkt in Heidelberg lockt nicht nur Touristen aus Deutschland und Europa, sondern auch aus den USA und Japan an. Ein Marsch entlang der rund 140 Buden eröffnet malerische Blicke auf die Stadt am Neckar. Der Markt beginnt am 25. November und ist bis 22. Dezember täglich von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Eine Eislaufbahn rundet das Angebot ab. Die Heidelberg Marketing GmbH erwartet trotz Wirtschaftskrise nicht weniger Besucherandrang als sonst. «Bratwurst und Glühwein gehen immer», sagt ein Sprecher. Im Kunsthandwerk seien allerdings rückläufige Umsätze zu spüren.

DER DOPPELTE: Mannheim glänzt gleich mit zwei Weihnachtsmärkten. Der größere öffnet am 25. November und geht bis zum 23. Dezember (11 bis 21 Uhr). Die rund 200 Hütten und Fahrgeschäfte sind rund um den Wasserturm aufgebaut. Der Markt wurde 1977 an die prächtige Jugendstilanlage verlegt. Die Aussteller hoffen auf ähnlich gute Geschäfte wie im Vorjahr. Klein, aber fein ist der zweite Markt auf den Kapuzinerplanken. Dort präsentieren vom 26. November bis 23. Dezember etwa 70 Aussteller ein Angebot mit Vorführungen im traditionellen Handwerk, außergewöhnlichen Kunstwerken und Unikaten.

DER KINDERFREUNDLICHE: Als besonders kinderfreundlich beurteilt die Stadt Ulm ihren Weihnachtsmarkt. In diesem Jahr wird erstmals ein «Märchenwald» mit einer Holzwerkstatt für Kinder und einem mittelalterlichen Märchenzelt geboten. Parallel läuft im Stadthaus die Kinderbuch-Messe KIBUM. Der Ulmer Markt, auf dem auch Krämerartikel verkauft werden, beginnt am 23. November und endet am 22. Dezember. Seit Jahren kommen nach Angaben einer Stadtsprecherin jährlich rund eine Million Besucher aus der Schweiz, Italien und Österreich.

DER WUNDERBARE: Der Weihnachtsmarkt in Friedrichshafen am Bodensee bietet mit dem Cafe «Wunderbar» eine besondere Attraktion: Es ist in einem zwölf Meter langen Salonwagen aus dem Zirkus Hagenbeck untergebracht. Eine Stadtsprecherin rechnet damit, dass mehr als 80 000 Besucher kommen werden. Sehr beliebt seien die außergewöhnlichen Engel der Stiftung Liebenau. Weil es in den Vorjahren zu wenig Verkäufer gab, nimmt diesmal die Stadt Bewerbungen entgegen. Der Markt dauert vom 4.12. bis zum 20.12. und ist montags bis donnerstags von 12 bis 20 Uhr geöffnet, sonst von 11 bis 20 Uhr.

DER SEENAHE: Näher am See als in Konstanz kann ein Weihnachtsmarkt kaum sein. Einige Händler verkaufen ihre Waren sogar auf einem Schiff, das am Bodenseeufer vertäut ist. Auch am Ufer selbst und in der Stadt locken Stände vom 27.11. bis zum 23.12. mit weihnachtlichem Angebot. 153 Händler haben sich angemeldet. Die Veranstalter hoffen, dass wieder 400 000 bis 450 000 Besucher kommen. Geöffnet ist der Markt täglich von 11 bis 20 Uhr, freitags und samstags bis 21.30 Uhr.

DER KÖNIGLICHE: Den Weihnachtsmarkt auf der Burg Hohenzollern (27.- 29.11.) eröffnet Seine Königliche Hoheit Georg Friedrich Prinz von Preußen persönlich. Anschließend singen die Besucher das Hohenzollernlied. Das Schloss hoch über Hechingen (Zollernalbkreis) bietet einen einzigartigen Rahmen für einen Weihnachtsmarkt - hat aber auch seinen Preis: Acht Euro kostet der Eintritt in die Burg. Führungen werden am Weihnachtsmarkt-Wochenende nicht angeboten.    

DER MIT DER PYRAMIDE: Besonderes Merkmal des Christkindlmarktes in Karlsruhe ist die 17 Meter hohe Glühweinpyramide, die im ersten Stock einen Gastraum für bis zu 30 Personen hat. Zusätzlich zum üblichen Angebot gibt es in diesem Jahr (26.11. bis 23.12.) weitere Kunsthandwerksstände mit Vorführungen und zum Teil Produktion «vor Ort», wie etwa Glasbläserei aus Thüringen, Geduldspiele aus Holz, Steinschleiferei oder weihnachtlich dekorierte Naturseifen, etwa in Gebäckform. Auch Krämerartikel wie Bürsten und Pfannen sind - allerdings in geringem Umfang - vertreten. Besucherzahlen werden nach Angaben der Stadt nicht erhoben.

DER ADVENTLICHE: Als besonders sehenswert preisen die Veranstalter des Gengenbacher Weihnachtsmarkts im Ortenaukreis das nach ihren Angaben «größte Adventskalenderhaus der Welt» an. Am 200 Jahre alten klassizistischen Rathaus wird jeden Abend ein Fenster aufgemacht. Dieses Jahr sind 24 Motive mit Jim Knopf, Räuber Hotzenplotz und anderen Weltstars der Kinderliteratur zu sehen.

DER HIMMLISCHE: Auf der «Himmelsbühne» in Baden-Baden sind Chöre und bekannte Sängerinnen und Sänger zu sehen und zu hören. Der Christkindelsmarkt hat vom 26. November bis zum 27. Dezember geöffnet. An rund 100 Ständen entlang der Kolonnadengeschäfte werden Weihnachtsschmuck oder Kunsthandwerk angeboten. Etwas Besonderes ist die «Kirchenfenster-Allee»: Auf dieser sind überdimensionale Kirchenfenster-Malereien zu sehen, die eine Baden-Badener-Schulklasse gestaltet hat. Wirtschaftskrise hin oder her - die Kurstadt setzt auch 2009 auf Glanz: Jeder Montag wird zum «Romantik-Tag» erklärt - Lichtilluminationen mit tausenden Kerzen und Lichtern sind geplant.

DIE SCHWEIZERISCHEN: In BASEL (26.11.-23.12.) können Süßmäuler die Basler Läckerli, Spezialität seit dem 14. Jahrhundert, erstehen. Der romantische Weihnachtsmarkt findet in der historischen Altstadt statt. In ZÜRICH locken gleich mehrere Märkte. In der mittelalterlichen Innenstadt zieht der älteste Weihnachtsmarkt der Stadt vom 8.12. bis 23.12. die Besucher an. Im Hauptbahnhof verbreitet der nach Angaben der Stadt «größte überdachte Weihnachtsmarkt Europas» vom 27.11. bis 24.12. Lebkuchenduft. In der Altstadt ST. GALLENs mit dem berühmten Klosterareal ist der Weihnachtsmarkt vom 28.11. bis zum 23.12. (Wenke Böhm, dpa)

Teil 2: Hessen